Autonom fahrende elektrifizierte Bus-Shuttles

Autonomes Fahren (Symbol-Foto)

Untersuchung möglicher Strecken, zu erwartender Kosten und Fördermöglichkeiten

Passau. Wie bereits Anfang April vorgestellt, prüft die Stadt Passau derzeit eine Zukunftsidee, im Stadtgebiet elektrifizierte und autonom fahrende Bus-Shuttles einzusetzen. Der Passauer Bundestagsabgeordnete und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hatte den Anstoß dazu gegeben. Das Projektkonzept kommt von der ZF Mobility Solutions GmbH, einer 100 prozentigen Tochter der ZF Friedrichshafen AG sowie den weiteren Projektpartnern DB Regio Bus und Regionalbusverkehr Passau (RBP), ein Gemeinschaftsunternehmen der Firmen Eichberger und Lorenz sowie der Deutsche Bahn AG. Das Stadtratsplenum soll in seiner heutigen Sitzung die Verwaltung damit beauftragen, mögliche Streckenführungen, zu erwartende Kosten und Fördermöglichkeiten zu prüfen.

Damit das neue innovative Transportsystem auf den Weg gebracht werden kann, soll zunächst eine interne Arbeitsgruppe bestehend aus den betroffenen Fachstellen der Verwaltung gebildet werden, die im Austausch mit den Partnern des angedachten Projektes verschiedene Realisierungsmöglichkeiten analysiert und zu erwartende Kosten ermittelt. Die dafür anfallenden Kosten für die Konzepterstellung sind anteilig über den Vermögenshaushalt der Verkehrsplanung gedeckt.

Um das Projekt besser zu veranschaulichen, hat ZF den Prototyp des Bus-Shuttles in der Dreiländerhalle ausgestellt. Dieser könne 22 Passagiere (acht Sitz- und 14 Stehplätze) mit einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 40 Stundenkilometer und einer Reichweite von etwa 55 Kilometern durch das Stadtgebiet transportieren. Eine Schnellladung sei in zehn Minuten möglich.

Mit dem Einsatz solch einer innovativen Mobilitätsform kann auf den sich wandelnden
Bedarf im individuellen und im öffentlichen Verkehr wirksam reagiert und der städtische Verkehr effizienter gesteuert werden. Ein autonom fahrender Bus-Shuttle soll den motorisierten Individualverkehr reduzieren und eine umweltfreundliche und moderne Fahrweise ermöglichen. Mit der ZF Mobility Solutions GmbH könnte das technologische Know-how vor Ort für Service- und Wartungsangebot genutzt werden. Der Begriff autonomes Fahren beschreibt in der Regel selbstfahrende Fahrzeuge oder Transportsysteme, die sich ohne Eingriff des menschlichen Fahrers zielgerichtet fortbewegen.

ZF hat über das Unternehmen „2getthere“, bei dem es 2019 die Mehrheit erworben hat, bereits seit 1997 u.a. an Flughäfen, in Gewerbe- und Themenparks sowie in städtischer Verkehrsinfrastruktur autonom fahrende Fahrzeuge im Einsatz. Sie haben dabei über 100 Millionen Kilometer zurückgelegt und 14 Millionen Fahrgäste befördert.

Die DB Regio Bus ist mit ihren Tochtergesellschaften eines der größten Busunternehmen in Deutschland. Sie hat bereits im Rahmen erster Pilotbetriebe mit hochautomatisierten Shuttlebussen Erfahrungen im ÖPNV gesammelt.