Kreisfachberater Klaus Eder (Foto: Langer/Landkreis Regen)

Im März ist Zeit für den Obstbaumschnitt

Kreisfachberater gibt Tipps für den Schnitt von Obstbäumen und von Beerensträuchern

Regen. „Wenn Winterlinge, Krokusse und Schneeglöckchen den Vorfrühling ankündigen, ist es Zeit für den Obstbaumschnitt. Auch Beerensträucher können jetzt ausgelichtet und zurückgeschnitten werden“, sagt Kreisfachberater Klaus Ede und bedauert: „Leider können aktuell keine Kurse abgehalten werden.“ Dennoch kann er einige Tipps zum richtigen Schnitt geben.

„Zum Winterende an frostfreien Tagen sollte der Obstbaumschnitt erfolgen. Zur richtigen Ausrüstung gehören eine freistehende, dreiteilige Leiter, eine Baumsäge und Baumschere“, erklärt Eder. In den ersten Jahren nach der Pflanzung widmet sich demnach der Schnitt der Erziehung von tragkräftigen, stabilen Baumkronen, „und das beginnt bereits bei der Pflanzung.“ Bei Nieder-, Halb- und Hochstämmen habe sich die Dreiastkrone bewährt. „Sie erkennt man am durchgehenden Mitteltrieb und lediglich drei, selten vier, schräg nach außen gerichteten Leitästen. Beim Pflanzschnitt müssen hierfür die Weichen gestellt werden. Seitlich am Mitteltrieb belässt man nur drei Seitentriebe, die auf etwa ein Drittel, und zugleich auf gleiche Höhe, die sogenannte Saftwaage, zurückgeschnitten werden. Der Mitteltrieb wird ebenfalls eingekürzt, sollte aber gut zwei Handbreit höher sein.“

In den folgenden Jahren folgt der Erziehungsschnitt einem logischen Prinzip mit folgenden Maßnahmen:

  • Jährliches Zurückschneiden des Jahreszuwachses am Ende des Leitriebes und der Stammverlängerung (Mitteltrieb) um etwa ein Drittel. Das bewirkt dort kräftigen Austrieb und stärkt das vorjährige Holz. Das ist wichtig für die später zu tragende Fruchtlast!
  • Entfernung von Trieben, die senkrecht auf den Leitästen und nach innen wachsen. Das verhindert, dass zu viele Triebe im Kroneninnern zu viel Schatten bewirken.
  • Schnitt von Langtrieben an der Stammverlängerung über den Leitästen nach dem „Buschbaumprinzip“. Es sollten also nur flach stehende Fruchtäste bleiben, und keine weiteren Leitäste entstehen. Dies erreicht man entweder durch Flachstellen der Jungtriebe oder durch Rückschnitt auf flach stehende Verzweigungen.

„Eine Nachbehandlung der Bäume durch Sommerschnitt bringt dann weitere Vorteile“, so der Experte weiter.  Man entnimmt den Bäumen Triebe/Äste, die man später ohnehin entfernen müsste. Außerdem bremst der Sommerschnitt den Wuchs, „weil er durch den Schnitt weniger Blätter am Baum verbleiben und der Baum somit weniger assimiliert. Zudem können sich die Früchte besser entwickeln und haben mehr Licht.“

Vor dem Plfanzschnitt (Foto: Landratsamt Regen)

Auch bei den Beerensträuchern wird es höchste Zeit zum Auslichten und Rückschnitt, sofern das nicht schon im Herbst erledigt wurde. „Bei Johannisbeeren wachsen jährlich neue Triebe aus dem Boden und bilden dadurch dichte Büsche“, berichtet der Kreisfachberater. Vor oder nach dem Winter sollten deshalb die ältesten Triebe völlig herausgeschnitten werden. „Dann entstehen am jüngeren Fruchtholz wieder größere Fruchttrauben und lassen sich leichter ernten. Brombeeren blühen und fruchten immer an den langen vorjährigen Trieben. Die Langtriebe, welche bereits getragen haben, schneidet man knapp über dem Boden ab.“ Am meisten Ertrag würden die Brombeeren bringen, „wenn man nur drei oder vier lange Triebe wachsen lässt und an einem Zaun oder Spalier anbindet. Diese Triebe verzweigen sich dann im Folgejahr und bringen reichlich Blüten und Früchte.“ Himbeeren dagegen tragen entweder an einjährigen oder zweijährigen Ruten, je nach Sorte. Es können aber grundsätzlich die Ruten am Boden abgeschnitten werden, die bereits getragen haben, mit einer Ausnahme: die „Twotimer. Sie tragen im ersten und im zweiten Jahr.“

Nach dem Plfanzschnitt (Foto: Eder/Landkreis Regen)