Unfallursachen (Quelle: PI Hauzenberg)

Verkehrsstatistik der Polizeiinspektion Hauzenberg für das Jahr 2020

Auch die Entwicklung der Verkehrsunfallzahlen war von der Corona-Pandemie geprägt. Vor allem der „Lockdown“ im Frühjahr 2020 zeigte erhebliche Auswirkungen. In dieser Zeit gingen die Verkehrsunfälle um über 36% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück.

Auch auf das ganze Jahr gesehen war ein klarer Rückgang der Gesamtzahl der registrierten Verkehrsunfälle gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.

2020 wurden insgesamt 698 (2019: 834) Verkehrsunfälle polizeilich aufgenommen, was einen deutlichen Rückgang von 16,31 % bedeutet. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden blieb mit 96 Unfällen gegenüber dem Vorjahr mit 97 Unfällen nahezu unverändert. Auch die Anzahl der Verletzten blieb mit 131 gegenüber 132 aus dem Vorjahr nahezu gleich. Verkehrsunfälle, die eine Anzeige nach sich zogen, erfuhren einen signifikanten Rückgang von 24,85 % (165 auf 124 Unfälle). Erfreulich ist der Rückgang der Verkehrsunfälle mit Unfallflucht von 129 auf 95 (-26.36%) zu bewerten. Fast jede zweite Unfallflucht konnte dabei geklärt werden. Leider war auch 2020 ein Unfalltoter zu beklagen. Im Bereich der Unfälle mit Wildbeteiligung war, wie bereits im Vorjahr, eine merkbare Abnahme von 366 auf 322 (-12,02%) Fälle festzustellen.

Zweiradverkehr

Die Unfälle mit beteiligten Fahrrädern blieben mit 15 Unfällen gegenüber 16 Unfällen in 2019 auf relativ hohem Niveau. Der motorisierte Zweiradverkehr verzeichnete einen Rückgang von 16,67 % von 36 auf 30 Unfälle. Geschuldet sind diese immer noch vergleichsweise hohen Werte der zunehmenden E-Mobilität.

Junge Erwachsene (18-24 Jahre)

Bei dieser Altersgruppe, die einen Anteil von ca. 8 % der Gesamtbevölkerung ausmacht und seit Jahren als Sorgenkind im Bereich der Unfallzahlen im Fokus der Polizei steht, war im Zuständigkeitsbereich der PI Hauzenberg die Zahl mit 49 Unfällen erfreulicherweise um 20 % rückläufig. Dies stellt den niedrigsten Wert seit über 10 Jahren dar. 2019 wurden noch 61 Verkehrsunfälle mit jungen Verkehrsteilnehmer registriert. Trotzdem ist fast jeder fünfte Verkehrsunfall mit Personenschaden 2020 von dieser Altersgruppe verursacht worden.

Senioren (65+)

Bei den Senioren war die Zahl der Unfälle mit 44 (49) -wie schon auch im Vorjahr ein Rückgang um 10%- leicht rückläufig. Unfallursächlich stehen hier an erster Stelle „Fahrfehler“ und dahinter „Fehler beim Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren“. 14% aller Verkehrsunfälle mit Verletzten gehen auf das Konto dieser Altersgruppe.

Alkohol / Drogen im Straßenverkehr

Im Bereich der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss stieg die Zahl sehr stark von 8 auf 13 (+40%) an. Bei diesen Verkehrsunfällen wurden insgesamt 14 Personen zum Teil schwer verletzt, was einen sehr bedenklichen Umstand darstellt. 2019 waren lediglich 4 Personen verletzt worden. Bei 2 Verkehrsunfällen waren zudem auch Drogen im Spiel.

Bei Verkehrskontrollen wurden 49 Pkw-Lenker mit vorangegangenem Alkoholgenuss und 5 nach Drogenkonsum festgestellt, bei diesen wurden jeweils Alkoholtests oder Blutentnahmen veranlasst. 14 Verkehrsteilnehmer konnten vor Fahrtantritt auf ihre Alkoholisierung hingewiesen und die Fahrzeugschlüssel sichergestellt werden.

