Terme Bad Birnbach (Foto: Alexander Steinkohl)

Aus Krise kann auch Chance werden

Zweckverband Bad Birnbach blickt optimistisch nach vorne – Lockdown für Arbeiten genutzt

Bad Birnbach. Ohne Frage ist die Situation im Moment auch für die Rottal Therme Bad Birnbach eine sehr große Herausforderung. Bis zum 26. Oktober, dem Tag als die zweite Schließung im Zuge der Corona-Krise begann, kamen heuer mit rund 181.000 Besuchern nur etwa 53 Prozent im Vergleich zum Vorjahr in das „Ländliche Bad“. Dass die Krise auch eine Chance sein kann, hob Werkleiterin Josefine Kohlmeier bei der Zweckverbandsversammlung am Donnerstag hervor.

„Wir sind sehr froh, dass auch wir von der Novemberhilfe des Bundes profitieren dürfen. Finanziell tut uns das gut.“ Zudem versuche man sich bereits für das kommende Jahr aufzustellen, indem manche Arbeiten, die für 2021 geplant waren, vorgezogen wurden. Aus der Trockensauna wurde eine Erlebnissauna, Filter wurden gewechselt, Fliesenfugen und Fenster erneuert, ein Raum für die Pediküre neu gemacht und zuletzt eine Café-Launch mit Internetzugang angelegt. Großes Entwicklungspotential sieht Kohlmeier vor allem im Bereich der Präventivkur AGES, mit der Bad Birnbach deutschlandweit Vorreiter ist und bereits viele Schlagzeilen gemacht hat. Der Vorsitzende des Zweckverbandes, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, ergänzte außerdem, dass man womöglich durch die Reiseeinschränkungen mehr Menschen dazu bringe, die Angebote in Niederbayern zu nutzen. „Hier bekommen wir Kunden zurück und können auch neue für uns begeistern.“

Bürgermeisterin Dagmar Feicht war trotz der vielen Verluste immerhin froh über die Übernachtungszahlen im Sommer, die von Juni bis September wieder kontinuierlich angestiegen waren. Um „gerüstet zu sein, wenn es wieder losgeht“ stellte sie kurz die flexibel angesetzten Marketingmaßnahmen für 2021 vor und betonte: „Es geht nur gemeinsam, damit wir wieder aus der Krise rauskommen.“ Sie bedankte sich für die hervorragende Zusammenarbeit mit der Thermenleitung und allen im Zweckverband. Die Räte gaben dann auch ihre Zustimmung für die Haushaltssatzung mit Wirtschaftsplan 2021, der nach einem Anstieg der Verbandsumlage – geschuldet auch der Corona-Krise – nach und nach in den Folgejahren eine geringere Verbandsumlage zum Ziel hat. Verbandsrat Josef Hasenberger wollte wissen, warum keine Einsparungen bei den Energiekosten während der Schließungswochen zu erkennen seien. Grund dafür ist einerseits die CO2-Abgabe in Höhe von 76.000 Euro, die heuer erstmals zu Buche schlägt sowie die Tatsache, dass die Becken mit Thermalwasser gefüllt bleiben und dementsprechend auch die Pumpen laufen müssen. „Wir haben zwar null Einnahmen, aber leider nicht null Kosten“, bedauerte Kohlmeier.

„Es war klar, dass die Situation nicht spurlos an uns vorbeigeht. Vor einem Jahr hätten wir uns das so nicht träumen lassen“, unterstrich Olaf Heinrich. Doch auch er sieht Bad Birnbach sehr gut für die Zukunft aufgestellt. Zumal durch die Neustrukturierung der fünf Heil- und Thermalbäder in Niederbayern auch insgesamt Einsparpotentiale für die Zweckverbände entstehen könnten. „Es geht uns dabei, neben der Außendarstellung, intern vor allem um Effizienzsteigerungen. Wir wollen uns noch besser aufstellen – mit dem Ziel, auch in Zukunft leistungsfähige und geringdefizitäre Einrichtungen zu haben“, schloss der Bezirkstagspräsident.