Positive Stimmung bei der Diözesanversammlung der Malteser (v.l.): Passaus stellvertretende Landrätin Roswitha Toso, Diözesangeschäftsführer Rainer F. Breinbauer, die Passauer Bürgermeisterin Erika Träger, Diözesanseelsorger Stadtpfarrer Johannes B. Trum, die neue Helfervertreterin in der Diözesanvorstandschaft Stephanie Breinbauer, Diözesanleiter Max-Georg Graf von Arco auf Valley, der neue Helfervertreter in der Diözesanvorstandschaft Walter Scheu jun., die neue Delegierte zur Bundesversammlung Judith Egger und ihr Ersatzmann Michael Walch (Foto: Friedsam)

Aktiv und tatkräftig in die Zukunft

28. Diözesanversammlung der Malteser

Passau. „Mich freut es, dass wir endlich wieder beieinander sein können. Austausch, Zusammenkommen, Miteinander-Sein, Malteser-Gemeinschaft spüren. Darum geht es heute.“ Mit diesen Worten hieß Diözesangeschäftsführer Rainer F. Breinbauer aktive und passive Malteser-Mitglieder zur 28. Diözesanversammlung in der Landwirtschaftlichen Berufsschule in Passau willkommen.

Die Versammlung hätte eigentlich schon im vergangenen Jahr stattfinden sollen. Dies war aber aufgrund der Corona-Bestimmungen nicht möglich. Wie wichtig den Maltesern persönliche Treffen sind, zeigte die große Teilnehmerzahl. Schon lange sind nicht mehr so viele Mitglieder zu der alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltung gekommen.

Diözesanleiter Max-Georg Graf von Arco auf Valley knüpfte an die Worte des Geschäftsführers an und bekräftigte: „Das Bedürfnis, sich zu sehen, sich auszutauschen, ist einfach da. Mit so vielen Teilnehmern hätten wir nicht gerechnet.“

Am Anfang der Veranstaltung stand ein Wortgottesdienst mit Diözesanseelsorger Stadtpfarrer Johannes B. Trum, auch zum Gedenken an den im Juni verstorbenen stellvertretenden Diözesanleiter und Kreisbeauftragten Freyung-Grafenau Ludwig Berger. Der Geistliche stellte diesen unter das Motto „Regeln.“

„Es ist eine schwere und anstrengende Zeit, die uns allen gerade auch als Malteser viel abverlangt. Viele halten sich an die bestehenden Regeln. Andere stellen sie infrage, protestieren heftig gegen die Corona-Maßnahmen. Der Ton wird schärfer und viele machen sich Sorgen um den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft“, so Pfarrer Trum. „Regeln sollen Leben nicht niederdrücken, sondern Leben ermöglichen. Wir erhoffen uns, dass das auch bei den Regeln, die wir uns als Malteser auferlegen, so ist.“

Im Anschluss wählten die Malteser unter Leitung von Vorstandsmitglied Eduard Schmid zwei Vertreter der Helferschaft in die Diözesanvorstandschaft. Es sind dies Stephanie Breinbauer aus Hauzenberg und Walter Scheu jun. aus Pocking. Zur Delegierten zur Bundesversammlung wurde Judith Egger aus Grafenau gewählt, als Ersatzdelegierter fungiert nunmehr Michael Walch aus Pocking.

Zum öffentlichen Teil konnte Graf Arco neben den zahlreichen Maltesern, darunter auch viele seiner Vorstandskollegen, seinen Vorgänger Georg Adam Freiherr von Aretin sowie als Vertreterin von Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper Bürgermeisterin Erika Träger und die stellvertretende Passauer Landrätin Roswitha Toso begrüßen.

„Es ist mir eine Freude, Ihnen den Tätigkeitsbericht für die Jahre 2018 und 2019 vorzutragen. Sie werden sehen, dass wir Malteser in Passau sehr engagiert sind und aktiv und tatkräftig in die Zukunft gehen“, erklärte der Diözesanleiter. Der Bericht war in der Tat sehr beeindruckend. Nicht nur, was die Vielzahl der Aktivitäten angeht, sondern auch im Hinblick auf die Zahlen.

