Kommunales Lastenrad-Mietsystem

(Quelle: lastenrad.bayern.de)

Ausschreibungen stehen in den Startlöchern

Passau. Nachdem sich die Stadt Passau erfolgreich um das vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr ausgeschriebene Modellprojekt „Lastenrad mieten, Kommunen entlasten – Aufbau eines Lastenradmietsystems in Kommunen“ beworben hat, stand das Thema gestern erneut auf der Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Mobilität. Als nächster Schritt soll die Verwaltung beauftragt werden, die verschiedenen Leistungen auszuschreiben, damit der Betrieb zum 01.07.2021 starten kann.

Oberbürgermeister Jürgen Dupper: „Ein Lastenfahrrad hat vielfältige Einsatzmöglichkeiten und kann vor allem auf kürzeren Strecken und im Stadtgebiet eine sehr gute Alternative zum PKW darstellen. Die Voraussetzung dafür ist sicherlich, dass wir mit guten Partnern zusammenarbeiten und das Angebot dahin bringen, wo Nutzungspotenzial vorherrscht.“

Im Rahmen des Lastenrad-Mietsystems sollen 24 elektrisch unterstützte Lastenräder an 12 öffentlichen Mietradstationen rund um die Uhr und vollautomatisch im Stadtgebiet gemietet werden können. Die geplanten Ausschreibungen umfassen die Lieferung der Räder, der Stationen und der Ladeinfrastruktur sowie den Betrieb und die Wartung des Lastenrad-Mietsystems. Die Vergabe soll dann voraussichtlich bis Mai 2021 erfolgen können.
Die Standorte der Mietstationen wurden nach Kriterien wie z. B. dicht besiedelte Wohngebiete, gut frequentierte Straßen und Plätze, Platz für mindestens zwei Lastenräder, nicht im Überschwemmungsgebiet, ausgewählt. Es ist beabsichtigt, mit dem Betrieb des Lastenrad-Mietsystems spätestens zum 01.07.2021 zu beginnen. Zunächst sollen mindestens vier Stationen errichtet werden. Die restlichen Stationen sollen dann spätestens zum 01.09.2021 genutzt werden können.

Das Projekt soll grundsätzlich den Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu Lastenrädern erleichtern und den Alltagsradverkehr, auch entsprechend des städtischen Radverkehrskonzepts erhöhen.

Das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr hatte im Mai zur Bewerbung aufgerufen, 98 Kommunen reichten daraufhin ihre Unterlagen ein. Acht Städte und Gemeinden wurden schließlich von einer Fachjury ausgewählt, darunter die Dreiflüssestadt Passau. Das Projekt ist zum 1. September angelaufen und erstreckt sich auf die Radsaisons 2021 und 2022 mit Abschluss zum 31. Dezember. Ziel des Projekts ist es, ein nachhaltiges kommunales Lastenbeförderungssystem zu erproben, auszuwerten und auf Übertragbarkeit auf andere Städte und Gemeinden zu prüfen. Die Modellkommunen werden mit bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten bei der Anschaffung von Lastenrädern und den begleitenden Investitionen, etwa für die Errichtung von Stellplätzen oder für technische Komponenten des Verleihsystems, gefördert.