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Dienstag, Mai 28, 2024

Berufliche und akademische Bildung „Hand in Hand“

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Ostbayerische JU-Kreisverbände fordern Anrechnung der beruflichen Ausbildung bei akademischer Ausbildung

Niederalteich / FRG. „Es geht nur miteinander! Daher fordern wir eine noch engere Kooperation zwischen dualer und akademischer Bildung!“, so das zentrale Ergebnis des Vernetzungstreffens der ostbayerischen JU-Kreisverbände mit Staatsminister a.D. und MdL Bernd Sibler in Niederalteich (Landkreis Deggendorf). Die Herausforderungen der beruflichen und akademischen Bildung in Niederbayern standen im Fokus des Treffens, zu welchem der Deggendorfer JU-Kreisvorsitzende Stefan Zitzelsberger die Delegation der benachbarten Kreisverbände Freyung-Grafenau, Passau-Land und Regen sowie JU-Bezirksvorsitzenden Michael Fuchs begrüßen konnte.

Nachwuchsprobleme in der beruflichen Bildung

„Wir brauchen Nachwuchs“, skizziert Gastgeber Stefan Zitzelsberger, selbst Lehrer und stellvertretender Bezirksvorsitzender des Verbands der beruflichen Schulen in Niederbayern die zentralen Herausforderungen der beruflichen Bildung. Erste Zahlen des Statistischen Bundesamts deuten darauf hin, dass im Jahr 2021 möglicherweise ein historischer Tiefstand bei der Zahl von neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen erreicht wurde. Als Gründe macht Zitzelsberger allen voran die demographische Entwicklung, strukturelle Veränderungen und die Attraktivität alternativer Bildungsbereiche aus. Zwar wurden im Schuljahr 2021/22 über 250 Lehrkräfte mit der Lehramtsbefähigung für das Lehramt an beruflichen Schulen im staatlichen Bereich eingestellt, es ist jedoch festzustellen, dass es in Bayern – wie auch in ganz Deutschland – weiterhin einen strukturellen Mangel an Lehrkräften für berufliche Schulen gibt.

„Einer Stärkung und Ausweitung der Fachlehrkräfteausbildung kommt daher meines Erachtens nach eine immer größere Bedeutung zu“, so der Deggendorfer JU-Kreisvorsitzende. „Die demographischen Unterschiede zwischen Stadt und Land werden oftmals zu wenig berücksichtigt“, stellt auch MdL Bernd Sibler zu Beginn seiner Ausführungen fest. Der ostbayerische Raum sei grundlegend anders zu betrachten als München oder Nürnberg. Dies zeige sich an deutlich höheren gymnasialen Übertrittsquoten in den Städten.

Niederbayern hat sich enorm entwickelt

Der ehemalige Kultus- und Wissenschaftsminister streifte in seinem Referat die großartige Entwicklung des ostbayerischen bzw. niederbayerischen Raums im akademischen Bereich. „Im universitären Bereich war es in Niederbayern bis in die 70er Jahre hinein äußerst schwierig; mittlerweile haben wir in Niederbayern rund 25.000 Studienplätze“, stellt Sibler heraus. Neben dem Ausbau der Universität Passau und den Technischen Hochschulen in Deggendorf und Landshut haben insbesondere auch die Landkreise von den Entwicklungen der letzten Jahre profitiert. Schlüssel zum Erfolg waren und sind dabei die Technologietransferzentren. „Sie stellen die Verbindung zwischen mittelständischen Unternehmen und akademischen Einrichtungen dar“, so der Deggendorfer Landtagsabgeordnete.

Hinsichtlich der beruflichen Bildung stellte Sibler heraus, dass die niederbayerischen Landkreise insgesamt gut aufgestellt seien: „In Deggendorf wird enorm investiert, in Regen und Passau/Vilshofen wird gebaut, in Waldkirchen wird umfassend saniert.“ Die Zukunft der Berufsschulstandorte in Freyung-Grafenau und Regen liegt den beiden Kreisvorsitzenden Alexander Hannes und Christoph Weishäupl besonders am Herzen. Hier konnte Sibler ausführen, dass es derzeit erfreulicherweise auch kaum Diskussionen um die Erhaltung der Standorte im Bayerischen Wald gibt. Die Gründe liegen auf der Hand: Es kommen wieder geburtenstärkere Jahrgänge in das System, und der Berufssprengel soll nicht geändert werden.

Übertritte flexibler gestalten

In der anschließenden Diskussion stellte Bezirksvorsitzender Michael Fuchs heraus, dass die CSU stets Garant der akademischen Bildung in Niederbayern war: „Diese Erfolge können wir klar benennen!“ Auf die Frage, wie akademische und berufliche Bildung stärker ineinandergreifen könnten, wurde mitunter der Ansatz diskutiert, die berufliche Ausbildung auf die Hochschulausbildung anzurechnen. „Eine Verknüpfung der Lehrplaninhalte im Bereich der beruflichen Bildung mit den Modulen an den Hochschulen ist mit der nötigen Kommunikation machbar“, zeigt sich auch Sibler optimistisch.

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