Die bayerische Grünen-Spitzenkandidatin, Katharina Schulze war mit ihrer Landtagskollegin Rosi Steinberger am Stuhlberg in Salzweg unterwegs. Am selben Ort hatten sich bereits vor zwei Jahren Anwohner, Gemeinderäte aus Salzweg und Mitglieder der „BI Natur ja – Nordtangente nein“ verabredet, um ihren gemeinsamen Widerstand gegen die beabsichtigte Trassenführung ins Ilztal und über die Gaißa abzusprechen.

Nun verschafften sich die beiden Grünen-Abgeordneten inmitten der Anwohner einen Eindruck von Projekt B 388 N-OU Passau, wie es im Ausbaugesetz des Bundes steht. Die 8,5 Kilometer zwischen Kastenreuth und Gaißamühle wurden dazu für den Bundesverkehrswegeplan gemeldet. „Und hier sollen 20 000 Fahrzeuge unterwegs sein?“, musste die Münchnerin Katharina Schulze über die Prognosezahlen staunen.

BI-Sprecher Martin Ziegler berichtete von dem Widerstand in Tiefenbach, Salzweg und Passau, weil das Nutzen-Kosten-Verhältnis äußerst fraglich erscheint. Das Ehepaar Grunow fasst Hoffnung: „Nach der Petition und Kundgebung vor zwei Jahren ist vielleicht auch Andreas Scheuer klargeworden, welcher Unsinn dieses Projekt ist.“ Immerhin startete im März ein Dialogforum, um verlässliche Daten zu erheben und für die Region ein tragfähiges Verkehrskonzept zu entwerfen.

(Foto: BI Natur ja – Nordtangente nein)

Die Betroffenen erwarten nun, dass nach den Bekundungen im Dialogforum die Suche nach echten Entlastungsmaßnahmen für die Stadt Passau einsetzt. „Mit der Nordtangente 3000 Fahrzeuge weniger bei mittlerweile über 30 000 Autos und Lkws auf dem Anger – das kann man wahrlich nicht als Entlastung ansehen“, bringt es Dr. Wolfgang Baier auf den Punkt.

MdL Rosi Steinberger sieht wirksame Maßnahmen, „indem man endlich die Pendlerströme in Bussen und Bahnen bewältigt“. Die Anwohner sind entschlossen, die Heimat vor einem massiven Eingriff an Ilz und Gaißa zu verschonen. Spitzenkandidatin Schulze zollte ihren Respekt für den bisherigen Erfolg der Bürgerinitiative, weiß sie doch aus eigener Erfahrung, welche Überzeugungsarbeit bei manchen unsinnigen Vorhaben nötig ist. Gemeinsam wurden die Abgeordneten Neumitglieder in der Bürgerinitiative.