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Montag, Juli 22, 2024

Gemeinderat stimmt für den Austritt aus der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald

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Bei der Gemeinderatssitzung am Montag in Bayerisch Eisenstein wurde der Austritt der Gemeinde aus der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald GmbH beschlossen

In der vergangenen Woche fand bereits eine Sitzung des Tourismusausschusses in der Gemeinde statt, bei der die aktuelle Situation beraten wurde. Bei dieser Sitzung standen Geschäftsführer der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald Robert Kürzinger und Aufsichtsratsvorsitzender Alfons Schinabeck dem Gremium Rede und Antwort. Bei der zweiten Sitzung am Montag, bei der auch die Abstimmung stattfand, waren Aufsichtsratsvorsitzender Alfons Schinabeck und die Leiterin der Tourist-Information in Bayerisch Eisenstein, Daniela Schwarz, anwesend.

„Leider war im Antrag zu dieser wichtigen Entscheidung vermerkt, dass keine Diskussionen zugelassen werden. Somit wurde uns gestern keine Möglichkeit geben, uns vor dem Gremium zu äußern“, so Alfons Schinabeck. „Die Entscheidung wurde demokratisch getroffen, daher muss ich diese auch akzeptieren, obwohl ich diese in keinster Weise nachvollziehen kann. Der Wunsch auf Abstimmung kam überraschend und zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt“, so der Geschäftsführer der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald Robert Kürzinger. „Dieser Beschluss schwächt die gesamte Region Bayerischer Wald, die Firma aber vor allem den Grenzort Bayerisch Eisenstein. Der Gemeinderat hat damit die Tourismusarbeit in Eisenstein zum Jahresbeginn 2025 auf null gesetzt“, schlussfolgert Kürzinger.

Weiter erklärt er, dass es für die Entscheidung weder eine wirtschaftliche noch eine sonstige nachvollziehbare Begründung gäbe. In den letzten Jahren hat sich die Tourist-Information Bayerisch Eisenstein innerhalb der Ferienregion wunderbar entwickelt. Die Übernachtungszahlen in Bayerisch Eisenstein stiegen in Jahr 2023 um 2%, die Zahl der Gästeankünfte um 9% im Vergleich zu 2022. Auch in diesem Jahr seien die Übernachtungszahlen Januar bis Mai im Vergleich zu 2023 um 9%, die der Ankünfte um knapp 15% gestiegen. Damit einher geht die Steigerung der gemeindlichen Einnahmen durch die Erhöhung des Kurbeitrags im letzten Jahr. „Die Kolleginnen und Kollegen vor Ort und in der Ferienregion leisten hervorragende Arbeit. Viele Orte im Bayerischen Wald hatten in der ersten Jahreshälfte einen massiven Einbruch der Übernachtungszahlen zu verzeichnen, was sicher den derzeit schwierigen Rahmenbedingungen geschuldet ist“, schildert Kürzinger die aktuelle Situation.

Die Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald befindet sich gerade in einem Restrukturierungsprozess, bei dem der Verein und die GmbH verschmolzen werden, was eine große buchhalterische und verwaltungstechnische Entlastung bedeutet. „In den zahlreichen Sitzungen und Besprechungen zu diesem Prozess war auch der Bürgermeister von Bayerisch Eisenstein, Michael Herzog, involviert und hat aktiv an unserer gemeinsamen Firma mitgearbeitet, dafür möchten wir ihm an dieser Stelle auch unseren Dank aussprechen“, so Alfons Schinabeck. „Die Entscheidung für den Austritt ist sehr unglücklich. Ich persönlich war sehr oft und sehr lange in den Sitzungen des Tourismusausschusses und des Gemeinderates und habe Rede und Antwort gestanden. Auch haben einige Gemeinderäte aus Bayerisch Eisenstein immer wieder Informationen angefordert und diese auch erhalten. Die fachliche Kompetenz und das hohe Engagement der Kolleginnen in der Tourist-Information Eisenstein ist bei den Gästen und Vermietern sehr geschätzt“, berichtet Kürzinger.

Doch der Geschäftsführer blickt in die Zukunft: „Auch wenn gerade die Enttäuschung überwiegt, werden wir den Blick nach vorne richten. Wir werden, gemeinsam mit dem Aufsichtsrat die Restrukturierung der Firma Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald GmbH mit Hochdruck vorantreiben“. Der Aufsichtsratsvoritzende Schinabeck ergänzt: „Die kommunale Selbstverwaltung der Gemeinden bei solchen Entscheidungen ist richtig und wichtig. Die allgemeine Kostensituation der Gemeinden wird aber zunehmend immer schwieriger. Ein einzelner Ort kann niemals die Sichtbarkeit einer ganzen Region bekommen. Die Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald ist auf dem richtigen Weg und ich freue mich auf die nächsten Wochen, in denen wir uns gemeinschaftlich den Herausforderungen der Zukunft stellen werden. Alle Bürgermeister werden intensiv zusammenarbeiten, um die passenden Rahmenbedingungen zu ermöglichen, damit unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin erfolgreich ihren Job machen können“.

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