Per Videokonferenz tauschten sich die Ortsvorsitzenden der Caritas mit den Diözesanverantwortlichen und den beiden Vorständen des Passauer Diözesan-Caritasverbandes, Michael Endres und Diakon Konrad Niederländer, aus (Screenshot: Caritas)

Caritas blickt trotz Corona zuversichtlich nach vorne

Die Caritasvereine sind in der Corona-Krise vor Ort für die Menschen da – Zehn neue Vorsitzende

Passau (can). Es sind für die Ortsvereine der Caritas keine leichten Zeiten. Die Corona-Pandemie macht viele Dienste und Veranstaltungen vor Ort kaum oder nur schwer möglich. Beim ersten Online-Diözesantreffen am Samstag, 27. März, blickten die Vorsitzenden dennoch mit Zuversicht in die Zukunft. Gemäß dem Jahresmotto der Caritas „Das machen wir gemeinsam“.

Die Kraft des Ehrenamtes haben die Caritasvorstände Michael Endres, Diözesan-Caritasdirektor, und Diakon Konrad Niederländer, Bischöflich Beauftragter, dabei unterstrichen. Die vielen ehrenamtlich Tätigen würden gerade in der Corona-Zeit der Caritas und der Kirche ein Gesicht geben. Generell sei es nötig, in pastoralen Räumen und Pfarreien die Arbeit von Seelsorge und Caritas eng zu verzahnen. Denn karitativer Dienst sei elementar. Eine besondere Rolle gerade für Familien kommt den Kindertageseinrichtungen zu.

Veranstaltungen auf Ortsebene von Corona betroffen 

Besuchsdienste, Seniorentreffen, Kleiderläden, Tafelangebote oder direkte Unterstützung bis hin zu Vorstandssitzungen: all das habe man in der vergangenen Zeit äußerst beschränken müssen – zum Teil noch immer – und damit auch viele persönliche Kontakte. Das ergab der Austausch beim Treffen. Man habe sich zwar Online oder per Telefon beholfen. Hilfen seien in Form von Paketen verteilt, Aufmerksamkeiten zu den Festzeiten kontaktlos abgegeben worden. Aber, da waren sich die 50 Teilnehmenden einig, das ersetze nun einmal das persönliche Miteinander nicht. Dennoch habe man im vergangenen Jahr Menschen in Not helfen und Begleit-Angebote machen können.

Betroffen von der Pandemie waren auch die Caritas-Sammlungen. Aktionen im Pfarrbrief oder direkt in Briefkästen ersetzen die Haussammlung einfach nicht. Die Sammlerinnen und Sammler seien auch Kundschafter der sozialen Lage in den Orten. Sie bekämen mit, wo Menschen in der Nachbarschaft Not leiden. Die Ortsvorsitzenden wollen nun mit Mut nach vorne blicken und hoffen, dass sie mit dem Ende der Pandemie ihre Dienste absehbar wieder komplett anbieten können. „Gemeinsam schaffen wir das auch“, unterstrich die Abteilungsleiterin Gemeindecaritas, Ingrid Aldózo-Entholzner, die mit ihrem Team und den Referentinnen und Referenten in den Dekanaten die Veranstaltung organisiert und moderiert hat. Das jährliche Treffen musste vergangenen März coronabedingt abgesagt werden. Weil der Austausch unter den Verbänden auf Orts- und Pfarrebene wichtig ist, wurde für dieses Jahr das Online-Format gewählt. Und das sehr erfolgreich.

Caritasdirektor Michael Endres dankte für den großen Einsatz der Ehrenamtlichen. Für den Diözesanverband sei die Corona-Zeit eine große Herausforderung. Die Senioren- und Pflegeeinrichtungen hätten die vergangenen Monate mit großen Anstrengungen einigermaßen überstanden. Die Dienste für Menschen mit Behinderung in Wohnheimen, Werkstätten und Schulen seien ebenfalls nur durch höchst motivierte Mitarbeitende zu schaffen gewesen. Gerade für Personen mit Handicap sei es sehr belastend gewesen, die Wohnheime zeitweise nicht verlassen zu können. Das habe die Mitarbeitenden zusätzlich gefordert, so der Caritasvorstand. Zum 100-jährigen Jubiläum des Diözesanverbandes, das eigentlich im Jahr 2021 begangen worden wäre – Gründungstag war der 12. Januar 1921 – erläuterte der Direktor: das werde im kommenden Jahr gefeiert. Der bereits für 2021 geplante Ehrenamtstag zum Jubiläum am Samstag, 6. November, solle stattfinden.

Der Bischöflich Beauftragte, berichtete von den 83 Kindertageseinrichtungen, die inzwischen zum Diözesanverband gehören. Das unterstreiche die Zusammenarbeit mit den Pfarreien. Die Kitas, so Diakon Niederländer, sollen ein Ort der Kirche bleiben, und ein zentraler Ort für die Belange der Familien. Wenn in Familien akut Hilfe nötig sei, so der Caritasvorstand, stehe ihnen auch das Familienpflegewerk bei. Diese katholische Einrichtung werde durch das Bistum und den Bischof-Eder-Fonds unterstützt. Für 2021 seien 40.000 Euro vorgesehen, um rund 40 Familien für einen längeren Zeitraum entlasten zu können. Die Pfarr-Caritasverbände hätten dazu einen großen Beitrag geleistet. Die Jubiläumsfahrt nach Rom, so Diakon Niederländer, finde von 23. bis 29. Mai 2022 (um Christi Himmelfahrt) statt. Mit Blick auf die Corona-Situation sagte er, die Caritas müsse in schwerer Zeit Licht in die Welt und in die Kirche tragen. Damit verband er seinen Dank für jeden Einsatz in den Caritasverbänden vor Ort.

Zehn neue Vorsitzende in Pfarr- und Ortscaritasverbänden

Begrüßt wurden in der Runde zehn neue Vorsitzende in Pfarr- und Ortscaritasverbänden seit 2019 und damit seit dem letzten Diözesantreffen: Franz Aigner, in PCV Kastl, Diakon Paul Hartl in Frauenau,     Monika Heimlich in Osterhofen, Diakon Markus Hofbauer in Pocking, Lydia Hofbauer in Nöham, Willi Lindner in Kößlarn, Marianne Miketta in Bad Füssing, Sebastian Schlutz in Freyung, Christine Spann in Grattersdorf und Michael Winkler in Neßlbach. Ihre Bereitschaft ist besonders hoch einzuschätzen. Denn gerade langfristiges ehrenamtliches Engagement in einem Vorstand ist heute nicht mehr selbstverständlich.

Ostern ist auch der Auftrag zum Dienen

Der Fachbereichsleiter Gemeindecaritas, Konrad Haberger, gab in seinem österlichen Impuls den Teilnehmenden mit auf den Weg: wie Jesus Christus bei der Fußwaschung auf die Knie und zu gehen. Ihnen den Dienst zu erweisen. Dieses Handeln Jesu sei Vermächtnis und Auftrag an die Kirche. Dazu gehöre De-Mut, also Mut zum Dienen. Der Auftrag zum Tun der Nächstenliebe sei eine frohe Botschaft und gute Nachricht zum Osterfest.