So unterstützten im Jahr 2018 20.827 Mitglieder die Malteser, 2019 waren es 21.206. „Ein herzliches Vergelt’s Gott“, sagte Graf Arco „an alle unsere Mitglieder und unsere Förderer, die durch ihre finanzielle Unterstützung und Verbundenheit das Rückgrat unserer Finanzen darstellen.“

Anschließend berichtete er über die Aktivitäten des Sozialen Ehrenamtes, zu dem der Besuchsdienst, der Seniorentreff in Passau, der mobile Bücherlieferdienst MEB-Mobil, die Ausflugs- und Wallfahrten, die Organisation des Seniorenballs in Passau, die Beteiligung an der bundesweiten Nikolausaktion und seit 2019 auch der Herzenswunsch-Krankenwagen gehören. Im Jahre 2019 wurde das Kochbuch „Des ess ma mia am liabstn“ präsentiert, dessen erlös dem Sozialen Ehrenamt zugute kommt.

Auch die Malteser Jugend habe eine beeindruckende Statistik vorzuweisen, so Graf Arco weiter. So gibt es acht Jugendgruppen in Ruderting, Pocking, Passau-Stadt, Fürholz, Philippsreut, Annathal, Vilshofen und Passau-Grubweg.

In der Auslandshilfe, für die sich der verstorbene Ludwig Berger sehr engagiert habe, seien für die Partnergruppe im ungarischen Sopron verschiedene Unterstützungsaktionen durchgeführt worden, in der Flüchtlingshilfe in den Berichtsjahren Helferkreise in Osterhofen, Salzweg und Aidenbach mit rund 70 Helfern aktiv gewesen.

Der Bereich Ausbildung sei ebenfalls sehr gut aufgestellt, so Graf Arco weiter: „Wir bieten sehr viele verschiedene Kurse. Erfreulicherweise konnten auch wieder rettungsdienstliche Aus- und Fortbildungen durchgeführt werden.“

Im Rettungsdienst betrieben die Malteser sieben Wachen. 2019 waren 40 Mitarbeiter beschäftigt, dazu fünf Auszubildende, vier Bundesfreiwillige und zwei studentische Aushilfen. „Zur Unterstützung des Rettungsdienstes stehen die Unterstützungsgruppen im Rettungsdienst (UGRD) dem regulären Rettungsdienst ehrenamtlich bei Großeinsätzen zur Seite“, erklärte Graf Arco.

„Bei dem größten und umfangreichsten unserer Dienste handelt es sich um den Sonderfahrdienst. Täglich werden die Kinder der St. Severin- und Don-Bosco-Schule in Passau von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern pünktlich zur Schule gefahren und nachmittags wieder abgeholt“, so der Diözesanleiter weiter. 222 Mitarbeiter wären hier 2018 und 238 in Jahre 2019 im Einsatz gewesen. Allein 2018 seien hier 2,5 Mio. km zurückgelegt worden.

Die Entwicklung im Schulbegleitdienst hätte sich in den letzten Jahren äußerst positiv gezeigt, berichtete Graf Arco.

Zwei Dienste, die eine wertvolle Unterstützung im sozialen Miteinander sind, seien der Hausnotruf und der Menüservice. Im Jahre 2019 seien es 1.617 Hausnotruf-Teilnehmer in der Diözese Passau gewesen und im selben Jahr 21.237 Essen heim zu den Abnehmern gebracht worden.

Die Bemühungen, die Dienststelle in Altötting zu etablieren, würden langsam, aber sicher Erfolge verzeichnen. So habe 2018 dort die erste Ausbildung für Ehrenamtliche im Besuchsdienst stattgefunden.

Weitere Aufgabenfelder sind Sanitätsdienste bei Festen und Veranstaltungen sowie der Bereich Altkleider.

