„Das ganze Paket ist absolut top“

Fürholz. Zum traditionellen Neujahrsempfang der Fürholzer Malteser in der Alten Schule konnte Gruppenleiter Christian Berger neben zahlreichen Gruppenmitgliedern und Ehrengästen auch Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr und der Säumer begrüßen. Er und seine Kollegen in der Gruppenführung legten auch für 2018 eine beeindruckende Bilanz vor.

Umfangreich war der Rückblick auf das vergangene Jahr der sehr aktiven Gruppe, obwohl sich alle Redner auf das Wesentliche beschränkten. Ein großer Erfolg war der Sieg beim Diözesanwettbewerb der Sanitätsgruppen, „wieder einmal“, wie der stellvertretende Diözesangeschäftsführer Werner Kloiber bemerkte, den die Fürholzer aber in aller Bescheidenheit nur nebenbei erwähnten.

4.140 ehrenamtliche Helferstunden leistete die Gruppe, wie Christian Berger berichtete, in den verschiedensten Einsatzfeldern. So wurden wieder Sanitätsdienste übernommen, z. B. am Skilift, bei diversen Festen und bei Fußballspielen. Die Unterstützungsgruppe Rettungsdienst war bei drei Notfalleinsätzen und beim Gasaustritt am Passauer Bahnhof im Einsatz und nahm an einer Großübung in Riedlhütte teil, bei der ein Busunfall simuliert wurde.

Über den Vereinsausflug zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr berichtete der stellvertretende Gruppenleiter Hans Kloiber, ebenso wie über die zahlreichen Kocheinsätze. Auf diesem Gebiet sind die Fürholzer besonders gefragt und geschätzt. So versorgten sie die mehr als 200 Malteser und ihre Gäste beim Diözesanwettbewerb in Hutthurm. Auch aus dem gesellschaftlichen Leben in der Heimatgemeinde sind die Kochkünste nicht mehr wegzudenken. Ihre „Fuadakich“ ist beim Säumerfest ist eine feste Größe und sie bereiten das leckere Jagdessen zu. Humorvoll war der Rückblick von Hans Kloiber, der in seiner Mannschaft, vom „Rührer“, über den „Alleskönner“ bis hin zum „Nachkoch“ zahlreiche Talente vereint hat.

Über die Aktivitäten der Einsatzleiter Rettungsdienst (ELRD) berichtete der stellvertretende Gruppenleiter Daniel Bauer. „Wenn höherer Koordinationsbedarf besteht und mehrere Verletzte zu versorgen sind oder mehrere andere Organisationen am Einsatzort sind“, dann wird der ELRD zur Unterstützung angefordert, so Daniel Bauer zu deren Einsatzgebiet. 16 Einsätze waren im Jahr 2018 zu verzeichnen.

Helfer vor Ort (HvO)-Leiter Werner Kloiber erklärte: „Wenn es in der Gemeinde Grainet einen Notarzteinsatz gibt, werden wir alarmiert.“ 79 Mal war das im vergangenen Jahr der Fall. Mit 45 Einsätzen war Werner Kloiber der aktivste HvO. Er lobte, dass sich mit Gina Schmidt und Beatrice Rott zwei junge Malteserinnen neu bei den HvO engagieren: „Wir sind wirklich froh, wenn ihr dabei seid“, und überreichte ein kleines Geschenk. „Meistens geht es gut aus. Aber dieses Jahr hatten wir auch einige tragische Einsätze“, so Werner Kloiber weiter.

: Kreisbeauftragter Ludwig Berger (r.) hat für „Chefkoch“ Hans Kloiber einen großen Kochlöffel aus Ungarn mitgebracht (Foto: Krenn)

Seit der Gründung am 31.12.1999 waren die HvO 1.252 Mal unterwegs. Dazu Werner Kloiber: „Ich glaube, wir waren schon in jedem Haus in der Gemeinde.“ Sein Dank galt allen Spendern: „Ohne sie könnten wir das nicht tun.“ Es gebe Einsätze, da würde Material im Wert von 100 bis 200 Euro verbraucht. „Sauerstoff ist teuer, dann müssen auch Medikamente erneuert werden, die abgelaufen sind, und vieles mehr“, erklärte der HvO-Leiter.

Über den Bereich Ausbildung berichtete Peter Grassl. 188 Erste-Hilfe-Kurse hätten die Ausbilder aus dem Landkreis 2018 gehalten, bei den 116 Kursen in FRG seien 2.110 Teilnehmer geschult worden. Das Einsatzgebiet gehe weit über den Landkreis hinaus bis nach Zwiesel, Bayer. Eisenstein und ins Rottal. Allein 34 Kurse hat Peter Grassl selbst gehalten und ist damit einer der aktivsten Ausbilder im Landkreis.

