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Donnerstag, Mai 30, 2024

Fliegen, Erdbeerjoghurt und Demokratie im Metakabarett

Lesestoff

Josef Hader eröffnete den Kabarett Winter Waldkirchen

(von Tobias Schmidt)

Waldkirchen. Am vergangenen Freitag gab der österreichische Kabarettist, Autor und Schauspieler Josef Hader ein Gastspiel in der vollbesetzten Turnhalle des Johannes-Gutenberg-Gymnasiums.
Das Best Of-Programm „Hader spielt Hader“ war eine gelungene Eröffnung des diesjährigen Kabarett Winters Waldkirchen. Hader macht sich darin mittels Nummern wie „Humanismus“, die die Publikumserwartung von Politikerbashings „im Scheinwerferlicht hinters Licht führt“ frei und allen „Mut zum Klischee“. Sich über Rentner, Frauen, Kroaten, Tschechen, Haustierhalter echauffierend, führte Hader die Zuschauer zu über am E-Piano dargebotene nonchalante Endreim-Couplets auf allerlei abenteuerlich-doppelbödigen Pfaden von Pointe zu Pointe. So erfuhr man, warum Politiker in der gleichen Parallelwelt wie Katzen leben, oder warum in einer gemäßigten Diktatur der Erdbeerjoghurt besser wäre als in der Demokratie. Bisweilen lockte Hader sein Publikum aber auch gern einmal auf eine falsche Fährte mit einhundertachtzig Grad-Kehre statt Pointen-Karambolage. Landromantik entlarvt er mit der Flugbahn einer Fliege beim Bauernbegräbnis: von der Leiche, zum Misthaufen, zum Kuchen, zur Leiche, zum Misthaufen… Wo’s das heute in Zeiten der Kühlketten – „in unserer insgesamt kälter gewordenen Zeit“ – denn noch gäbe?

Nach langen zwei Stunden, Haders schöne, bei Tom Waits entlehnter Ottakring-Moritat „In da Nochbaschoft“ noch im Ohr, kommt man schließlich auf den „Trichter“: Das ist aus seiner Comedyverkehrung heraus erzähltes Kabarett über die Natur von Kabarett. Hader geht man gern „auf diesen Leim“.

Josef Hader, österreichischer Kabarettist, Autor und Schaupsieler (Foto: Schmidt)

Weiter geht’s beim Kabarett Winters Waldkirchen im Januar 2018 mit drei Veranstaltungen im Bürgerhaus: Wolfgang Krebs „Die Watschenbaum Gala“ (13.01.), Django Asüls „Rückspiegel 2017“ (18.01.) sowie Hannes Ringlstetter & Band, die am 28.01. die Welt anhand der Koordinaten „Paris, New York, Alteiselfing“ vermessen. Am 17. Februar folgt dann Constanze Lindner „Jetzt erst mal für immer“ im HNKKJ, Stephan Zinner schaut am 24.02. (nein, nicht als Markus Söder-Double vom Nockherberg) in der TSV Turnhalle vorbei. Und zwar „relativ simpel“ zum Kabarettwinter-Kehraus. Karten sind bei okticket.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

(Titelbild: Josef Hader, österreichischer Kabarettist, Autor und Schauspieler – Foto: Schmidt)

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