Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich besichtigt umgebaute Stationen am Bezirksklinikum Mainkofen

Mainkofen. Nur die Bilder an der Wand fehlen noch auf den neuen Stationen am Bezirksklinikum Mainkofen, die im Zuge der umfangreichen Neubau- und Umstrukturierungsmaßnahmen kürzlich eröffnet wurden. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich ließ sich von Krankenhausdirektor Gerhard Schneider durch die neuen Abteilungen führen und zeigte sich im Gespräch mit den Chefärzten beeindruckt vom Leistungsspektrum des Klinikums.

Insgesamt 21 Millionen Euro investiert der Bezirk in das größte Gesundheitszentrum Niederbayerns und nicht zuletzt hatte das qualifizierte Bewerberfeld im Zuge des neuen Chefarztpostens der neurologischen Abteilung gezeigt, dass damit das Haus nicht nur für Patienten, sondern auch für Mediziner als Arbeitsort sehr attraktiv ist. Modernste Geräte werden etwa auf der neurologischen Normalstation (C 3.1) mit ihren 44 Betten vorgehalten. Auch die Station für neurologische Frührehabilitation (C 3.6) fülle sich nach der Corona-Pandemie langsam wieder, erläuterte Chefarzt Prof. Dr. Erwin Kunesch. Er sieht seine Abteilung auch bestens für die Behandlung von Schlaganfällen aufgestellt.

Für das Institut für Innere Medizin gab Chefarzt Dr. med. Leonhard Wassermann dem Bezirkstagspräsidenten die Rückmeldung, dass man nun nach dem Umbau beste Arbeitsbedingungen vorfinde. Im medizinischen Alltag sei die Ernährungstherapie von großer Bedeutung. Mit Hilfe eines modernen Gerätes werde zunächst das Körperfett des Patienten genau bestimmt, um etwaige Ernährungs- oder Stoffwechselstörungen ausfindig zu machen. „Rund ein Viertel aller stationärer Patienten hat einen Ernährungsmangel, dem bisher wenig Beachtung geschenkt wird“, so Dr. Wassermann. Doch sowohl die medizinische Behandlung als auch der Muskelaufbau im Zuge von Physiotherapieanwendungen könne erst gelingen, wenn der Stoffwechsel im richtigen Zustand ist. Studien belegen zudem, dass durch eine gezielte, begleitende Ernährungstherapie sowohl die Verweildauer als auch die Komplikationsraten bei den Patienten geringer werden.

Außerdem bekommt die Klinik Ende Juli ein PCR-Laborgerät, um Corona-Tests auszuwerten. „Das Amt für Maßregelvollzug hat für die Forensische Klinik in Mainkofen diese Anschaffung mitfinanziert“, so Klinikdirektor Gerhard Schneider, der in Aussicht stellte, dass vor Ort künftig die Testung für alle Bezirkseinrichtungen vorgenommen werden könne. Für den Chefarzt habe dies große Bedeutung, denn „Corona darf keinesfalls unterschätzt werden“. Es handelt sich um eine schwere Erkrankung, die vor allem die Lunge von Schwererkrankten langfristig stark schädigt. Deshalb geht man in Mainkofen auch davon aus, dass im Herbst – sollte denn eine zweite Welle kommen – die Weaning-Station des Neurologischen Zentrums, in der beatmete Patienten wieder von den Beatmungsgeräten entwöhnt werden, großen Zulauf haben wird. Eine Verharmlosung von Covid-19, wie sie langsam in der Bevölkerung spürbar wird, sei aus Sicht des Mediziners „verantwortungslos“. Deshalb hofft er auch, dass sich die Bayerische Staatsregierung nicht zu früh dem Druck der Bevölkerung beugt und weiter einen vorsichtigen Kurs fährt.

Den Abschluss des Rundgangs bildete die „Alte Bibliothek“ im Hauptgebäude der Verwaltung, die in einen modernen Videokonferenzsaal umgewandelt wurde. Eine Live-Schaltung zu Dr. Claudia Heuschneider ans Bezirkskrankenhaus Passau zeigte dem Bezirkstagspräsidenten, dass das Corona-Virus bei all den negativen Konsequenzen auch positive Entwicklungen, gerade in Sachen Digitalisierung, beschleunigt habe. Zwar war der Raum schon vor der Pandemie geplant, doch werde man künftig – weil es gut funktioniert und angenommen wird – verstärkt auf diverse Teleangebote setzen, führt Gerhard Schneider aus. Olaf Heinrich bedankte sich für die umfassenden Einblicke in die Mainkofner Neuerungen, deren Finanzierung man zum Glück schon lange vor der Pandemie begonnen habe. „Denn nun werden wir in eine kommunalpolitisch spannende Phase eintreten. Investitionen werden angesichts der Wirtschaftsprognosen in Zukunft eine Herausforderung.“

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