Passau. In regelmäßigen Abständen suchen die Abgeordneten Walter Taubeneder und Dr. Gerhard Waschler den Austausch mit den Gymnasial-Schulleitern der Region. „Die Gespräche und Rücksprache mit der geballten Kompetenz vor Ort sind äußert wichtig für unsere Arbeit im Bayerischen Landtag“, dankt MdL Walter Taubeneder für die rege Teilnahme der an der Diskussionsrunde. Aus Stadt Passau und den Landkreisen Passau, Freyung-Grafenau und Deggendorf hatten sich Schulleiter zusammengefunden um aktuelle schulpolitische Themen, wie die Beschulung von Flüchtlingen, den Einsatz von digitalen Medien und Lernplattformen oder auch den Schulversuch ‚Mittelstufe plus‘ zu besprechen.
„Uns ist durchaus bewusst, dass alle bildungspolitischen Entscheidungen gründlich vorbereitet werden müssen. Deswegen ist dieser Austausch sehr wichtig“, steigt MdL Waschler in die Diskussion ein. Die Bayerische Bildungslandschaft sei im innerdeutschen und europäischen Vergleich hervorragend und man arbeite stets mit den neuen Gegebenheiten, um noch besser zu werden. Damit nimmt der bildungspolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion Bezug auf die schulischen Herausforderungen durch den Flüchtlingszustrom. Auch wenn hinsichtlich der Beschulung von Flüchtlingen die Belastung für Gymnasien gegenüber anderen Schularten fast unwesentlich sei, nehme man die Anliegen der Schulleiter ernst. „Wir nehmen insgesamt viel Geld in die Hand. Die Unterstützungsmaßnahmen fließen jedoch hauptsächlich in die Grund- und Mittelschulen sowie berufliche Schulen. Gymnasien erhalten bayernweit Unterstützung im Rahmen des sogenannten Pilotprojektes InGym“, erklärt MdL Waschler, der bildungspolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion. An ausgewählten Schulen werden hier die Flüchtlinge, die für eine gymnasiale Beschulung geeignet seien, zusammengefasst und entsprechend gefördert. Zusatzangebote, wie beispielsweise in der Sprachförderung, können die Schulen vor Ort anbieten.

Laut der einhelligen Meinung der Gymnasial-Schulleiter gebe es zudem Nachholbedarf, was die digitale Ausstattung an Schulen und deren fachmännische Betreuung angehe. „Der Breitbandausbau kommt zwar voran, aber uns macht der rasante technische Fortschritt bei der digitalen Infrastruktur an den Schulen zu schaffen“, so die Schulleiter. Die zuständigen Systemadministratoren an den Einrichtungen seien oft überfordert. „Ein zusätzliches Stundenkontingent, oder besser noch ein Experte von außen, wären hier hilfreich – wir kommen den Anforderungen sonst nur schwer hinterher“, betont auch Martin Thalhammer, Schulleiter des Gymnasiums in Pocking.
Für Gesprächsstoff sorgte vor allem der Modellversuch ‚Mittelstufe plus‘ an den bayerischen Gymnasien. „Wichtig ist uns, dass auch die Eltern wissen, dass dies momentan nur ein Modellversuch ist, über den noch nicht abschließend entschieden wurde“, so Guntram Kraus, Schulleiter vom Adalbert-Stifter-Gymnasium in Passau, der angesichts der bisherigen Nachfrage von Grundschuleltern nach der ‚Mittelstufe Plus‘ einen Wettbewerbsnachteil für die Schulen feststellte, die momentan nicht am Modellversuch teilnehmen. Vielmehr sei zu betonen, dass für die übertrittswilligen Grundschulkinder dieses und der nächsten Jahre, bei ihrer Schulwahl die Frage nach der ‚Mittelstufe Plus‘ völlig irrelevant sei. „Wenn, wie es scheint, positiv über den Versuch entschieden wird, werden in unserem Raum ohnehin alle Gymnasien mitmachen. Und für die jetzigen Viertklässler, so sie an ein Gymnasium wechseln, steht erst im Frühsommer 2019 die Entscheidung an, ob sie die Mittelstufe Plus besuchen wollen oder nicht“, macht Kraus nochmal deutlich. Gleichzeitig übermittelten die Schulleiter die dringliche Bitte an die Politik, den Modellversuch nochmals intensiv im Landtag zu besprechen – vor dem Hintergrund einer unbürokratischen Handhabung der schulischen Umsetzbarkeit und dem Erhalt bewährter Strukturen und Schulprofile.