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Freitag, Mai 24, 2024

Die neue Generation macht nicht immer alles besser

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Qualität kostet – das ist kein Geheimnis. Auch eine Auswertung von 580 Fahrzeugen, die der ADAC getestet hat, belegen dies, wenn es um die Verarbeitungsqualität geht. In den meisten Fällen haben die teuren Premiummodelle hier naturgemäß die Nase vorn und vor allem wertigere Materialien im Innenraum. Doch es gibt auch Ausnahmen – sowie Fort- und Rückschritte bei den neuen Modellgenerationen. Zu den Aufsteigern gehören nach Einschätzung des Automobilclubs die aktuelle 3er-Reihe von BMW und der neue rein elektrische Fiat 500e. Auch die Neuauflagen von Skoda Fabia, Toyota Yaris und Nissan Leaf lassen den jeweiligen Vorgänger hinter sich, schneiden absolut gesehen jedoch nur durchschnittlich ab.

Zu den „Absteigern“ zählt für den ADAC der Audi A3 Sportback, bei dem unter dem Kofferraumboden beispielsweise blankes Blech zum Vorschein kommt – beim Vorgängermodell war die Reserveradmulde noch mit Teppichen ausgekleidet. Auch der Golf 8 hat im Vergleich zur siebten Generation Federn gelassen. So wurde beispielsweise die Gasdruckfeder für die Motorhaube durch einen günstigeren Haltestab ersetzt. Genauso sehen die Tester die Hyundai-Modelle i20 und i10, die in der jüngsten Fahrzeuggeneration in puncto Verarbeitungsqualität nach Einschätzung des Automobilclubs merklich nachgelassen haben.

Der ADAC erfasst in seinem Autotest anhand von 34 Bewertungskriterien die Verarbeitungs- und Materialqualität eines Modells (Foto: Autoren-Union Mobilität/ADAC)

Bei den „Aufsteigern“ in der Materialqualität gewinnt der Renault Zoe mit ansprechendem Interieur – und das in der Kleinwagenklasse und dem besonders preissensiblen Segment der E-Autos. Den größten Abstieg zeigt die C-Klasse von Mercedes: Die verwendeten Materialien im Innenraum sind nur noch im oberen Bereich weich, unterhalb des Sichtbereichs kommt harter und damit kratzempfindlicher Kunststoff zum Einsatz, wie die ADAC-Tester feststellten.

Auch bei den meisten Neuerscheinungen aus dem VW-Konzern fällt die Verarbeitungs- und Materialqualität der neuen Modelle im Test deutlich schlechter aus als bei den Vorgängern und liegt inzwischen bei einigen Fahrzeugen sogar unter dem Klassendurchschnitt. Dies ist umso ärgerlicher, da die Einsparungen gleichzeitig mit immensen Preiserhöhungen einhergehen, beklagt der Automobilclub. Teilweise verteuerten sich die Fahrzeuge in den vergangenen Monaten um mehrere tausend Euro.

Der ADAC hat die Verarbeitungs- und Materialqualität aktueller Modelle mit denen der Vorgängergeneration verglichen (Foto: Autoren-Union Mobilität/ADAC)

Einige Hersteller versuchen aber, den Kunden totz vergleichsweise günstiger Fahrzeugpreise eine gute Materialqualität zu bieten. So bietet beispielsweise der Mazda 3 in den Augen des Automobilclubs ein für einen Kompaktwagen bemerkenswert wertiges Interieur.

Der ADAC hat die Verarbeitungs- und Materialqualität aktueller Modelle mit denen der Vorgängergeneration verglichen (Foto: Autoren-Union Mobilität/ADAC)

Im ADAC-Autotest wird die Material- und Verarbeitungsqualität anhand von 34 Bewertungskriterien beurteilt. Bei der Verarbeitung der Karosserie sind das die Güte der Spaltmaße, fehlende Türrahmenverkleidung, scheppernde Türen bei geöffnetem Fenster und kratzempfindliche Kunststoffe. Bewertet werden aber auch die Material- und Verarbeitungsqualität im Innenraum, wie etwa knarzendes Plastik, unverkleidete Bleche, ungeschäumte Kunststoffe an Armaturenbrett sowie Türverkleidungen oder Dachsäulen ohne Stoffbezug. (aum)

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