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Mittwoch, Juni 19, 2024

Freyungs Nahwärme soll erweitert werden

Lesestoff

Dritter Kessel für das Heizwerk im Gespräch

Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Stadt Freyung Service GmbH und zahlreiche Mitglieder des Stadtrats besichtigten vor Kurzem das neue Heizwerk im Sägewerk Resch in Neureichenau. Dort wurde im Herbst in einer schnell errichteten Containerbauweise ein neuer Hackgutkessel in Betrieb genommen. „Die Nachfrage nach Nahwärme-Anschlüssen in Freyung ist aktuell riesig. Wir denken über eine Erweiterung des bestehenden Heizwerkes nach. Die hier besichtigte Lösung ist eine attraktive Option“, erläutert Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich.

Aktuell versorgt die Nahwärme in Freyung, die ausschließlich Hackgut aus einer Entfernung von max. 30 km verbrennt, 105 Immobilien in Freyung. Große Abnehmer sind beispielsweise das Krankenhaus, die Seniorenheime, das Stadtplatzcenter, das Kurhaus oder die Verwaltungsgebäude von Landkreis und Stadt. Auch die Physiotherapieschule, die Grundschule und die Wolfsteiner Werkstätten werden mit Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen versorgt. „Inzwischen gibt es rund 50 weitere Interessenten, die sich gerne an das Netz anschließen würden“, erläutert Geschäftsführer Michael Pradl. Gemeinsam mit dem Institut für angewandtes Stoffstrommanagement der Hochschule Mainz (IfaS) wurde im vergangenen halben Jahr untersucht, auf welchem Wege besonders umweltfreundlich und wirtschaftlich tragfähig die Wärmeerzeugungsleistung erhöht werden kann. Dabei wurde unter anderem die Nutzung von Abwärme aus Industriebetrieben oder dem Rauchgas der bestehenden Heizkessel untersucht, ebenso Wärmeerzeugung aus solarthermischen Anlagen und Photovoltaik. Als kurzfristig umsetzbar, ökologisch und wirtschaftlich stellte sich eine Ergänzung des bestehenden Heizwerkes um einen dritten Hackgutkessel heraus. Dieser könnte, nach einer Genehmigung im Rahmen des Bundesimmissionsschutzgesetzes, womöglich bereits Ende 2023 realisiert werden.

Neureichenauer Lösung attraktive Option für anstehende Erweiterung in Freyung

Die „Wir wärmen“ KG, die seit der Inbetriebnahme des Heizwerks in Freyung für dessen Betrieb verantwortlich ist, betreibt nicht nur einige weitere Wärmenetze, sondern kann auch auf Erfahrungen von knapp 20 Jahren im Sägewerk in Neureichenau zurückblicken. Baptist Resch führte die Delegation der Stadträte durch die neu errichtete Anlage. Er konnte berichten, dass sowohl das aus Containern bestehende Heizhaus als auch der eigentliche Hackgutkessel an einem einzigen Tag per Schwertransport angeliefert worden sei. „Wir haben dann rund eine Woche benötigt, um den Kessel anzuschließen und den Anschluss an das Wärmenetz herzustellen. Seitdem läuft der Kessel, der aus deutscher Produktion stammt, störungsfrei“, so Resch. Auch eine Besichtigung des schon seit vielen Jahren im Betrieb befindlichen Heizhauses, von dem aus die Ortschaft Neureichenau mit Wärme versorgt wird, stand auf dem Programm der Stadtratsdelegation.

Der besichtigte neue Heizcontainer der Wir Wärmen KG einschließlich Hackschnitzelbunker und Kamin. (Foto: Stadt Freyung)

Die Besucher waren sich einig, dass die in Neureichenau bereits umgesetzte Lösung eine attraktive Option für die anstehende Erweiterung des Heizhauses in Freyung darstellen könne. Vor diesem Hintergrund wurde die Geschäftsführung der Stadt Freyung Service GmbH beauftragt, die erforderlichen, umfassenden Genehmigungsverfahren vorzubereiten.

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