Deine letzte Footballstation war in Brasilien; wie kam es dazu?

Andrew Griffin: Es gibt dort ähnlich wie für Europa Europlayers eine Plattform rund um Football. Gleich nach meinem Abschluss am College, kam ein Anruf, ob ich mir vorstellen kann, nach Brasilien zu gehen. Diese Chance wollte ich auch wahrnehmen. Die Brasilianer sind sehr leidenschaftlich, aber auch etwas chaotisch. Da gab es viele Vor- aber auch Nachteile. In so einer Millionenstadt mit viel Verkehr und Strand herrscht oft Chaos und es ist schwer, die richtigen Mannschaftsteile zum richtigen Zeitpunkt zusammen zu halten.

Wie waren die ersten Tage in Passau?

Andrew Griffin: Ich bin in der Nacht auf Sonntag hier angekommen und habe am Sonntag dann gleich eine Theorieeinheit mit dem Team gehabt. Nach dem Playoff-Spiel Dallas gegen Green Bay am letzten Sonntag bin ich dann zu Fuß nach Hause gegangen und hatte dabei schon die Gelegenheit, mir Passau etwas näher anzusehen. Es ist eine wunderschöne Stadt. Für mich ist es hier überraschend kalt. Die Stadt macht einen sehr ruhigen und organisierten Eindruck. Das kommt meinem Naturell sehr entgegen, da hier alles sehr familiär ist. Ich glaube, ich werde mich hier sehr wohl fühlen.

Was sind deine ersten Eindrücke vom Team?

Andrew Griffin: Ich bin schon etwas aufgeregt und gespannt. Die Pirates sind ein Team, das sehr offen ist und bereit ist zu lernen. Die Mannschaft bringt auch viel Leidenschaft für den Sport mit. Die Jungs wollen aber nicht nur Technik dazulernen, sondern auch im Bereich der Taktik. Das ist eine sehr gute Voraussetzung, um besser zu werden.

Andrew Griffin (Mitte) mit den Receivern (Foto: Passau Pirates)

Was sind deine Ziele mit den Pirates?

Andrew Griffin: Das Team hat viel Potential, soweit ich das bisher beurteilen kann. Ich glaube schon, dass wir wieder um die Meisterschaft mitspielen können. Und die Jungs haben sich auch klar zu diesem Ziel bekannt. Aber dafür gibt es keine Garantie. Ich glaube an die Entwicklung des Teams. Es ist ein langwieriger Prozess, ein erfolgreiches Team zu formen. Wenn wir jede Woche hart trainieren und dazulernen, dann wird mit uns zu rechnen sein. Aber ein Football hat eine ganz eigene Form. Manchmal springt der Ball dadurch in die unmöglichsten Richtungen, wenn er auf den Boden aufkommt. Da kann es auch einmal passieren, dass das eigentlich bessere Team verliert. Ich freue mich darauf, die Entwicklung der Mannschaft zu begleiten. Wenn wir in den Trainings viele Wiederholungen in den einzelnen Abläufen schaffen, dann werden wir gut vorbereitet in die Saison gehen.

Was gefällt dir bisher am Besten an Deutschland?

Andrew Griffin: Ich mag, wie hier alles gut organisiert ist und auch für mich leicht zu verstehen. Ich mag es, wenn Dinge durchdacht sind. Hier scheint alles Sinn zu machen. In den USA gibt es oft noch Sachen, die man nicht wirklich versteht, an denen aber festgehalten wird.

Was vermisst du im Moment am meisten?

Andrew Griffin: Die Wärme! In Brasilien bin ich tagein und tagaus in kurzen Hosen herumgelaufen und habe das sehr genossen. Aber auch hier soll es ja irgendwann wieder wärmer werden. Ich vermisse auch meine Freunde und die Familie. Es ist schon hart zu wissen, dass sie über 4.000 km weit weg sind. Und ich vermisse Mexikanisches Essen. Wenn ich hier gute Enchiladas finde, dann werde ich mein Zuhause sicher etwas weniger vermissen.

Steckbrief
Name: Andrew Griffin
Alter: 23
Beruf: Teacher English / Sports
Hometown: Santa Barbara, Cal (Bethany, Oklahoma)
Footballstationen: 2016 Recife Pirates, Brasilien
Southern Nazarene University
Santa Barbara City College

(Titelbild: Andrew Griffin im Huddle – Foto: Passau Pirates)