Planen für die Zeit nach Corona: Trotz enormer wirtschaftlicher Herausforderungen will das Handwerk auch künftig im großen Stil ausbilden

Regensburg (obx) – 15.000 jungen Menschen eröffnen die rund 39.000 Betriebe des ostbayerischen Handwerks derzeit mit einer Ausbildung die Chance auf eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie wollen die Unternehmen auch künftig Jugendlichen eine Perspektive geben. Das machten die Mitglieder der Vollversammlung der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz jetzt in Regensburg deutlich. „Lehrstellen zu streichen, das wäre das falsche Signal“, sagt Dr. Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer.

Ostbayerns Handwerk ist sich einig: Gerade in einer wirtschaftlich schweren Zeit sei es unerlässlich, in gut ausgebildeten Nachwuchs zu investieren, lautet das Fazit der Vollversammlung. Ein Nachlassen der Ausbildungsbereitschaft ist im ostbayerischen Handwerk bislang nicht erkennbar. Das bestätigt auch eine neue Umfrage des Zentralverband des Deutschen Handwerks: Demnach will fast jeder zweite Betrieb (45 Prozent) sein Ausbildungsangebot beibehalten oder erhöhen. Nur jedes vierte Handwerksunternehmen (25 Prozent) überlegt, die Ausbildungsleistung aufgrund von Corona zu hinterfragen. 

„Die jungen Menschen brauchen eine berufliche Perspektive, während die Betriebe Fachkräfte benötigen. Es gibt eine Zeit nach Corona“, sagt der ostbayerische Handwerkspräsident. Wer jetzt nicht weiterhin ausbilde, der verschärfe den Fachkräftemangel und dem fehlen dann schmerzlich Mitarbeiter, so Haber. Zudem betont er die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft: Das Handwerk beschäftigt heute jeden dritten Auszubildenden und ist in vielen Regionen einer der wichtigsten Arbeitgeber. Allein in Ostbayern zählen die Betriebe rund 215.000 Beschäftigte.  Die Corona-Krise verdeutlicht nach Meinung der Vollversammlung die Stärken des Handwerks: „Wir haben auch während des Shutdowns dafür gesorgt, dass die Versorgung mit dringenden Produkten und Dienstleistungen gewährleistet war“, so die Mitglieder. „Wie schon in vergangenen Krisenzeiten, beispielsweise der Finanzkrise 2008, beweist sich das Handwerk erneut als Stabilitätsanker“, sagt Jürgen Kilger, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Das Handwerk sei krisenfest, anpassungsfähig, loyal gegenüber seinen Mitarbeitern, mache Karrieren in der Heimat möglich und schaffe Perspektiven für junge Menschen.

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