Ebenreuth. Die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Hagl-Kehl, MdB besichtigte gemeinsam mit der SPD Kreisvorsitzenden und Landtagskandidatin Bettina Blöhm am Ebenreuther See das Kleinst – Wasserkraftwerk von Michael Miedl.

Michael Miedl aus Rettenbach studierte Management für erneuerbare Energien in Weihenstephan.
Im Rahmen seiner Bachelor- und Masterarbeit entwickelte sich 2014 die Idee, ein Kleinstwasserkraftwerk an seinem Heimatsee in Ebenreuth zu erbauen.
Der bürokratische Aufwand für sein Vorhaben, und die zu erfüllenden Auflagen hierfür waren sehr enorm, schilderte Michael Miedl. Aber durch die Unterstützung seiner Familie, Freunde, dem Fußballverein und Bekannten konnte das Projekt in Angriff genommen werden. Alles wurde in Eigenleistung gemacht. „Unsere Arbeitstage hatten immer um die 15 Stunden. Es war anstrengend, aber es hat sich zum Schluss gelohnt“, erklärte Michael Miedl.
Das ganze Projekt war nicht leicht zu realisieren. Es wurden mir sprichwörtlich viele Steine in den Weg gelegt, erzählte Herr Miedl. Der Bagger z.B. alleine konnte die vielen Felsen nicht mehr zerkleinern, so musste auch noch gesprengt werden.
2017 wurde Michael Miedl für seinen Fleiß und seine Ausdauer belohnt. Er bekam vom Bayernwerk den von der Regierung Niederbayern ins Leben gerufenen „Bürgerenergiepreis Niederbayern“.

Mit viel Durchhaltevermögen hat sich Michael Miedl stark gemacht, dass die Wasserkraft hier am Ebenreuther See effektiv genutzt wird. „Die Wasserkraft ist die älteste Energiegewinnung“ erklärte Herr Miedl seinen Gästen.
Die Wasserkraft lebt vom Wasser und von der Fallhöhe des Wassers. An dieser Anlage herrscht eine Fallhöhe von 12,5 Meter. Die maximale Leistung der Anlage liegt bei 25 kW und die Durchschnittsleistung bei ca. 9 kW. Laut Herrn Miedl würde es in Bayern noch unzählige Projekte geben, die die vorhandenen Potenziale im Einklang, ja sogar mit Vorteilen für die Natur nutzen könnten, jedoch durch die Forderungen und Auflagen mancher Behörden nicht zu realisieren sind.
Herr Miedl liefert den Strom ins öffentliche Netzwerk der Bayernwerke. Im Durchschnitt wird eine Energie von 72.000 kWh erzeugt, was ungefähr für 20 Haushalte ausreichen würde. „Reich werde ich hier nicht, aber es ist etwas sinnvolles, was ich hier geschaffen habe“, so Herr Miedl.
Herr Miedl zeigte zum Schluss der parlamentarischen Staatssekretärin noch den neu entstandenen Lehrpfad. Hier bekommt man viele interessante Infos über die Geschichte des Wassers und wissenswertes über die Wasserkraft.

Frau Hagl-Kehl, MdB zeigte sich sehr beeindruckt, und ist stolz darauf, dass hier ein Jungunternehmer seine Ideen in die Tat umgesetzt hat. Sie bedankte sich für die interessante Führung und die vielen Informationen rund ums Wasser. „Ich bin stolz darauf, dass jemand hier in meiner Heimat so etwas geschaffen hat. Ich freue mich immer sehr, wenn sich junge Leute etwas zutrauen, und an die Zukunft denken und wie hier in die Zukunft investieren, und dann noch einen Preis dafür bekommen“, so Rita Hagl-Kehl.