Neben all diesen Aktivitäten gab es in den beiden Berichtsjahren auch zahlreiche besondere Ereignisse, die Graf Arco in seinem Tätigkeitsbericht erwähnte: das Jubiläum „60 Jahre Malteser in der Diözese Passau“ sowie die aus diesem Anlass stattgefundene Wallfahrt nach Lourdes, die Gründung der Malteser Garde, die neue Katastrophenschutzeinheit Unterstützungsgruppe Sanitäts-Einsatzleitung (UG SanEL), die Verleihung der Stephanusplakette an Karl Graf aus Hutthurm und Claus Berger aus Passau, eine Spende des Sanitätshauses Mais in Höhe von 7.500 Euro für die Mahlzeiten-Patenschaften, die Hochzeit der beiden Rettungsdienst-Mitarbeiter Magdalena und Martin Graf in Hutthurm, die Gründung der Ortsgruppe d’Huadinger, den 10. Geburtstag des Seniorentreffs, die Feier 25 Jahre Partnerschaft der Bereitschaft Freyung-Grafenau mit den Maltesern im ungarischen Sopron, die erste Fahrt des Herzenswunsch-Krankenwagens, den Sieg beim Förderpreis „Helfende Hand“ im Bereich „Innovative Konzepte“ für die Broschüre „Erste Hilfe für kleine Helden“ und schließlich die berührenden Abschiedsworte der scheidenden stellvertretenden Diözesanleiterin und Diözesanoberin Ilona Gräfin von La Rosée bei der Diözesanadventsfeier. Auch Gräfin La Rosée war bei der Diözesanversammlung anwesend.

„Abschließen darf ich meinen Bericht mit einem Dankeschön für Ihr großes ehrenamtliches Engagement, für Ihre fachliche und wertschätzende Unterstützung, für Ihre freie Zeit, die Sie uns schenken und der Gesellschaft zur Verfügung stellen, aber auch für Ihre Ideen und Vorschläge, die unseren Verein so wertvoll und wichtig machen.“ Mit diesen Worten schloss Graf Arco seinen Vortrag.

Voll des Lobes für die Malteser waren die Grußworte der beiden anwesenden Politikerinnen. So erklärte Erika Träger: „Es ist unglaublich und unglaublich beeindruckend, was alles getan wurde. Tätige Nächstenliebe ist der Leitstern Ihres Wirkens. Die Malteser sind aus der Stadt Passau nicht mehr weg zu denken. Sie sehen, wo es etwas zu tun gibt und sie motivieren andere, es Ihnen gleich zu tun. Sie leisten einen unbezahlbaren Dienst am Nächsten. Für Ihre unermüdliche Bereitschaft, wo immer es möglich ist, spreche ich meinen herzlichen Dank und große Wertschätzung im Namen der Stadt Passau aus.“

Roswitha Toso blickte auf die jahrhundertelange Tradition der Malteser zurück und auf ihren Leitsatz. „‘Einstehen für den Glauben und Hilfe den Bedürftigen.‘ Damit leisten Sie auch einen Beitrag für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Ich sage ein Vergelt’s Gott. Die Malteser setzen einen Gegenpunkt zum Egoismus. Sie sind eine Institution und Instanz. Eine Gesellschaft ohne die Malteser ist nicht vorstellbar. Sie werden auch in Zukunft dringend gebraucht. Die Landkreise in der Diözese Passau sind stolz auf Sie.“

Rainer F. Breinbauer schließlich oblag es, den Finanzbericht vorzulegen. „Es ist wichtig, darüber zu reden, wie es uns wirtschaftlich geht“, erklärte er. Gut die Hälfte der Betriebsleistungen seien Einnahmen aus Fördermitglieder-Beiträgen. „Die Bevölkerung ist sehr hilfsbereit, gerade in der Corona-Zeit“, betonte der Diözesangeschäftsführer. 2018 und 2019 habe der Malteser Hilfsdienst e. V. mit einem leicht positiven Ergebnis abschlossen. „Alles in allem sind wir ein gesundes Unternehmen“, so Rainer F. Breinbauer weiter, bevor er seinen Blick nach vorne richtete.

„Mit den wenigen Mitteln, die wir haben, machen wir sehr viel. Darauf können wir stolz sein. Ich wünsche mir, dass zu dem neuen Normal auch wieder das Miteinander gehört.“