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Freitag, Mai 24, 2024

Herkules in der Fahrradwerkstatt

Lesestoff

Die Opernentdeckung „Herkules am Thermodon“

Niederbayern. In der vergangenen Spielzeit nahm das Landestheater Niederbayern mit der Deutschen Erstaufführung von Vivaldis verloren geglaubter Oper den Spielbetrieb nach der langen Schließung wieder auf. Auch in der aktuellen Spielzeit sorgt „Herkules“ wieder für musikalischen Hochgenuss und einen höchst unterhaltsamen Opernabend. Die Oper „Herkules am Thermodon“ wurde 1723 in Rom uraufgeführt, geriet jedoch – wie viele Vivaldi-Opern – bald in Vergessenheit. Der Geigenvirtuose Vivaldi zeigt seine ganze Kunst als Opernkomponist: Rauschende Rachearien und Wutanfälle vermochte er ebenso in Musik zu setzen wie zärtliches Liebesgeflüster und naturalistische Klangbilder.

Die Handlung von „Herkules am Thermodon“ knüpft frei an die neunte der legendären Heldentaten an: Herkules soll den Gürtel der Amazonenkönigin Antiope beschaffen. Gemeinsam mit anderen griechischen Edelleuten bricht er ins Reich der Amazonen auf. Ein Krieg zwischen Männern und Frauen entbrennt, die entscheidende Schlacht aber wird auf dem Feld der Liebe geschlagen.

Heutzutage wird der Amazonenmythos gerne als Spiegelbild des modernen Geschlechtskampfes gesehen, werden die streitbaren Frauen als mythische Schwestern moderner Feministinnen gesehen, die ihren Platz in einer von Männern dominierten Gesellschaft zu behaupten suchen. Regisseur Urs Häberli und Ausstatter Marcel Zaba erzählen darüber hinaus die höchst amüsante Geschichte zweier verfeindeter Gruppen, die noch eine Rechnung miteinander offen haben: Auf der einen Seite eine Frauen-Fahrradwerkstatt-WG, die in ihrer Freizeit gegen das Waldsterben protestiert, auf der anderen die Männer-Motorrad-Gang um Herkules und seine Jungs.

Die Titelpartie singt Tenor Jeffrey Nardone. Die weiteren Mitglieder seiner Gang werden von Daniel Preis (Alceste), Reinhild Buchmayer (Teseo) und Peter Tilch (Telamone) interpretiert. Cheffin der Frauen-WG ist Sabine Noack (Antiope). Ihre Mitbewohnerinnen werden von Henrike Henoch (Ippolita) und Ewelina Osowska (Martesia) dargestellt. Es spielt die Niederbayerische Philharmonie unter der Leitung von Basil H. E. Coleman.

Termine im Februar und März 2022

Landshut: 25. März (19.30 Uhr
Passau: 18. März (19.30 Uhr)

Weitere Infos und Tickets unter: https://www.landestheater-niederbayern.de/events/388

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