BUND Naturschutz Bayern fordert klares Ja zur Waldbahn

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    Und: Abkehr vom Kriterium der 1.000 Fahrgastkilometer

    BN (Bund Naturschutz) fordert, die Strecke zwischen Gotteszell und Viechtach dauerhaft zu etablieren und betont die Bedeutung des ÖPNV gerade im ländlichen Raum. Die Kriterien für Bahnreaktivierungen müssten deutlich flexibilisiert werden.

    Staatsministerin Kerstin Schreyer hat am heutigen Montag (08.11.) den Landkreis Regen besucht und ist mit der RB38 von Teisnach nach Viechtach gefahren. Anlässlich des Besuchs macht der BUND Naturschutz in Bayern (BN) erneut auf die große Bedeutung der Strecke für ein zukunftsfähiges Mobilitätsangebot im Landkreis aufmerksam. Das Waldbahnnetz ist das unverzichtbare Verkehrsrückgrat der Region mit Anschluss zum Regional- und Fernverkehr.

    „Wir leben in der fordernden Zeit einer Klimakrise. Was wir jetzt brauchen, ist eine echte, ernst gemeinte Mobilitätswende. Frau Schreyer kann hier im Landkreis Regen ein deutliches Signal für ein Umdenken bei der Reaktivierung von Bahnstrecken senden – und das nicht nur in den Bayerischen Wald, sondern nach ganz Bayern.“

    Richard Mergner, Landesvorsitzender BUND Naturschutz Bayern e.V.

    So fordert der BN die Bayerische Staatsregierung auf, die Stärkung des Schienenpersonenverkehrs auch im ländlichen Raum als wichtiges Ziel zu erkennen. Um die Menschen in den Gebieten, in denen die Abhängigkeit vom Auto noch sehr hoch ist, dauerhaft für die Schiene zu begeistern, müsse sich die Bahn zu einer verlässlichen, sicheren und günstigen Alternative zum Auto entwickeln. Insbesondere müssten die Rahmenbedingungen, wie Anschlusssicherheit aus dem Bahnzulaufverkehr, gegeben und das Preisgefüge akzeptabel sein. Mängel im überregionalen Bahnverkehr dürften sich nicht auf die Akzeptanz der Reaktivierungsstrecken auswirken.

    „Die Reaktivierung von Bahnstrecken darf nicht an dem nicht mehr zeitgemäßen Kriterium der 1.000 Fahrgastkilometer scheitern“, so Richard Mergner, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz Bayern e.V.

    Rita Rott, BN-Regionalreferentin Niederbayern: „Die Bahnstrecke wird sich etablieren – vor Corona sind die Fahrgastzahlen kontinuierlich angestiegen, und sobald Normalität einkehrt, werden sie wieder steigen. Die Strecke gilt als bundesweites Vorzeigeprojekt für ökologischen Verkehr, z.B. beim Projekt ‚Fahrtziel Natur‘, das von großen Umweltverbänden getragen wird. Vor allem in Kombination mit dem Gästeservice-Umweltticket GUTi ist die Waldbahn aus dem Bayerischen Wald nicht mehr wegzudenken.“

    Roland Schwab, BN-Vorsitzender der Kreisgruppe Regen: „Sollen wir die Menschen, die sich bereits für die Waldbahn entschieden haben, jetzt wieder auf die Straße zurückschicken? Die Strecke hat ihr Potential noch lange nicht ausgeschöpft. Es lässt sich noch einiges optimieren – wir müssen die Taktlücken schließen, den Busverkehr verdichten und am Takt der Waldbahn ausrichten, Pendler-Angebote könnten ihre Auslastung zudem steigern. Wichtig ist aber auch, dass die leidigen Verspätungen aus Richtung Landshut und München durch einen zweigleisigen Ausbau endlich abgestellt werden. Für die Umsteigenden aus/in den Bayerischen Wald bedeuten diese regelmäßigen Verspätungen eine unzumutbare Verlängerung der Reisezeit um eine Stunde, weil in Plattling der Anschluss zur Waldbahn nicht erreicht wird.“

    Der BN kritisiert das bisherige Kriterium der 1.000 Fahrgastkilometer, das nur an Schultagen bewertet wird. Es sei ein Hindernis für die vielen nötigen Bahnreaktivierungen in Bayern. Besser wäre es laut BN, dieses Kriterium zu flexibilisieren, um den Ausflugsverkehr an Wochenenden und in den Ferien in eine Gesamtbeurteilung einzubinden. Außerdem müssten die wichtigen Netzeffekte der Zubringerbahnen auf den gesamten Verkehr berücksichtigt werden. In überwiegend dünnbesiedelten ländlichen Regionen sollten zwingend demografiebezogene Abschläge zugestanden und der gesamtvolkswirtschaftliche Wert der Bahnstrecken für eine nachhaltige Regional- und Tourismusentwicklung berücksichtigt werden.


    Hintergrund
    Im Sommer 2020 wurde das Aus der Strecke Gotteszell-Viechtach verkündet. Die Streckenstilllegung konnte aber durch das Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger, Vereinen und Verbänden sowie der Medien, die sich im letzten Jahr für den Fortbestand der Waldbahn eingesetzt haben, verhindert werden.

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