Unternehmer des IHK-Gremiums FRG treffen auf Landtagsabgeordnete

Probleme klar benennen und angehen, die positiven Entwicklungen herausstellen, aber Gutes durchaus noch besser machen – diese Aufgaben haben sich regionale Vertreter aus Wirtschaft und Politik aus der Sitzung des IHK-Gremiums Freyung-Grafenau vergangene Woche in der Sparkasse Freyung mitgenommen. Die gewählten Unternehmensvertreter um ihre Vorsitzende, IHK-Vizepräsidentin Elisabeth Hintermann, trafen dabei auf die beiden Landtagsabgeordneten Max Gibis und Manfred Eibl. Eine aktuell äußerst niedrige Arbeitslosenquote von 2,2 Prozent im Landkreis belege die Leistungsfähigkeit der Region, stelle die ansässigen Betriebe aber umgekehrt vor große Probleme, denn der Arbeitsmarkt sei regelrecht leergefegt. „Wir sprechen mittlerweile nicht mehr von einem Fachkräftemangel, sondern letztlich von einem Arbeitskräftemangel“, verdeutlichte Alexander Schreiner, Hauptgeschäftsführer der IHK Niederbayern, der bei dem Termin ausgewählte Wirtschaftsdaten für die Region vorstellte. Der größte Bedarf herrsche dabei bei Arbeitskräften aus der beruflichen Bildung. Die Rückmeldungen aus den Unternehmern bestätigten das ganz direkt. Der Fachkräftemangel sei das Thema Nummer 1 bei den Betrieben, sagte auch Hintermann. Als einen Baustein im Kampf gegen den Fachkräftemangel nannte sie die Zuwanderung – aus dem In- wie Ausland: „Wir brauchen eine geregelte Migration.“ Gibis stimmte dem zu, schränkte aber gleichzeitig ein: „Das Asylrecht ist nicht das dafür geeignete Mittel.“ In der speziellen Gruppe der bereits anerkannten Flüchtlinge sehe er schon Potenzial, meinte hingegen Eibl, um diese Menschen in Ausbildung und Beschäftigung zu bekommen, benötige es jedoch noch mehr Unterstützung. Einig war man sich, dass eine Zuwanderung beispielsweise über Rückkehrer in den Landkreis oder aus den großen Ballungsräumen schnellere Erfolge bringen würde.

Einen weiteren Schwerpunkt des Austausches im IHK-Gremium bildeten Energieversorgung und Energiepolitik. Eibl betonte die Chancen neuer Technologien und die Wichtigkeit der Forschung in diesem Bereich, denn: „Die Energiestabilität wird der Faktor der Zukunft werden.“ Die Antwort aus dem Kreis der Unternehmer darauf war klar: Es gehe um Versorgungsstabilität, aber genauso um bezahlbare Preise. Auch der mittelständische Betrieb aus Freyung-Grafenau müsse sich auf dem Weltmarkt behaupten. Dass deutsche Industrieunternehmen die höchsten Strompreise in ganz Europa bezahlten, sei daher eine Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit. Die Problematik sahen beide Abgeordneten und nahmen das Thema in ihre politische Arbeit mit.

Weitere Herausforderungen, die die Gremiumsmitglieder ansprachen, reichten von Breitband- und vor allem Mobilfunkversorgung – Stichwort 5G – über den Öffentlichen Personennahverkehr bis hin zu einer sinnvoll ausgerichteten Steuerpolitik und den Abbau von Bürokratie und überbordender Regulierung. Letztlich zogen beide Seiten ein gemeinsames Fazit aus der Diskussion: „Wir verstehen die Politik besser und die Politik die Wirtschaft besser – das ist unser Anliegen“, formulierte es die Gremiumsvorsitzende Hintermann. Und stellvertretend versprach Gibis: „Wir müssen versuchen, unseren Mittelstand zu stärken. Dafür gibt es viele Stellschrauben.“ An die Gremiumssitzung schloss sich ein Rundgang durch das Unternehmen des Gastgebers an, die Sparkasse in Freyung. Stefan Proßer, selbst Gremiumsmitglied und Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Freyung-Grafenau, führte hinter die Kulissen. Er erläuterte, wie sich die Sparkasse an neue Gegebenheiten und ein verändertes Kundenverhalten anpasst, die Digitalisierung aufgreift und das alles gemeinsam mit den Mitarbeitern organisatorisch umsetzt.