Klare Forderung in Richtung München: Bad Griesbachs Bürgermeister Jürgen Fundke, MdL Walter Taubeneder, Wohlfühl-Thermen-Werkleiter Franz Altmannsperger und Bad Griesbachs Tourismusdirektor Dieter Weinzierl erwarten von Ministerpräsident Söder, dass er sich im Zuge der anstehenden Bund-Länder-Beratungen bei Kanzlerin Merkel für Öffnungsperspektiven und Planungssicherheiten für Thermen, Hotels und Golfplätze einsetzt (Foto: Weishäupl)

Thermenöffnung: Die gesamte Region benötigt dringend Planungssicherheit!

MdL Walter Taubeneder fordert in Bad Griesbach klare Öffnungsperspektive für Thermen, Hotels und Golfplätze – Unsicherheit belastet das gesamte Bäderdreieck

Bad Griesbach i. Rottal. Das gesamte Rottaler Bäderdreieck lebt in besonderem Maße von und mit den Heilbädern, dem Gesundheits- und Wellnesstourismus sowie den Golf- und Aktivurlaubern. – „Die gegenwärtigen Schließungen von Thermen, Hotels und Golfplätzen können daher nicht auf Dauer durchgehalten werden und dürfen nicht zum Dauerzustand verkommen“, so die gemeinsame Forderung der Verantwortlichen in Bad Griesbach sowie des Landtagsabgeordneten Walter Taubeneder anlässlich eines Gespräches zu den Auswirkungen des weiter andauernden Lockdowns auf die Stadt und die Region. Um nachhaltige Schäden für die Kurorte im Rottaler Bäderdreieck abzuwenden, müssen dringend Öffnungsperspektiven aufgezeigt werden. Taubeneder sendet einen dahingehenden Appell an Ministerpräsident Dr. Markus Söder.

Die Wohlfühl-Therme Bad Griesbach war – wie alle bayerischen Thermalbäder – binnen der vergangenen 12 Monate lediglich fünf Monate in Betrieb und über sieben Monate hinweg von Schließungsanordnungen betroffen, wie Werkleiter Franz Altmannsperger ausführt. Weiter verfüge man bisweilen über keinerlei Informationen unter welchen Auflagen und Voraussetzungen eine Rückkehr in den Betrieb wieder möglich und in welchem zeitlichen Rahmen hier mit einer Entscheidung zu rechnen sei. Dabei werde die fehlende Planungssicherheit mehr und mehr zum Problem. „Obwohl wir im vergangenen Jahr bereits bewiesen haben, dass wir einen sicheren und corona-konformen Betrieb der Thermen ermöglichen und gewährleisten können, kommen wir in der politischen Öffnungsdebatte bisher nicht vor“, schildert Altmannsperger die Situation. Man sei auch durchaus bereit, die bestehenden Hygienekonzepte mit Blick auf die Gefahr, die von den Corona-Mutationen ausgeht, nach den Maßgaben der Politik nochmals nachzuschärfen, so der Werkleiter.

In der Debatte um Priorisierungen in einer möglichen Öffnungsstrategie müsse auch die Tatsache Berücksichtigung finden, dass Thermen nicht mit Spaß- oder Freizeitbädern gleichgesetzt werden können. „Bei unseren Thermalbädern handelt es sich um Gesundheitseinrichtungen, die im Rahmen von Kuren als Therapiebäder benötigt werden“, wie Tourismusdirektor Dieter Weinzierl erläutert. Die gesundheitsfördernde Wirkung von Badekuren als Vorsorgemaßnahme, aber auch die Bedeutsamkeit des Heilwassers als therapeutisches Instrument seien unbestritten und haben im Rahmen der Wiedereinstufung der offenen Badekur als Pflichtleistung der Krankenkassen erst kürzlich besondere politische Würdigung erfahren, wie Weinzierl weiter ausführt. Auch aus gesundheitlichen Aspekten müsse einer zeitnahen Öffnung der Thermen somit eine besondere Priorität zukommen.

Vor Ort fürchtet man darüber hinaus auch die Konsequenzen der weiteren Unsicherheit für alle Beteiligten. „In Bad Griesbach und Umgebung hängen ein Großteil der wirtschaftlichen Entwicklung sowie zahlreiche Arbeitsplätze mittel- und unmittelbar von den Thermen und dem Kurbetrieb ab“, wie Bürgermeister Jürgen Fundke zu Bedenken gibt. Ein noch längeres Fehlen von Öffnungsperspektiven und Planungssicherheiten stelle daher ein einschneidendes Problem für die gesamte Wirtschaftsstruktur des Bäderdreiecks dar, betont Fundke. Dabei habe sich im Vorjahr gezeigt, dass die Thermen, Hotels und Golfplätze in der Region über gute und sichere Konzepte verfügten und keineswegs Treiber der pandemischen Entwicklung seien, ist auch MdL Taubeneder überzeugt. Selbiges gelte im Übrigen auch für Gastronomie und Einzelhandel.

„Wir erwarten, dass im Zuge der anstehenden Bund-Länder-Beratungen klare Öffnungsperspektiven für den Tourismussektor im Allgemeinen und die Thermen im Besonderen angeboten werden und Klarheit geschaffen wird, unter welchen Voraussetzungen und in welchem zeitlichen Rahmen wieder geöffnet werden kann“, unterstreicht der Abgeordnete das gemeinsame Anliegen. Dabei dürfe man sich im Bereich der Öffnungen und Schließungen zudem nicht weiter alleine an Inzidenzwerten orientieren. Wie der Abgeordnete anregt, sollen auch die Qualität der jeweils angebotenen Schutz- und Hygienekonzepte stärker in die politischen Entscheidungen miteinbezogen werden. Ferner wird darauf verwiesen, dass in der klassischen Zielgruppe des Kurtourismus auch mit einer schnell steigenden Quote an Geimpften zu rechnen sei. „Um Schaden von der Region abzuwenden, brauchen wir jetzt einen Starttermin und klare Maßgaben für den künftigen Betrieb im Pandemie-Modus“, appelliert Taubeneder an den Ministerpräsidenten und erneuert seine Forderung nach einer Öffnung bis Ostern. „Die fehlende Planungssicherheit ist für unsere zutiefst vom Tourismus geprägte Region nicht länger haltbar!“