Markt für nachhaltige Geldanlagen boomt

Ist wirklich grün drin, wenn es draufsteht?

Die EU hat sich mit dem Pariser Klimaschutzabkommen zu der nachhaltigen Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft verpflichtet. Die Nachfrage zu klimaschonenden Kapitalanlagen und Versicherungsprodukten steigt stark. Grüne Geldanlage ist ein Megatrend. Anleger wollen sich damit identifizieren, wie und was ihr Geld erwirtschaftet.  Auch die Marketingabteilungen der Banken und Versicherungen entdecken das Thema und erweitern ihr Angebot an Geldanlagen um „grüne“ Produkte. 2019 wurden über 183 Mrd. Euro allein in Deutschland in „nachhaltigen“ Aktien, Fonds und Co. verwaltet. Ist jedoch die Klimafondsanlage, die in grüne Energie investiert, aber Menschenrechtsrisiken in der Zulieferkette verschweigt, wirklich nachhaltig? Sind Umweltfonds in Aufforstungsprojekten grün, obwohl Monokulturen statt Mischwälder entstehen?

Das EU-Klassifizierungssystem (Taxonomie), welches die Definition liefert, welche Geldanlage als nachhaltig gilt, tritt erst 2022 in Kraft. Bereitsam 10. März 2021 haben laut der EU-Transparenzverordnung (TVO) Finanzproduktanbieter künftig nachhaltigkeitsbezogene Aufklärungspflichten. Finanzberater sind verpflichtet, ihre Kunden zu Nachhaltigkeitspräferenzen zu befragen und dies bei der Geldanlageempfehlung zu berücksichtigen. „Da das Regelwerk noch nicht feststeht, ist die verlässliche Beurteilung, ob eine Geldanlage nachhaltig ist oder nicht, derzeit kaum möglich“, erklärt Markus Steiner, Referent für Finanzdienstleistungen beim VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB): „Die Gefahr, dass Umweltthemen in der Geldanlage überbewertet werden steigt und Sanktionen sieht die TVO erst gar nicht vor. Trotzdem blicken wir optimistisch auf die weitere Entwicklung, da auch die Nachfrage der Verbraucher*innen zu diesem Thema kontinuierlich steigt.“, so der Experte.

Weiterführende Informationen finden Sie in unserem VSB-Tipp:
https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/finanzen/megatrend-nachhaltige-geldanlage