Hier leben die Bürger sicher

Freyung. Erstmalig hatte Polizeirätin Ingrid Grötzinger als neue Leiterin der Polizeiinspektion Freyung die Bürgermeister der Gemeinden im Altlandkreis Wolfstein zum Sicherheitsgespräch eingeladen. Diese waren dem Termin gerne nachgekommen, schließlich konnten sie hierbei einen Blick auf die Sicherheitslage in ihren Kommunen werfen, welche wie in den Jahren zuvor als hervorragend bezeichnet werden kann.

Erstmals im Führungsteam mit dem stellvertretenden Dienststellenleiter Bernd Deutscher, dem Leiter der Grenzpolizeigruppe Walter Hoffmann und dem Leiter der Polizeistation Waldkirchen Thomas Kern präsentierte die Dienststellenleitung die polizeiliche Kriminalstatistik. „Sie sollen ihre Ansprechpartner persönlich kennen, um im Einsatzfall sofort eine gute Kommunikationsebene schaffen zu können“, so Grötzinger. Die Präsentation könne nur im Sinne einer Auftaktveranstaltung für die Zukunft gesehen werden. Im Rahmen der Besprechung könne nur einen Überblick über die umfangreiche Statistik vermittelt werden, deshalb erfolgte umgehend das Angebot für eine nähere Erläuterung, falls Fragen offen blieben.

Dass im Dienstbereich der Polizei Freyung nur äußerst wenige Straftaten ungeklärt bleiben, zeigt die hervorragende Aufklärungsquote von 79,7 Prozent aller im Dienstbereich festgestellten Delikte, der bayernweite Vergleich liegt bei 64,4 Prozent. Insgesamt konnte hierbei ein deutlicher Rückgang der Straftaten insgesamt (von 921 auf 754), sowie gerade in den, die subjektive Sicherheit beeinträchtigenden Delikten, wie Wohnungseinbruchdiebstahl verzeichnet werden. Hier haben sich die Zahlen mehr als halbiert. Zu diesem Thema merkte Manfred Niggl, stellv. Bürgermeister der Gemeinde Perlesreut, an, dass er es nach einer Einbruchserie als sehr gut empfunden habe, die Polizei regelmäßig in der Gemeinde zu sehen. Neben der Klärung der Straftaten sei damit das Sicherheitsgefühl der Bürger enorm gesteigert worden. Hierzu erklärte Bernd Deutscher, dass man sich durchaus kurzfristig Verstärkung seitens der Bereitschaftspolizei holen könne, da der tägliche Dienst der Polizeiinspektion Freyung eine ständige Präsenz in den Gemeinden nicht gewährleisten kann. Darüber hinaus seien Kräfte der Grenzpolizeigruppe zivil im Einsatz und verstärken dadurch die polizeiliche Präsenz, ohne von der Bevölkerung wahrgenommen zu werden, fügte Walter Hoffmann ergänzend hinzu. Letztlich führe auch immer wieder die Bereitschaft der Bürger, mittels der Installation von Einbruchsicherungen zum Schutz des Wohneigentums beizutragen, zum Erfolg. Die Täter nehmen dann bereits vor der Tat oder im Versuchsstadium Abstand vom Objekt, wenn dieses zu gut gesichert ist.
Neben der Diebstahlskriminalität standen auch die Bereiche Straßen-, Gewalt- und Betäubungsmittelkriminalität im Fokus des Sicherheitsberichtes. In allen Bereichen wurde jedoch eine gleichbleibend geringe Belastung in Form von niedrigen Fallzahlen, bei gleichzeitig hoher Aufklärungsquote erzielt. Leider wird aber auch deutlich, dass der Alkoholeinfluss gerade im Deliktsbereich der Körperverletzung auf Straßen, Wegen und Plätzen eine erhebliche Rolle spielt. „Ein Punkt, den wir Sicherheitsbehörden gerade im Zusammenhang mit öffentlichen Veranstaltungen im Blick behalten müssen“ so die Inspektionsleiterin.

Im Anschluss an die Gesamtbetrachtung des Inspektionsbereiches erfolgte ein Blick in die einzelnen Landkreisgemeinden. Gerade im Bereich der sog. Kontrolldelikte der Rauschgiftkriminalität wird seitens der Polizei in hohen Zahlen kein Anlass zur Besorgnis gesehen. „Ganz im Gegenteil“ so Thomas Kern, „hohe Aufgriffzahlen zeigen eine gute Kontrolldichte, führen aber auch zu einem Anstieg der Kriminalität in Gemeinden, welche überregionale Kontrollstellen in ihrem Bereich aufweisen.“ Letztlich würde damit jedoch auch den Tätern signalisiert, dass man hier nicht an der Polizei vorbei Drogen konsumieren und transportieren könne. Erfreulicherweise halten sich gerade in diesem Bereich die Fallzahlen in Bezug auf Kinder- und Jugendkriminalität besonders gering, aber auch in allen anderen Deliktsbereichen bewegt sich diese auf einem sehr niedrigen Niveau.
Für den Bereich der Zuwandererkriminalität konnten gleichbleibend niedrige Zahlen (36 Verstöße) und damit keine signifikanten Auffälligkeiten der Zuwanderer im Bereich der Kriminalitätsentwicklung festgestellt werden. In Zusammenhang mit der Asylunterkunft am Geyersberg dankte Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich der Polizei Freyung und insbesondere dem stellvertretenden Dienststellenleiter Bernd Deutscher für die Zusammenarbeit in den vergangenen drei Jahren. „Ohne manch besonnenes Auftreten von Eurer Seite hätten wir das alles nicht so gut geschafft“ lauteten die anerkennenden Worte des Stadtoberhaupts.

Zum Abschluss hatte das Führungsteam der Polizei Freyung bewusst das Thema Prävention gewählt. Denn jede begangene Straftat ist bekanntlich eine zu viel. Gerade die Bekämpfung von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr verzeichnet wieder stark ansteigende Zahlen. Viele Fahrzeugführer würden sich nach vorangegangenem Alkoholkonsum in den Pkw zum Ausschlafen legen. Das Thema Restalkohol würde dabei regelmäßig unterschätzt. Die vorsorgliche Schlüsselabnahme am folgenden Morgen sei dabei keine Gängelei. „Wir wollen den Einzelnen davor schützen, das Risiko zu unterschätzen und eine Ordnungswidrigkeit oder gar eine Straftat zu begehen“ so Ingrid Grötzinger. Dies sei neben der Strafverfolgung eines der obersten Ziele von Polizei und Sicherheitsbehörden. Deshalb sei es auch wichtig, sich gemeinsam in den Präventionsprozess einzubringen, sei es durch Vorträge, Veranstaltungen oder in Arbeitskreisen. „Wo immer Sie eine Möglichkeit zur Prävention sehen, lassen Sie sie uns gemeinsam wahrnehmen“ so das Angebot der Dienststellenleitung.