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Donnerstag, Mai 30, 2024

WeiberRatsch: Grün im Glas

Lesestoff

(von Doris Blöchl)

Es wird kräftig gemixt, gerührt und püriert, liebe Leserinnen! In grün, gelb, orange und rot leuchten Farben aus Gläsern, die mit Strohhalmen bestückt auf den Tischen der Nation zu finden sind und dort “gesunde Ernährung“ verkörpern.

Flüssignahrung ist im Trend, kein Zweifel! Nein, es handelt sich nicht um Babybrei oder Astronautennahrung. Vielmehr können sich immer mehr Menschen für Smoothies aller Art begeistern. Der Inbegriff einer gesunden Ernährung scheint derzeit ein Spinat-Smoothie zu sein. Was der Großteil aller Eltern seit jeher den Kindern als gesund anpreisen und diese seit jeher ebenso vehement wie angeekelt ablehnen, hat Schule gemacht. Richtig präsentiert und aufgepimpt lässt sich eben alles vermarkten.

Es ist gut, dass Obst auf diese Art Aufmerksamkeit erregt – “gesunde Ernährung“ heißt das Stichwort. Während vor einigen Jahren noch die “Alkopops“ in ihrer bunten Aufmachung gefürchtet waren und Eltern Angst hatten, dass dadurch die Jugend dem Alkohol verfallen würde, ist der Trend hin zum neuen “Grün“ im Glas ein gesunder Fortschritt.

Kleinkinder?

Eigenartig ist nur, dass der Mensch an sich lieber die pürierte Variante wählt, anstatt sich Äpfel, Bananen oder – ja – Spinat in ihrer ursprünglichen Form einzuverleiben. Lässt sich das als übriggebliebenes Verhalten aus der Kleinkindzeit deuten? Oder will man sich schon einmal auf das Alter vorbereiten, wenn die Zähne bereits in die dritte Runde gehen und sich eventuell nicht mehr alles gut durchkauen lässt? Erschreckt uns inzwischen ein grünes Spinatblatt? Sind wir der Natur schon so entfremdet, dass Obst äußerlich erst einem giftig-grellen Farbstoff ähneln muss, um punkten zu können?

Diese Fragen bleiben wohl offen, während generationsübergreifend zum Smoothie gegriffen wird. Die Fastenzeit eignet sich nun hervorragend, um die Smoothie-Leidenschaft so richtig auszuleben, denn in Bezug auf Früchte muss kein Verzicht geübt werden. Vielleicht könnte man auch den ein oder anderen Süßigkeiten-Snack durch einen Smoothie ersetzen und damit Kalorien einsparen. Wobei es bei der Fastenzeit ums Abnehmen gehen muss – es gibt inzwischen auch Plastikfasten oder Autofasten. Beides ist wesentlich schwieriger zu bewerkstelligen, als auf Genussmittel zu verzichten. Denn Plastikverpackungen lauern überall und ohne Auto kommt man auch nur in Großstädten wirklich voran.

Spinat oder Starkbier?

Nun denn, vielleicht haben auch Sie Lust bekommen auf die bunten Pürier-Snacks. Sie könnten ja mal mit Bananen anfangen und sich langsam zum Spinat hinarbeiten, wobei ich finde, dass ein Starkbier zwischendurch auch nicht schaden kann.
Oder was meinen Sie?

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