Gut versteckt am Fuße des Dreitannenriegels bei Deggendorf liegen die Schwallwiesen. Diese sogenannten Hochlagen-Hangquellmoore sind heute die letzten Zeitzeugen eines ehemals ausgedehnten Wiesen- und Weidegebiets am Dreitannenriegel. Seit dem Ende der Beweidung hat sich der Wald diese Flächen zurückgeholt. Auch die Schwallwiesen würden ohne die zuverlässige Arbeit, der Deggendorfer Naturfreunde, der Familie Gilch und des Naturparks Bayerischer Wald e.V., in der Landschaftspflege nicht in ihrer jetzigen Form existieren können. Letztes Jahr feierten die Naturfreunde Deggendorf ihre dreißigjährige Biotoppflege der Schwallwiese. Diese Wiesen stellen wahre Schatztruhen selten gewordener Pflanzen und Tiere dar. Ein Grund warum auch sie zum FFH-Gebiet Wiesen und Triften um Rohrmünz, Grafling und Frath gehören.

Zwischen den Torfmoosen sind der Rundblättrige Sonnentau, verschiedene Orchideenarten, Wollgräser, die Moosbeere und noch viele weitere Besonderheiten zu finden. Knorrige Wachholdersträucher erzählen von den längst vergangenen Zeiten der Beweidung. Diese Art gilt als Zeiger der Beweidung und ist mittlerweile aus den meisten Regionen des Bayerischen Waldes verschwunden. Ihre spitzen Nadeln schützen sie effektiv vor Verbiss Schäden durch die Pflanzenfresser.

In einer morgendlichen Arbeitsaktion entfernte die Naturpark Rangerin Lea Stier zusammen mit der FÖJlerin des Naturparks alte Zaunstücke von der Fläche. Genau für solche kleineren Maßnahmen und Reparaturen die schnell und unbürokratisch ablaufen sollen, stehen dem Naturpark Bayerischer Wald e.V. seit Beginn dieser Saison vier Naturpark-Ranger zur Verfügung. Das Aufgabengebiet der studierten Biologin ist breit aufgestellt. Zukünftig verstärkt sie den Naturpark Bayerischer Wald in den Bereichen Naturschutz und Landschaftspflege, Monitoring, Besucherlenkung und Öffentlichkeitsarbeit. „Eine vielfältige und abwechslungsreiche Arbeit, deren Herausforderungen ich gerne annehme und gegen nichts tauschen würde“ so die Rangerin. Zuständig ist die Rangerin für den gesamten Landkreis Deggendorf nördlich der Donau, den Sonnenwald am Brotjacklriegel und das Hochmoor Totenau bei Kirchberg. Sowohl im Gelände, wie auch über die angegeben Kontaktdaten steht ihnen Frau Stier als Ansprechpartnerin des Naturparks zur Verfügung. Sie freut sich zukünftig auf eine gute Zusammenarbeit mit allen Institutionen und Akteuren auf diesem Gebiet und kann unter folgender Adresse kontaktiert werden:

Info-Zentrum 3, 94227 Zwiesel; Tel. 0170 260 77 11;   l.stier@naturpark-bayer-wald.de