Christian Berger berichtete über die Ausbildung von Gruppenmitgliedern. Gina Schmidt ist nun Einsatzsanitäterin, ihre Mutter Doris Schmidt absolviert zurzeit die Ausbildung in der Krisenintervention und Daniel Bauer hat die Ausbildung zum Notfallsanitäter erfolgreich abgeschlossen.

Kindergruppenleiterin Alexandra Weiß erklärte, dass aufgrund des Alters der Mitglieder aus der Kindergruppe heuer eine Jugendgruppe werden wird. Die Kinder würden großes Engagement im Bereich der Ersten Hilfe zeigen: „Am liebsten mögen sie Fallbeispiele, bei denen ein Teil Verletzte spielt und die anderen sie versorgen.“ Der Nachwuchs hat sogar schon den Umgang mit dem Defibrillator geübt. In den Gruppenstunden gibt es aber auch andere Aktivitäten, wie z. B. backen. Besonders habe den Kindern eine Gruppenstunde mit Vertretern des Diözesanjugendführungskreises unter dem Motto „Rund um die Welt“ gefallen.

In der Jugendgruppe sind nun alle Mitglieder über 18 Jahre alt und beteiligen sich immer mehr an Aktivitäten und Einsätzen der Erwachsenen, wie in Kohlstattbrunn oder beim Losverkauf am Birkenwaldfest, erklärte Jugendgruppenleiter Fabian Weiß, frisch gebackener stellvertretender Diözesanjugendsprecher.

Christian Berger schaute auf die geplanten Aktivitäten 2019, die zeigten, dass es auch heuer bestimmt nicht langweilig werden wird bei den Fürholzer Maltesern. So steht als nächster größerer Einsatz die Weltmeisterschaft im Hundeschlittenrennen in Haidmühle an.

Werner Kloiber, diesmal in seiner Eigenschaft als stellvertretender Diözesangeschäftsführer, überbrachte die Grüße und den Dank der Diözesangeschäftsstelle: „Die Gruppe Fürholz ist eine sehr starke Gruppe. Wenn etwas in der Diözese passiert, haben die Fürholzer fast überall ihre Finger mit drin“, erklärte er. Sie seien nicht nur regional, sondern sogar international im Einsatz, beispielsweise in Polen, Ungarn und Rom.

„Ein großes Dankeschön, für das, was ihr geleistet habt“, sagte der stellvertretende Diözesanleiter und Kreisbeauftragte Ludwig Berger. „Euer Einsatzgebiet ist sehr vielfältig. Das gibt es im ganzen Landkreis bei den Maltesern nicht in dem Ausmaß. Die Leistung in der Ausbildung hatten wir seit Jahren nicht mehr.“ Was ihn immer wieder fasziniere, seien die Kochkünste von Hans Kloiber. „Darum habe ich ihm aus Ungarn einen großen Kochlöffel mitgebracht.“ Hans Kloiber nahm dieses Geschenk freudig-überrascht entgegen.

Pater Biju Varghese cmi lobte das große Engagement der Malteser deutschlandweit und das der Fürholzer Malteser im Besonderen: „Ihr seid sehr wertvoll für unser Dorf. Unsere Gesellschaft und unser Dorf sind auf Menschen angewiesen, die sich für ihr Umfeld verantwortlich fühlen und aktiv werden. Mir ist bewusst, dass das nicht selbstverständlich ist und ich bin froh, dass es euch gibt.“

Für ihre herausragenden Leistungen als Ausbilder bzw. aktivster HvO bekamen Peter Grassl (l.) und Werner Kloiber einen guten Tropfen (Foto: Krenn)

Stadtpfarrer Johannes B. Trum, Diözesanseelsorger der Malteser, betonte angesichts von Pressemeldungen über Menschen, „die bei Einsätzen meinen, sie müssen ihren Egoismus durchsetzen“, Grundeinstellung solle die Dankbarkeit sein gegenüber Menschen, die helfen. Es solle im Bewusstsein sein: „Ohne dieses Engagement würde unsere Gesellschaft auseinanderbrechen.“

„Liebe Familie der MHD’ler“ begann Bürgermeister Kaspar Vogl sein Grußwort und fuhr fort: „Die Malteser sind eine verschworene Gemeinschaft, die schnell hilft und präzise vor Ort ist.“ Es fasste die Worte seiner Vorredner treffend zusammen: „Das ganze Paket ist absolut top.“