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Donnerstag, Februar 12, 2026

Schlagabtausch vor vollem Haus

Lesestoff

Heinz Pollak und Christian Zarda diskutieren vor über 400 Gästen im Bürgersaal Waldkirchen

Waldkirchen. Mehr als 400 Bürgerinnen und Bürger verfolgten am Dienstag, 10. Februar, die Podiumsdiskussion der Bürgermeisterkandidaten im Bürgersaal der Stadt Waldkirchen. Der amtierende Bürgermeister Heinz Pollak (UCW/FW) traf dabei auf seinen Herausforderer Christian Zarda (CSU). Der 3. Bürgermeister Johann Kapfer übernahm die Moderation und loste zu Beginn aus, wer das erste Wort erhält.

Pollak stellte sich als Bürgermeister seit 2014 vor und verwies auf seine Mitgliedschaft in rund 50 Vereinen. Zarda ist seit sechs Jahren 2. Bürgermeister der Stadt. Vor einem Jahr war es zum politischen Bruch zwischen beiden gekommen. Seit rund sechs Monaten, so betonten beide, arbeite man jedoch wieder gut und konstruktiv zusammen. Auf die Frage nach positiven Eigenschaften des jeweils anderen sagte Pollak, Zarda sei „hartnäckig und ein Zahlenmensch“. Zarda lobte Pollaks Überzeugungskraft. Im Falle einer Wahlniederlage zeigte sich Pollak überzeugt vom eigenen Erfolg. Zarda kündigte an, auch dann dem Stadtrat anzugehören. Das Amt des 2. Bürgermeisters würde er erneut übernehmen, sofern der Stadtrat ihn wähle.

Investitionen, Gebühren und Infrastruktur

Breiten Raum nahm das Thema Investitionen ein. Zarda plädierte in diesem Zusammenhang für mehr Digitalisierung. Bei den freiwilligen Leistungen stellte er in Aussicht, diese beizubehalten, sofern sich die wirtschaftliche Lage der Betriebe stabil entwickle. Pollak versicherte, es werde keine starken Kürzungen geben.

Die steigende finanzielle Belastung der Bürger sei nachvollziehbar, erklärte Zarda – „es wird eben nichts billiger“. Pollak entgegnete, Waldkirchner Bürger seien im Vergleich zu Nachbargemeinden insgesamt geringer belastet.

Seit rund 30 Jahren beschäftigt die Stadt die Kläranlage. Pollak betonte, die Abwassergebühren lägen im Mittelfeld. Zugleich verwies er darauf, dass Einrichtungen wie das städtische Bad oder andere gesellschaftliche Angebote keine Selbstverständlichkeit seien – sie kosteten Geld, seien aber wichtig für die Lebensqualität. Beim Thema Grundsteuer sprach sich Zarda für Einkommensneutralität und mögliche Senkungen der Hebesätze aus.

Unterschiedliche Akzente zeigten sich beim Zustand der Straßen: Zarda schlug ein Bewertungssystem nach Schulnoten vor, um Sanierungsmaßnahmen zu priorisieren. Pollak verwies auf den laufenden Breitbandausbau – solange dieser nicht abgeschlossen sei, seien umfassende Straßensanierungen kaum sinnvoll. Einig waren sich beide, dass die sogenannte „Monsterkreuzung“ vor allem in der Verantwortung des staatlichen Bauamts liege – eine Lösung sei derzeit nicht in Sicht.

Gemeinsame Wurzeln und Fragen aus dem Publikum

Auf Gemeinsamkeiten von UCW und CSU angesprochen, verwies Pollak auf personelle Überschneidungen, Zarda auf die historischen Wurzeln der UCW in der CSU. Christliche Grundwerte seien für beide Kandidaten leitend.

Zarda erklärte, warum er seine frühere Kritik an der Musikschule revidiert habe: Sie laufe inzwischen gut und sei eine Bereicherung. Auch die Weihnachtsaktion wolle er fortführen. Pollak schilderte die organisatorischen Herausforderungen eines Weihnachtsmarktes.

Aus dem Publikum kamen Fragen zur Energieversorgung und zur Situation am Marktplatz. Pollak verwies auf das Projekt „Smartanalytics“ der Münchner Firma SIMA, das Besucherströme in und nach Waldkirchen analysiere, um die Innenstadt zu beleben. Der gesperrte Weg über das „Fischerhäusl“ sei hingegen schwierig zu lösen – insbesondere wegen der Zuständigkeit des Forstamts.

Gegen 20.30 Uhr endete die sachlich geführte, stellenweise pointierte Diskussion. Die Entscheidung liegt nun bei den Wählerinnen und Wählern.

Fotos: MuW/M.Seewald

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