Geschwindigkeit

Waren die Verkehrsunfälle, bei welchen die Geschwindigkeit die entscheidende Rolle spielte, im letzten Jahr noch um 36 % auf 49 Unfälle gestiegen, reduzierten sich diese Unfälle 2020 um fast 33% auf 33 Unfälle. Die Zahl der verletzten Personen ging in diesem Segment von 39 auf 34 Verletzte zurück. Die Polizei wird dennoch auch weiterhin gehalten sein, durch Geschwindigkeitskontrollen, insbesondere auch durch Laser-Handmessgeräte, diese erfreuliche Entwicklung zu unterstützen bzw. zu forcieren.

Unfallursachen (Quelle: PI Hauzenberg)

Tödliche Verkehrsunfälle

Auch im vergangenen Jahr gab es einen Verkehrstoten zu beklagen. Ein 51-jähriger Motorradfahrer wurde auf der B 388 bei Pölzöd bei einem Überholvorgang tödlich verletzt.

Überwachung im Straßenverkehr

Im abgelaufenen Berichtsjahr wurde neben den allgemein verkehrspolizeilichen Überwachungen wie Geschwindigkeits- und Schwerverkehrskontrollen auch ein besonderes Augenmerk auf den Bereich Gurtanlegepflicht und Handy am Steuer gerichtet. Dabei mussten insgesamt  84 Pkw-Insassen wegen nicht angelegtem Gurt gebührenpflichtig verwarnt, 40 Pkw-Lenker wegen Handy-Benutzung und 196 Pkw-Führer bei 149 Geschwindigkeitsmessungen mit dem Handlasermessgerät beanstandet werden. Gegen 46 Pkw-Lenker musste hier ein 1-monatiges Fahrverbot angeordnet werden.

Fasst man die Geschwindigkeitsmessungen aller beteiligten Messdienststellen im Zuständigkeitsbereich der PI Hauzenberg zusammen, so wurden im Berichtsjahr 2020 bei 219 Messungen 981 Fahrzeug-Lenker wegen Geschwindigkeitsverstößen beanstandet und bei 85 Betroffenen ein Fahrverbot angeordnet. Bei allen Kontrollen, allein im Bereich der Verkehrsordnungswidrigkeiten, im Zuständigkeitsbereich der PI Hauzenberg, wurden Bußgelder bzw. Verwarnungen in Höhe von ca. 89000 Euro verhängt.

Schwertransporte

Vergangenes Jahr mussten deutlich weniger Schwertransporte begleitet werden. Die Begleitungen haben sich von 82 auf 42 Begleitungen nahezu halbiert. Mittlerweile können bestimmte Schwertransporte von Wegscheid zur Autobahn ohne Polizeibegleitung durchgeführt werden. Eine weitere Schwertransportstrecke von Hauzenberg zur Autobahn befindet sich in der Genehmigungsphase.

Die 5-Jahres-Grafik der Jahre 2016 – 2020 zeigt einen deutlichen Rückgang der Unfallzahlen (Quelle: PI Hauzenberg)

Unfallschwerpunkte

Als Unfallhäufungspunkt hat sich die Einmündung der Kreisstraße 44 in die Kreisstraße 53 an der Kläranlage am Rannasee entwickelt. Innerhalb von 18 Monaten kam es hier zu 7 Verkehrsunfällen mit Personenschaden. Unter der Beteiligung aller Fachdienststellen wurden ein neuer größerer Verkehrsspiegel und ein Stoppschild angebracht. Des Weiteren wurde die Geschwindigkeit auf der PA53 im Einmündungsbereich auf 70 km/h reduziert, wodurch man sich eine positive Unfallentwicklung verspricht.

Die getroffenen Maßnahmen auf der Staatsstraße 2319 von Hundsruck nach Kellberg waren erfolgreich. Im letzten Jahr ereigneten sich in diesem Bereich lediglich zwei Verkehrsunfälle mit Verletzten, wobei in beiden Fällen die Fahrzeuglenker alleinbeteiligt in den Straßengraben fuhren.