(von Tobias Schmidt)

Passau. Am Wochenende ging die zweite Ausgabe des vom Verein imPuls e.V. veranstalteten Impuls Festival Passau erfolgreich über die Bühne.

Wobei hier natürlich besser der Plural “Bühnen“ angebracht ist: 30 Musikacts spielten sich am Freitag- und Samstagabend in Redoute, Zeughaus, Café Museum, Scharfrichterhaus sowie den neuen Locations Zauberberg und Heiliggeist-Kirche quer durch alle Genres. Vom Reggae beeinflussten Singer-Songwriterpop Ami Warnings, Bayerischem Rock mit Gringo Bavaria, Musikalischem Tuba-Improvisationstheater à la Hüftgold oder Techno, in Gitarrentrioformation dargeboten von Elektro Guzzi.

Wie schon im Vorjahr zogen mehr als 2000 Besucher bei klirrender Kälte durch die Stadt von Konzert zu Konzert, meist in kleinen Menschentrauben um ein Programmheft geschart. Und auf der Suche danach, was gefällt und wohin die regionale Szene gerade steuert. Mit Cone, Knusprige Wimpern, Lonely Spring, Also Am I, Alex Cumfe, Fürst mit Büchse oder dem von unserer Redaktion bereits vorgestellten Michael Ammon waren Künstler aus dem Passauer Raum zahlreich vertreten. Doch legten die Veranstalter “regional“ heuer besonders großzügig aus. Neben Ostbayern und Oberösterreich kamen die zwei Headliner Fiva und Voodoo Jürgens aus München und Wien. Und die Redaktionsfavoriten? Ebenfalls Auswärtige: Zum einen Young Chinese Dogs, ein Münchner Folkquartett, das nonchalant-spielfreudig mit tollem Harmoniegesang das Publikum in der Heiliggeist-Kirche zu begeistern wusste. Zum anderen der Zürcher Fabian Sigmund, a.k.a. Fai Baba und sein in Quartettformation dargebotener, mit kantigem Blues versehener Psychodelicrock. Saftig, triefend, und wunderbar “retro“.

Die Passauer Techno-DJane Klaudia Gawlas war einmal nicht hinter den Decks zu erleben, sondern auf der Couch von “Passauer Nahaufnahmen“, der jungen Gesprächsreihe zu Leben und Karriere – eine gelungene Kooperation. Impulse setzten auch 2017 wieder 20 vielfältige Workshops, will dieses Festival ja auch dezidiert zur Selbstfähigung von Musikern beitragen: die Kulturbudgets werden nicht eben größer, also übernehmen Künstler Management- und Marketing heute am besten selbst. Tourbooking, neue GEMA-Regularien, Online-Kommunikation oder auch das Aufnehmen im passend eingerichteten Heimstudio und mehr standen darum jeweils vor den Konzertabenden auf dem Plan.

Glückwunsch an die Festivalorganisatoren fürs gelungene, abermalige “Popkultur-konzertiert-auf-den-Plan rufen“.

(Bildquelle: Schmidt)