Keine Entwarnung auf dem Arbeitsmarkt: Lage der Inklusion in Deutschland auch im zweiten Corona-Jahr alarmierend

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    In Bayern im Durchschnitt noch mehr arbeitslose Menschen mit Behinderung als im Vorjahr

    • Inklusionsbarometer Arbeit zeigt: Deutschlandweit über acht Prozent mehr arbeitslose Menschen mit Behinderung als vor der Pandemie
    • Bayern mit einem Anstieg von rund 14 Prozent im Bundesländervergleich am zweitstärksten betroffen

    Bonn. Die Corona-Pandemie erschüttert die Situation für Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt das zweite Jahr in Folge – insbesondere in Bayern: In den ersten zehn Monaten 2021 waren hier im Durchschnitt 24.922 Menschen mit Behinderung arbeitslos, und damit sogar noch einmal mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle Inklusionsbarometer Arbeit der Aktion Mensch und des Handelsblatt Reserach Institutes.

    Fortschritte bei Inklusion auf dem Arbeitsmarkt zunichte gemacht!

    Auch wenn die Studienergebnisse zeigen, dass sich der seit Beginn der Pandemie vorherrschende negative Trend im Jahresverlauf 2021 etwas verlangsamt, ist eine Entwarnung aus Sicht der Aktion Mensch noch lange nicht gegeben. So waren in Bayern im Oktober dieses Jahres zwar fast fünf prozent weniger Menschen mit Behinderung ohne Arbeit als im Oktober des Vorjahres – doch noch immer nahezu 14 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum vor der Pandemie. Damit befindet sich der Wert für Bayern deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von mehr als acht Prozent im gleichen Zeitraum.

    „Insgesamt liegt das Niveau der Inklusion auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland weiterhin auf dem Stand von 2016. Da sich die Situation in den Jahren vor Corona fast stetig verbesserte, heißt das: Alle seither erreichten Fortschritte sind verloren“, bestätigt Prof. Dr. Bert Rürup, Präsident des Handelsblatt Reserach Institutes. „Aktuell entwickelt sich die Lage für Menschen mit Behinderung zudem weniger positiv als für Menschen ohne Behinderung. Denn erfahrungsgemäß ist der Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung von einer geringeren Dynamik geprägt.“ Für den Ausblick bedeutet dies: Menschen mit Behinderung werden deutlich länger gegen die Negativfolgen der Pandemie anzukämpfen haben.

    Langzeitarbeitslose mit Behinderung: Vom Arbeitsmarkt vergessen

    Damit steigt weiterhin auch die Gefahr, dass noch mehr Menschen mit Behinderung in die Langzeitarbeitslosigkeit geraten. Schon im letzten Jahr waren bundesweit knapp 70.000 Personen mit Behinderung mindestens ein Jahr ohne Beschäftigung, davon über die Hälfte sogar länger als zwei Jahre. „Die Langzeitarbeitslosigkeit ist auch unabhängig von der derzeitigen Krise ein gravierendes Problem“, erklärt Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch. „Für Menschen mit Behinderung, die schon lange arbeitssuchend sind, bestehen ohne eine aktive Unterstützung seitens der Wirtschaft und Politik kaum Chancen, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Diese Menschen werden schlichtweg vergessen und durch strukturelle Barrieren auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt.“

    Kaum Erholung auf Länderebene

    Trotz der leicht positiven Entwicklung, die sich seit Anfang dieses Jahres flächendeckend in Deutschland – mit der Ausnahme Mecklenburg-Vorpommerns – abzeichnet, liegt die Anzahl arbeitsloser Menschen mit Behinderung in durchweg allen Bundesländern weiterhin über der des Vor-Corona-Zeitraums. Gleich nach Hamburg mit fast 16 Prozent verzeichent Bayern den höchsten Anstieg der Arbeitslosenzahlen imfolge der Pandemie (Vergleichszeitraum Oktober 2019 und 2021).


    Inklusionsbarometer Arbeit (PDF)

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