Online-Austausch: Maria 2.0 – Frauen vernetzen sich

Im Rahmen eines virtuellen Treffens erfolgte ein Austausch zur Initiative Maria 2.0 (Screenshot: KDFB)

Passau. Begonnen hat alles in einem Lesekreis in Münster 2019 – aus dem Antrieb, für einen Weg zu kämpfen, „der es uns und auch den nachfolgenden Generationen nicht nur erträglich macht, sondern sogar Freude, in dieser Kirche zu bleiben!“ Als freie Initiative von Frauen, entstanden nach und nach in ganz Deutschland Maria 2.0-Gruppen.

Die Forderungen dieser Initiative, die erst vor kurzem in einigen Städten und Ortschaften medienwirksam in Form von Thesen an Kirchentüren angeschlagen wurden, sind nicht neu. Auch der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) und die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) setzen sich seit Jahrzehnten für eine geschlechtergerechte Kirche ein und fordern die Weihe von Frauen. Auch in der Diözese Passau gibt es Frauen, die aufgehorcht haben, als sie von Maria 2.0 erfuhren und sich gerne mit Gleichgesinnten vernetzen wollen. Sie haben beim KDFB auf Diözesanebene nachgefragt. Nun haben sich alle Interessierten zu einem Online-Treffen versammelt. Zehn engagierte Frauen tauschten sich mit Diözesanvorsitzender Bärbel Benkenstein-Matschiner, geistlicher Begleiterin Hildegard Weileder-Wurm und Bildungsreferentin Tanja Kemper aus.

Mit Hilfe des Whiteboards wurden Anregungen und Ideen gesammelt (Quelle: KDFB)

Schon bei der Vorstellungsrunde wurde spürbar, mit welchem Engagement und Herzblut Frauen für ihre Kirche entreten – dafür, „dass sie sich ändert, um bleiben zu können“, so eine Teilnehmerin. „Wir sind keine Spalterinnen, sondern Sorgerinnen“, betonte eine andere. Die Frauen, die aus dem ganzen Diözesangebiet stammen, freuten sich, auf Frauen zu treffen, die ebenso wie sie unter der derzeitigen Kirchensituation leiden, für die aber Austreten keine Option ist. „Wir müssen uns zusammentun und eine lautere Stimme werden“, waren sie sich einig und vereinbarten, sich weiter zu treffen und gemeinsam Veranstaltungen zu planen. Unter Umständen lassen sich auch Maria 2.0-Gruppen gründen. Der KDFB will mit ihnen im Dialog sein und die gemeinsamen Forderungen ebenfalls weiter voranbringen.