„Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“
(Art. 3 Abs. 2 GG, Art. 118 Abs. 2 BV)

Vor dem Grundgesetz sind alle Menschen gleich, doch trifft das auch in der Realität zu? Diese Frage stellt sich der SPD-Landtagsabgeordnete Bernhard Roos anlässlich des Weltfrauentags am 8. März 2016.

„Frauen sind oftmals höher qualifiziert als Männer. Dennoch finden sich nur wenige weibliche Führungskräfte“, so Roos. Ein Blick auf den Beteiligungsbericht 2015 des Freistaats zeigt das sehr deutlich: In Geschäftsführung und Vorstandschaft der Beteiligungsunternehmen waren zum Stichtag 31. Juli 2015 lediglich 15 Prozent der Stellen mit Frauen besetzt, nämlich 16 von insgesamt 111. Am 31.12.2013, also etwa eineinhalb Jahre zuvor, waren es 13 Frauen auf 108 Stellen. Dabei streben Mädchen häufig höhere Schulabschlüsse an. Aus einem Bericht des Statistischen Bundesamtes geht hervor, dass der Schülerinnen-Anteil im Schuljahr 2012/13 in Gymnasien rund 52 Prozent, in Hauptschulen lediglich 44 Prozent betrug. Der Anteil der Mädchen mit allgemeiner Hochschulreife stieg im Zehnjahresvergleich um rund 11 Prozentpunkte, wohingegen der Anteil der Schülerinnen ohne Abschluss, mit Haupt- oder Realschulabschluss zurückging. „Die Qualifikation der weiblichen Arbeitnehmer sollte den Personalabteilungen in Unternehmen bewusst werden – sowohl bei der Auswahl der Bewerber als auch bei der Entlohnung“, betont der SPD-Politiker. „14 Prozent der erwerbstätigen Frauen fühlen sich zudem überqualifiziert“. Um die Frauenbeschäftigungsquote zukünftig anzuheben, müssen Arbeitgeber stärker vor den Arbeitsausfällen durch Mutterschutz und Elternzeit geschützt werden. Auch für Eltern sollte ein stärkerer Anreiz geschaffen werden, Kinder in Betreuungseinrichtungen zu geben. MdL Roos verweist dabei auf seine Forderung, frühkindliche Bildung kostenfrei anzubieten und stattdessen das Kindergeld zu kürzen.

Der Weltfrauentag fand seinen Ursprung im Jahr 1908, als die Textilarbeiterinnen der Firma „Cotton“ in New York gegen die schlechten Arbeitsbedingungen demonstrierten. Um eine Solidarisierung mit anderen Gruppen zu verhindern, schlossen Aufseher und Fabrikbesitzer die protestierenden Frauen in der Fabrik ein. Ein Feuer brach aus und 129 Frauen starben. Drei Jahre später, am 8. März 1911, wurde der erste Weltfrauentag in Dänemark, Österreich, Schweden, der Schweiz, Deutschland und in den USA begangen. Noch heute soll er auf die mangelnde Gleichberechtigung der erwerbstätigen Frauen gegenüber Männern hinweisen.

(Mitteilung, MdL Bernhard Roos, 07.03.2016)

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