Eigentlich finde ich den Besen, den ich vor der Haustür von Alois Weiß in Kleinrathberg sehe, viel zu schade, um einfach damit zu kehren. Vielmehr scheint er mir wie ein dekoratives Element, das da neben dem Eingang platziert wurde. Ein Arbeitsgerät, das dazu auch noch gut aussieht – das ist doch mal was!

(von Doris Blöchl)

Mit einem freundlichen Lächeln begrüßt mich Alois Weiß in seiner Wohnstube, wo ein Holzofen gemütliche Wärme verbreitet. Sollen hier die Besen gebunden werden? Wohl kaum. Obwohl – gearbeitet wird hier auch, denn Alois Weiß hat neben der Besenbinderei noch eine weitere Passion: er stellt Brotkörbe aus Stroh in Handarbeit her. Und die können sich wirklich sehen lassen! Loses Stroh und halbfertige Körbe lassen darauf schließen, dass Alois in jeder freien Minute daran arbeitet. “Ja, das stimmt. Für einen großen Brotkorb mit einem Durchmesser von etwa 30 Zentimeter brauche ich schon mal 15 Stunden oder so“, erklärt er. Wobei hier eine ganze Menge Fingerfertigkeit gefragt ist, denn die Strohstränge müssen sehr eng zusammengedreht und dann gebunden werden.

Alois Weiß beim Korbflechten

Alois Weiß beim Korbflechten

Und die fertigen Körbe sehen wirklich perfekt aus. “Die Bäckerei Pilger hat beispielsweise einige Körbe für die Präsentation ihrer Waren bei mir bestellt. Die waren dann schon relativ groß, aber sie eignen sich sehr gut für diesen Zweck, weil das natürliche Material Stroh ganz gut passt.“ Das Stroh als Rohmaterial für die Brotkörbe holt Alois meist in Österreich. Die Nähe zur Grenze kommt ihm hierbei zugute, denn der Getreideanbau wird bei den österreichischen Nachbarn intensiver betrieben als auf deutscher Seite. Man möchte meinen, der “Lois“ hätte dieses Handwerk gelernt. Doch eigentlich war er 40 Jahre lang als Fernfahrer tätig und macht das Ganze “nur nebenbei“ in der Rente, wie er erzählt.

(Die ganze Geschichte jetzt zum Nachlesen in der neuen ‚Waldwärts‘ (PDF), Ausgabe KW 49/16)

(Fotos: MuW/d.blöchl)