Corona-Demo am Wochenende in Passau

Passau. Auf der bewusst klein gehaltenen Gegendemonstration am Sonntag gegen die angemeldeten Kundgebungen der selbst ernannten Corona-Rebellen (CR) und Querdenker artikulierten ca. 150 Passauer Bürgerinnen und Bürger unter dem Motto „Maske auf – Fresse zu“ ihren Unmut und ihre Sorge über die ca. 800 überwiegend auswärtigen Demonstraten, die mit Bussen aus Bayern und darüber hinaus nach Passau gekommen waren, um die Existenz und Gefährlichkeit der CoVid-19 Pandemie zu leugnen und zu relativieren.

Während die Gegendemonstraten bereits in ihrem Aufruf auf die Notwendigkeit der AHA-Regeln hinwiesen und diese auch konsequent beachteten, hielten es auf der CR-Veranstaltung nicht wenige Teilnehmerinnen und Teilnehmer für überflüssig, sich daran zu halten und klatschten stattdessen Rednern Beifall, die die Existenz der Pandemie leugneten, sie mit einer der üblichen Grippewellen gleichsetzen und die von unterschwelligem Antisemitismus getragenen Verschwörungsmythen verbreiteten.

Das breite (Gegen-) Bündnis bestand aus Vertretern von Grünen, SPD, Linken und deren Jugendorganisationen, DGB Passau, Runder Tisch gegen Rechts Passau e.V., Fridays for Ture, Seebrücke, LUKS, SDS, NullAcht51, Pro Choice, ZAKK und des Dokumentationsprojekts linksrum geschwurbelt.

In den Redebeiträgen wurde vor allem die Verantwortungslosigkeit der Veranstalter thematisiert, in Zeiten stark steigender Inzidenzen den nach ihrer Aussage „Schwung aus Kassel nach Passau zu tragen“. Dies sei eine Veröhnung und ein Schlag ins Gesicht der Angehörigen von Zehntausenden Toten und der Pflegekräfte, die seit Monaten am Rand der Erschöpfung und darüber hinaus arbeiten müssten. Die selbst ernannten Corona-Rebellen würden nicht nur das Pandemiegeschehen, sondern auch die Folgen in Krankenhäusern und Pflegeheimen sehenden Auges ignorieren und stattdessen durch ihre Veranstaltungen nicht nur in Passau die kritische Situation weiter verschärfen. Nur gemeinsam könne man das Pandemiegeschehen in den Griff bekommen.

Es wurde auch deutlich gemacht, dass die Gegendemonstraten sich bewusst seien, dass auch ihre Veranstaltung das Risiko von Infektionen prinzipiell erhöhe. Angesicht der Verbreitung aggressiver Verschwörungsmythen und des Umstandes, dass den Passauern diese CR-Demonstration von außen aufgedrückt wurde, betrachtet man die Gegenveranstaltung aber als einen Akt der Notwehr.

Die Redner forderten vielfach die CR-Demonstraten auf, ‚unsere‘ schöne Stadt nicht mit ihrer Anwesenheit zu belästigen und äußerten die Hoffnung, nicht erneut deswegen auf die Straße gehen zu müssen, um deutlich zu machen, dass Passau künftig von diesem ‚Schmarrn‘ verschont bleiben möge.