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Freitag, Februar 27, 2026

Hand in Hand für die heimischen Gewässer:

Lesestoff

Landratsamt und Fischerei setzen beim Fachgespräch auf engen Schulterschluss

Wenn es um den Schutz der heimischen Fische und die Qualität unserer Gewässer geht, sitzen im Landkreis Freyung-Grafenau alle Beteiligten an einem Tisch. Beim jüngsten Fachgespräch Fischerei – das schon traditionell auf Einladung von Landrat Sebastien Gruber im Landratsamt stattfand – wurde deutlich: Die Herausforderungen sind vielfältig – vom für die Fischer zu großen Appetit des Fischotters bis hin zu den Überschneidungen mit den Interessen der Energiegewinnung durch Wasserkraft. Das Gespräch diente zum wiederholten Mal als direkter Draht zwischen Behörde und dem Fischereiverband Niederbayern sowie den Fischereivereinen im Landkreis Freyung-Grafenau, um Probleme, die auftauchen könnten, schon frühzeitig zu erkennen und sie gemeinsam zu lösen. „Der direkte Dialog ist das Fundament unserer Zusammenarbeit“, betonten Landrat Gruber und Präsident Michael Kreiner, „indem wir die Herausforderungen vor Ort gemeinsam besprechen, finden wir nachhaltige Lösungen für alle Beteiligten.“


Invasive Arten und der „Faktor Otter“
Ein brennendes Thema war die Ausbreitung invasiver Arten wie des Signalkrebses. Marion Möller von der Unteren Naturschutzbehörde stellte dazu aktuelle Maßnahmen vor, die Ausbreitung via so genannter Krebssperren aufzuhalten. Über laufende grenzüberschreitende Projekte zum Thema, informierte Dr. Stephan Paintner, Leiter der Fachberatung für Fischerei beim Bezirk Niederbayern. Ebenso intensiv wurde die Verbreitung des Fischotters diskutiert. Trotz juristischer Debatten auf oberfränkischer Ebene bleibt die niederbayerische Regelung aktuell in Kraft: Im Landkreis dürfen unter strengen Auflagen bis zu drei Tiere pro Jahr entnommen werden, um die Fischbestände zu schützen. Auch der Kormoran bleibt im Visier der Fischer – sie wünschten sich eine engere Zusammenarbeit zwischen Fischern und Jägern.


Wasserkraft mit Augenmaß
Das Spannungsfeld zwischen ökologischem Gewässerschutz und regenerativer Energiegewinnung wurde am Beispiel der Wasserkraftanlagen deutlich. Felix Reebs, Geschäftsführer des Fischereiverbandes Nieder-bayern, wies darauf hin, dass die Einhaltung und die regelmäßige Kontrolle von Umweltauflagen von großer Bedeutung für den Schutz der heimischen Gewässer und ihrer Lebensgemeinschaften sind. Der zuständige Sachgebietsleiter am Landratsamt Andreas Grimbs betonte, Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt näh-men die Einhaltung von Auflagen wie Mindestwassermengen sehr genau. Mit Blick auf aktuelle Vorhaben wie an der Dießensteiner Mühle betonte Landrat Sebastian Gruber: „Wir entscheiden hier auf Basis klarer rechtlicher Grundlagen, aber immer mit dem nötigen Fingerspitzengefühl für die Natur vor Ort“.


Entbürokratisierung und Digitalisierung
Gute Nachrichten gab es für die Verwaltung der Fischereivereine: Die Entbürokratisierung schreitet voran. Seit Anfang 2025 müssen Erlaubnisscheine nicht mehr mühsam im Landratsamt gestempelt werden – ein Modell, das sich in der Praxis bereits bewährt habe, wie Gunther Endres, der zuständige Mitarbeiter, er-klärte. Informationen gab es auch zum digitalen Fischereischein, der deutschlandweit eingeführt werden soll.


Ein Format mit Vorbildcharakter
Landrat Gruber plant, die Anliegen der Fischer künftig noch stärker an die Verantwortlichen im Landkreis heranzutragen – etwa durch eine Vorstellung von Förderprogrammen zur Gewässerstrukturierung in einer Bürgermeisterdienstversammlung. „Dieser Austausch ist uns enorm wichtig“, so Gruber. Das sah auch Michael Kreiner vom Fischereiverband Niederbayern so. Er freute sich über dieses Angebot. Er lobte auch das Format „Fachgespräch Fischerei“ ausdrücklich, das es in dieser Form nicht in allen niederbayerischen Landkreisen gibt.

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