Grenznaher und grenzübergreifender ÖPNV Niederbayern-Südböhmen-Pilsen

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    Niederbayern / Südböhmen / Pilsen. Der Trägerverein Europaregion Donau-Moldau e.V. arbeitet intensiv daran, den grenzübergreifenden ÖPNV voranzubringen. Dazu wurde vor ca. 3 Jahren ein Projekt mit der Bezeichnung „Grenzüberschreitender ÖPNV Niederbayern-Südböhmen-Pilsen“ beim Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat eingereicht, das positiv empfunden und aufgenommen wurde und somit bis heute vom Freistaat Bayern und dem Bezirk Niederbayern gefördert wird.

    Obwohl es sich – verständlicherweise – um eine komplexe Thematik handelt, schreitet die Projektarbeit stetig voran, und es konnten sich mittlerweile auch schon erste Erfolge einstellen.

    Etwa 100 Akteure aus den ostbayerischen Landkreisen sowie aus den Regionen Süd- und Westböhmen arbeiten derzeit daran, Schritt für Schritt Verbesserungen bei grenzübergreifenden Bus- und Bahnlinien zu erreichen. Einige, die für die Menschen in diesen Region durchaus wichtig sind, werden kurz vorgestellt:

    Zwischen den Landkreisen Cham und Regen sowie dem Bezirk Pilsen wurde Anfang Juni 2021 die transformierte saisonale grenzüberschreitende Wanderbuslinie Nr. 618 (DE) / 982 (CZ) in Betrieb genommen. Diese konnte 2020 coronabedingt nicht betrieben werden.

    An der feierlichen Eröffnungsveranstaltung am 7. Juni 2021 nahmen zahlreiche Teilnehmenden teil. Markus Müller, stellvertretender Landrat und Bürgermeister von Neukirchen b. Hl. Blut hob die Bedeutung von Busverbindungen, die weit über das reine Fortkommen hinaus gehen, hervor: „Offene Grenzen sind wichtig für das Zusammenleben der Menschen, für Arbeitnehmer und für den Tourismus. Dieser Festakt ist weit mehr als die Eröffnung einer neuen Buslinie.“

    Die ursrüngliche saisonale Buslinie „Drachselried – Hamry“, die seit 2007 nur werktags betrieben wurde, wurde auf Initiative des Pilsner Verkehrsdienstleisters POVED vom November 2019 in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Cham beidseits der Grenze verlängert (insgesamt 60 Kilometer) und verkehrt nun auf der Strecke Bodenmais – Arnbruck – Eck – Lam – Grenzübergang Neukirchen b. Hl. Blut/Svatá Katerina – Nýrsko/Hamry – Klatovy (CZ) neu auch an den Wochenenden. Dadurch erschließt sie touristisch attraktive Ziele auf beiden Seiten der Grenze: An den Wochenenden, bis fast Ende September, können damit auch zwei beliebte Tourismuszentren – Bodenmais und Klatovy – besucht werden. Auch an den Werktagen kann man neu von Bodenmais nach Hamry fahren, um beispielsweise eine Wanderung auf die nahegelegenen Berge Großer Osser und Großer Arber zu unternehmen. Zugleich wurde eine Anbindung an die Bahn in Bodenmais, Klatovy und Nýrsko erzielt. Das neue Verkehrsangebot betrifft mehrere Zielgruppen der Fahrgäste: Touristen, Einheimische, Grenzpendler u.a.

    Einen Durchbruch gibt es auch bei der Einführung der gegenseitigen Anerkennung der Tagestickets: die VLC-Karte und das DE-Bayerwaldticket/GUTi gelten bis nach Klatovy, das CZ-Netzticket „Tourist durch Bezirk Pilsen und Bayern“ hingegen bis nach Bodenmais. Die Verbindung trägt dazu bei, den Bayerischen Wald und den Böhmerwald zu einer gut vernetzten Tourismusdestination zu gestalten.

    In Südböhmen wird eine verlängerte grenznahe Wanderbuslinie „Winterberg (Vimperk) – Kvilda – Strázný mit Fahrradanhänger täglich von Juli bis August 2021 betrieben. Während der Pilot-Saison 2020 wurden mehr als 3.000 Fahrgäste und 250 Fahrräder werktags zwischen Vimperk und Nvilda befördert. Nun fährt der Radbus neu fast bis zur deutsch-tschechischen Staatsgrenze (insgesamt 66 km) und neu auch an den Wochenenden. Dank einer guten Zusammenarbeit der Stadt Vimperk mit dem Südböhmischen Verkehrsdienstleister (JIKORD) wurde diese Buslinie mit dem südböhmischen ÖPNV-System völlig optimiert und integriert, das günstige Umsteigetagesticket „JIKORD plus“ eingeführt und Anschluss an die südböhmischen Radwege gesichert. Dem Projekt haben sich auch acht andere Gemeinden angeschlossen. „Es ist unser Angebot sowohl für die Bewohner von Vimperk, als auch für die Besucher des Böhmerwaldes. Wir hoffen, dass es ihnen unser Radbus ermöglicht, die Stadt Vimperk mit dem renomierten Schloss bequem zu besuchen“, freut sich Jaroslava Martanová, Bürgermeisterin von Vimperk und wünschte sich „eine zeitnahe ÖPNV-Vernetzung mit dem benachbarten Niederbayern, beispielsweise eine grenzüberschreitende Buslinie Vimperk – Freyung – Waldkirchen“.

    Die Stadt Vimperk, auch „Tor in den Böhmerwald“ genannt, befasst sich langfristig mit der Förderung des umweltschonenden Verkehrs (Radtouristik, Bus, Schiene). „Dieses ÖPNV-Projekt ist ein Vorbild einer systematischen und fachübergreifenden Zusammenarbeit der südböhmischen Akteure in den Bereichen ÖPNV & Tourismus durch Anwendung eines stabilen und unabhängigen Modells der Finanzierung aus mehreren Quellen. Die Orientierung der Stadt Vimperk auf Fahrradtouristik bringt Wertschöpfung für die umliegende Region“, ist sich Dr. Jan Gregor, der Verkehrsmanager des Trägervereins Europaregion Donau – Moldau (EDM) sicher.

    Feierliche Eröffnungsveranstaltung der grenznahen Wanderbuslinie mit Fahrradanhänger „Vimperk – Kvilda – Strázný am 3. Juli 2021 in Strázný (Foto: Europaregion Donau-Moldau e.V.)

    Vimperk ist bekanntlich jahrelang auch Partnerstadt von Freyung. Deswegen waren an der feierlichen Eröffnungsveranstaltung am 3. Juli 2021 in Strázný auch niederbayerische Nachbarn dabei – Helga Weinberger, stellvertretende Landrätin des Landkreises Freyung-Grafenau und Heinz Lang, stellvertretender Bürgermeister von Freyung. In bezug auf die bereits umgesetzte Annäherung dieser Radbuslinie zur deutschen Staatsgrenze sowie auf die künftige Bayerische Landesgartenschau in Freyung wird immer mehr über eine grenzüberschreitende Buslinie Vimperk – Freyung diskutiert.

    Darüber hinaus sind im Landkreis Freyung-Grafenau zum ersten Mal Fahrten mit dem Anschlussbus Nr. 606 bis zum Dreisessel aus Richtung Waldkirchen oder Nové Údolí möglich.

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