Trotz zahlreicher Warnschilder am Zaun wurde das Fütterungsverbot missachtet (Foto: MuW/m.wagner)

Füttern verboten

Unerlaubte Fütterung hatte fatale Auswirkungen – fünf Schafe qualvoll verendet

Hutthurm. „Meine Schafe sind meine Familie“, erklärt Schäfer Christoph aus Hutthurm. Mit viel Hingabe kümmert er sich tagein, tagaus um seine Herde, welche aus 120 Walliser Schwarznasenschafen besteht. Umso mehr hat es ihn getroffen, als er in den letzten Tagen den qualvollen Tod fünf seiner Herdentiere verkraften musste. „Und leider sind noch immer nicht alle Tiere über dem Berg. Einige Schafe stehen unter tierärztlichen Beobachtung, wir hoffen aber, dass sie sich bald erholen.“

Unerlaubte nächtliche Fütterung

Grund für den Ausbruch der Krankheit unter den Schafen ist eine unerlaubte Fütterung über den Weidezaun. Was (vermutlich) gut gemeint war, ist jedoch sehr gefährlich: Unter den Gartenabfällen befanden sich unter anderem Eibenreste – eine für Schafe giftige Strauchart. Auch halb vergorene Äpfel setzten den Mägen der Schafe zu stark zu.

Um 120 Walliser Schwarznasenschafe kümmert sich Schäfer Christoph täglich (Foto: MuW/m.wagner)

Als der Schäfer am nächsten Morgen den in der Nacht stattgefundenen Einwurf bemerkte, hatten bereits einige der Tiere von den Abfällen gekostet. Sofort wurde der Tierarzt gerufen, dieser konnte nur noch die Todesursache der Tiere feststellen.

Lob von Tierarzt und Veterinäramt

Betroffen von dem Vorfall ist auch Karl Vogl, auf dessen Grundstück die Schafweide sich befindet. Er ist ein großer Unterstützer des jungen Schäfers und hat immer ein offenes Ohr für dessen Sorgen. „Es tut mir im Herzen weh, wenn ich diese schönen Tiere so leiden sehen muss. Und natürlich merke ich, wie nahe Christoph diese Vergiftung seiner Tiere geht. Schließlich lebt er von und mit den Schafen“, erzählt Karl Vogl. Und ergänzt: „Sowohl der zuständige Tierarzt als auch das Veterinäramt haben uns einmal mehr bescheinigt, dass die exotischen Rassenschafe hier bei uns eine optimale und artgerechte Tierhaltung erfahren. Ich hoffe, dass die Menschen durch diesen Vorfall vielleicht vorsichtiger handeln und weitere Vergiftungen verhindert werden können.“

Hoffen beide, dass sich der Gesundheitszustand der übrigen erkrankten Schafe bald stabilisiert (v.l.): Karl Vogl und Schäfer Christoph (Foto: MuW/m.wagner)

Und auch Schäfer Christoph möchte die Aufmerksamkeit nutzen, um an alle Menschen zu appellieren: „Bitte niemals fremde Tiere ohne Erlaubnis der Besitzer füttern – oftmals weiß man eben nicht, was man mit einer gut gemeinten Tat für qualvolle Folgen auslösen kann.“