Das große Ganze und das Familiäre, Persönliche

Nach einhundert Tagen im Amt zieht der neue Malteser Diözesanleiter Max-Georg Graf von Arco auf Valley eine erste Bilanz (Foto: Malteser)

Graf Arco ist 100 Tage als Diözesanleiter der Malteser im Amt

Passau/Eichendorf. Seit 1. Januar 2021 ist Max-Georg Graf von Arco auf Valley aus Adldorf bei Eichendorf Diözesanleiter der Passauer Malteser. Nach einhundert Tagen im Amt berichtet er über seine ersten Erfahrungen.

Die Malteser haben in seiner Familie Tradition, betont Graf Arco: „Schon meine beiden Großväter und mein Vater waren Malteser und haben sich hier zeitlebens stark engagiert. Und ich stehe in der Tradition meines verehrten Vorgängers Baron Aretin, der über sage und schreibe 30 Jahre das Amt des Diözesanleiters sehr präsent und erfolgreich ausgefüllt hat.“

Das Besondere an den Maltesern sei für ihn zum einen das große Ganze: „Überall auf der Welt finden wir das achtspitzige Kreuz und ich weiß gleich: Aha, ein Malteser. Allein in Deutschland zählen wir über eine Million Ordentliche Mitglieder und Förderer sowie etwa 70.000 Ehren- und Hauptamtliche an über 700 Standorten. Zum anderen das Familiäre, das Persönliche. Ich kenne nicht nur die Funktion, sondern ich weiß, wer sie ausfüllt, kenne die Namen, die Hobbies und eventuell sogar die zugehörige Familie.“

Auf die Frage, was es für ihn bedeute, der höchste ehrenamtliche Malteser in der Diözese zu sein, antwortet Graf Arco: „Als Malteser sind wir Teil der katholischen Kirche. Und wir setzen uns ein für Menschen in Not – nicht aus einem (bloßen) Humanismus, sondern aus unserem Glauben, aus unserer christlichen Überzeugung heraus. Es ist mir daher eine außerordentliche Ehre, hier für die Malteser ehrenamtlich tätig sein zu dürfen.“

Schon vor seiner Zeit als stellvertretender Diözesanleiter (November 2019 bis Dezember 2020) und jetzt als Diözesanleiter war Graf Arco Malteser: „Hier haben mich vor allem die Malteser-Wallfahrten nach Lourdes geprägt. Ich habe zu einer Zeit angefangen, als noch überwiegend Wallfahrtszüge zum Einsatz gekommen sind. Später erfolgte dann in vielen Diözesen ein Wechsel zum Flugzeug. In manchen Jahren bin ich sogar zweimal als Helfer mit nach Lourdes gefahren.“

„Äußerst freundlich und herzlich“, hätten ihn die Kolleginnen und Kollegen in der Diözesanvorstandschaft aufgenommen, berichtet Graf Arco, und erklärt: „Ihre Offenheit sowie ihr Wille, wirklich etwas bewegen zu wollen, haben mich tief beeindruckt. Eine ganz starke Mannschaft, die ein faires kollegiales Miteinander pflegt.“ Besonders positiv in der Zusammenarbeit findet Graf Arco, dass die Mitglieder neben den Vorstandssitzungen auch viel miteinander telefonieren und sich intensiv austauschen.

Corona habe vieles verändert, das hat Graf Arco auch in seinem neuen Amt bei den Maltesern zu spüren bekommen: „Zu den ehrenvollen Aufgaben eines Diözesanleiters gehört es, die aktiven Malteser in den Gliederungen zu besuchen. Dies war leider pandemiebedingt bislang nicht möglich.“ Überhaupt habe Corona vieles verändert. „Ausbildungen, Gruppenstunden oder Dienstbesprechungen mussten in den digitalen Raum verlegt beziehungsweise in Online-Veranstaltungen umgewandelt werden. Gleichwohl ist es uns stets gelungen, die hohen an uns gestellten Anforderungen zur vollsten Zufriedenheit zu erfüllen“, kann der neue Diözesanleiter der schwierigen Situation auch etwas Positives abgewinnen.

Nach einhundert Tagen im Amt zieht Graf Arco ein erstes Resümee: „Ich muss vor allem unseren Hauptamtlichen einen Riesenrespekt zollen und ein großes Kompliment aussprechen. Gerade, was die verschärften Coronaregelungen angeht, standen sie mit Rat und Tat bereit, haben die Dienste bestmöglich erfüllt und dank vorausschauender Planung waren wir es auch, die bereits vor allen anderen mit Schnelltestungen und entsprechenden Schulungen Anfang Februar am Start waren.“

Ein Highlight sei es für ihn, „dass wir Passauer Malteser endlich auch einen eigenen Herzenswunsch-Krankenwagen haben, mit dem wir todkranken Menschen einen letzten (Reise-)Wunsch erfüllen können. Hier danke ich allen, die sich dafür eingesetzt und das ermöglicht haben.“

Graf Arco gibt auch einen Einblick in Privates und Berufliches außerhalb der Malteser-Welt: „Ich bin 43 Jahre alt, geboren in Landshut, wohne in Adldorf, bin seit 2014 glücklich verheiratet und seit 2016 Vater eines Sohnes. Beruflich bin ich in der Geschäftsleitung der Gräflichen Brauerei Arco Valley und des Adldorfer Mineralbrunnens tätig. Darüber hinaus bin ich im Immobilienbereich unterwegs und befasse mich mit Projektentwicklung und Projektsteuerung. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Revitalisierung von Standorten. Daneben bekleide ich zwei Aufsichtsratsmandate im Energiesektor.“