(Bild/Quelle: Siemens.com)

Siemens fügt der Region Passau tiefe Wunden zu

Der SPD-Landtagsabgeordnete und frühere 1. Bevollmächtigte der IG Metall Passau Bernhard Roos ist voller Zorn und Enttäuschung über den zweiten großen Schlag gegen die Beschäftigten in der Region durch den Weltkonzern Siemens.

„Beim Politischen Aschermittwoch 2003 standen wir mit der Protestresolution gegen die Schließung des Siemenswerks Passau-Heining nach der Demo vor dem Werk an der Nibelungenhalle und forderten den damaligen Wirtschaftsminister Erwin Huber auf, die Staatsregierung solle auf Siemens einwirken. Nächsten Dienstag protestiere ich mit den Kolleginnen und Kollegen vor dem Werkstor in Ruhstorf gegen den Radikalkurs des Managements, holen Seehofer und Aigner ins Boot und hoffen auf bessere Resultate als damals!“, formuliert Roos.

Die 120-jährige Industriegeschichte am Standort dürfe nicht gefährdet, das Erbe der Lohers nicht verraten werden. Nach der Siemens-Übernahme 2005 habe man auf die Kapitalkraft gesetzt und viele Investitionen realisiert, sowohl technische Expertise und ökonomische Wettbewerbsfähigkeit ist gegeben.

„Leider ist Ruhstorf derzeit insgesamt geschwächt, während früher Hatz und Loher sich gegenseitig bei kleineren und größeren Krisen geholfen hatten, sieht es aktuell düster aus“, so der Sozialdemokrat. „Und ich empfehle Siemens dringend, nicht zu meinen, auf das hervorragende Können der Facharbeiter – egal ob im Blaumann oder im Business-Anzug – verzichten zu können!“

Zudem ist der Abgeordnete von Siemens –Boss Joe Kaeser persönlich tief enttäuscht. „Wer wie er Ruhe im Unternehmen verspricht, zu einseitig per Fracking auf den Boom in den USA setzt, nun vom Ölpreisverfall kalt erwischt wird und trotzdem den Aktionären Boni verspricht, darf dies nicht auf dem Rücken der niederbayerischen Belegschaft abladen!“

Neben dem allfälligen Ruf nach der Staatsregierung wird MdL Bernhard Roos via MdB Christian Flisek, SPD, den Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel einbinden, der gerade energiepolitischen Einfluss auf die Siemens-Konzernspitze ausüben kann.

Schlussendlich kommt auch Markus Rinderspacher, der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion am Donnerstag, den 17. März nach Passau und Ruhstorf, um mit Betriebsrat, IG Metall, Unternehmensvertretern und Lokalpolitik Lösungsmöglichkeiten zu erörtern.

(Pressemitteilung, SPD-Landtagsabgeordneter Bernhard Roos v. 11.03.2016)