„Großer Freund der ILE verabschiedet“

Fürstenstein. Bei ihrer letzten Mitgliederversammlung bekundeten die elf ILE-Gemeinden des Passauer Oberlandes per einstimmigen Beschluss ihren Willen, gemeinsam einen Pflegestützpunkt im ILE-Gebiet installieren zu wollen. Ein entsprechendes Schreiben zur Unterstützung dieses Vorhabens soll an Landrat Raimund Kneidinger gerichtet werden. Denn es ist gemäß der Bestimmung zur Errichtung eines Pflegestützpunkts verpflichtend, dass der Antrag dafür seitens des Landkreises (oder einer kreisfreien Stadt bzw. des Bezirks) gestellt wird.

Die ILE Passauer Oberland hatte die beiden Vertreterinnen der Fachstelle Pflege und Demenz Niederbayern, die seit dem 1. April 2020 mit Sitz in Landshut tätig ist, zur Vorstellung ihrer Aufgaben eingeladen. Ein erster Kontakt fand bereits im Frühjahr statt, wo man schnell erkannte, dass viel Potenzial zur Zusammenarbeit mit dem ILE-Verbund und dem dafür zuständigen Handlungsfeld Demographie besteht. Damals wurde auch deutlich, dass es in ganz Niederbayern bislang keinen Pflegestützpunkt gibt. Daher informierte die Fachstelle die ILE-Bürgermeister im Rahmen der Sitzung auch explizit über die Voraussetzungen und Möglichkeiten zur Installierung eines Pflegestützpunkts. Die elf ILE Gemeinden sehen in der Errichtung eines solchen Stützpunkts im Landkreis Passau einen Gewinn für alle Landkreisbürgerinnern und -bürger, insbesondere pflegende Angehörige und auf Pflege angewiesene Personen. Ein Pflegestützpunkt wäre ungeachtet der lokalen Anbieter und Betreiber von Einrichtungen eine neutrale Anlaufstelle für Belange rund um das Thema Pflege und könnte über alle Phasen hinweg beraten und begleiten.

Ein weiterer Punkt der umfangreichen Tagesordnung war ein kurzer Rück- und Ausblick zum Regionalbudget, das in diesem Jahr erstmals zur Verfügung gestellt werden konnte. Die Abrechnung der Projekte konnte fristgerecht abgeschlossen und an das Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern zur Prüfung und Auszahlung weitergeleitet werden. Demnach kann wohl ein Gesamtzuschuss in Höhe von rund 60.000 Euro an die neun Antragsteller (Vereine, Gemeinden, Stiftung etc.) ausbezahlt werden, sobald die Gelder dem ILE-Verbund zufließen. Zwischenzeitlich wurde auch bekannt gegeben, dass das Regionalbudget für alle ILE-Allianzen Bayerns bis Ende 2023 zur Verfügung stehen wird. Bis zum 31.12.2020 können die ILE-Verbünde ihre Anträge für das kommende Jahr einreichen. Nach der Bewilligung durch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) in Landau an der Isar kann dann die öffentliche Bekanntmachung und somit der Aufruf zur Einreichung von Förderanfragen für 2021 erfolgen. Die ILE Passauer Oberland bereitet ihren Antrag derzeit vor und wird ihn in Kürze einreichen.

Ausführlich informierte Projektmanagerin Gabriele Bergmann zum Stand der Vereinsgründung bzw. dem Übergang der Geschäfte von der Arbeitsgemeinschaft auf den Verein Passauer Oberland e.V.. Dieser ist mittlerweile im Vereinsregister eingetragen und seine Gemeinnützigkeit anerkannt. Für die ILE-Geschäftsstelle konnte per Ausschreibung eine Teilzeitkraft gefunden werden, die ab Januar 2021 ihren Dienst antreten wird.

Zudem werde Mitte Januar wieder das übliche Jahresauftakttreffen in Form einer Strategieklausur stattfinden, berichtete Bergmann weiter. Dort würde eine inhaltliche Anpassung bzw. Neuausrichtung der Handlungsfelder und Kernthemen der ILE-Arbeit, die im überarbeiteten ILE-Konzept vorgeschlagen wird, diskutiert und festgelegt.

Ebenso gab es aus der Öko-Modellregion einiges zu berichten. Rudertings Bürgermeister Rudolf Müller tat dies in seiner Funktion als Verantwortlicher für die Öko-Modellregion Passauer Oberland. Insbesondere seien die beiden Aktionen im Rahmen der Bio-Erlebnistage im September – eine Radltour mit rund 35 Personen und eine geführte Wanderung um Schloss Englburg mit rund 50 Teilnehmern – sehr gut angekommen. Zudem habe man den Regionalen Einkaufsführer fertig gestellt, der seit Anfang Oktober online zur Verfügung steht. Ihn soll es auch noch in gedruckter Form geben. Erfreulich sei ebenfalls, dass Ende Oktober der Start des BioRegio-Coachings im Schulverband Büchlberg-Hutthurm erfolgen werde. Damit ist ein erster Schritt gemacht, auch im Rahmen von Gemeinschaftsverpflegung – hier in den Schulen – die Ernährung mit Bio-Produkten mehr ins Blickfeld zu nehmen und zu forcieren. Insgesamt gesehen könne die Öko-Modellregion auf ein – trotz der Corona-Einschränkungen –aktives und erfolgreiches erstes Jahr zurückblicken.

Ein wichtiges – wenn auch etwas wehmütiges – Ereignis der Sitzung war die Verabschiedung des langjährigen Büchlberger Geschäftsleiters Hans Garhammer aus der ILE-Gemeinschaft. ILE-Vorsitzender und Fürstensteins Bürgermeister Stephan Gawlik fand herzliche und lobende Worte für ihn. Er war der dienstälteste Geschäftsleiter, habe sein fundiertes Fachwissen oft eingebracht und sich für den ILE-Verbund sehr engagiert. Sein Weggang sei ein „herber Verlust“. Er werde aber nicht nur fachlich gesehen fehlen, sondern auch wegen seiner umgänglichen Art und seiner stets guten Laune. Als Dankeschön erhielt Hans Garhammer von den beiden ILE-Voristzenden Stephan Gawlik und seinem Eginger Kollegen Walter Bauer eine „bio-regionale“ Geschenkkiste überreicht. Hans Garhammer selbst dankte seinen ILE-Weggefährten für die schönen gemeinsamen Jahre und bekräftigte, er sein „ein großer Freund der ILE“. Abschließend meinte er: „Die Ergebnisse können sich sehen lassen, alle Gemeinden, auch Büchlberg, haben von der ILE profitiert“.

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