Trotz Corona-Pandemie bleibt die Ausbildungsbereitschaft von Ostbayerns Handwerksbetrieben hoch

Regensburg (obx) – In Ostbayern hat das Handwerk bei der Suche nach Karriere- und Berufsperspektiven bei Jugendlichen weiter „goldenen Boden“. Allerdings hinterlässt die Corona-Pandemie auch dort Spuren. Knapp 4.700 junge Frauen und Männer haben Anfang September eine Lehre in einem der rund 38.000 Handwerksbetriebe in Niederbayern und der Oberpfalz begonnen – das ist ein Minus von rund neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die zuständige Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz sieht in der Pandemie neben den gesunkenen Zahl von Schulabgängern die Hauptursache für diese Entwicklung: „Corona verzögert die Berufswahl“, heißt es von der Kammer. Viele Betriebe suchen auch derzeit noch händeringend nach Nachwuchs. Mehr als 1.400 Ausbildungsstellen waren zum Stichtag Ende August noch frei.

2.214 junge Menschen starteten im neuen Ausbildungsjahr ihre Lehre im Oberpfälzer Handwerk. Das ist ein Minus von rund sieben Prozent. In Niederbayern begannen 2.458 Jugendliche eine Handwerksausbildung, knapp elf Prozent weniger als 2019. In der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer waren ostbayernweit Ende August 1.448 freie Ausbildungsplätze gemeldet, mit 724 unbesetzten Stellen exakt die Hälfte davon jeweils in Niederbayern und in der Oberpfalz.    

Die meisten freien Stellen gibt es in den Berufen Elektroniker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Metallbauer, Kraftfahrzeugmechatroniker, Maurer, Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, Kaufmann für Büromanagement, Feinwerkmechaniker, Tischler sowie Maler und Lackierer. Für Jugendliche bedeutet das: „Auch nach dem offiziellen Start ins Ausbildungsjahr ist es möglich, im Traumberuf durchzustarten“, sagt Ostbayerns Handwerkspräsident Georg Haber. Denn ein Lehrvertrag könne auch im laufenden Jahr abgeschlossen werden. Das Handwerk hofft nach Worten Habers auf einen gewissen Nachholeffekt bis Ende des Jahres.

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