Vor 20 Jahren war der Start einer Erfolgsgeschichte

Bereits Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gab es erst Vorgespräche mit der Deutschen Bahn, der Tschechischen Bahn und der Nationalpark- und Landschaftsschutzgebietsverwaltung Šumava zur Errichtung eines gemeinsamen Infozentrums in der grenzdurchschnittenen, historischen Eingangshalle. Mühsam war der Vorlauf. Es handelte sich noch um eine EU-Außengrenze, es gab kein Schengenabkommen und die Sprachbarriere war ein Problem. Ohne die richtigen Dolmetscher ging es überhaupt nicht vorwärts.

Erst als es den Naturparkverantwortlichen gelang, eine Finanzierung mit 50 % INTERREG- Fördermitteln und 50 % Naturschutzfondsmitteln auf die Beine zu stellen, war der Weg für das damals 1, 25 Millionen DM umfassende Projekt geebnet.

Als Ausstellungsinhalte präsentierte man die vier aneinandergrenzenden Großschutzgebiete Naturpark Bayer. Wald, Landschaftsschutzgebiet Šumava und die beiden Nationalparke Šumava und Bayerischer Wald. Auf 250 m² Fläche, angemietet von der Deutschen und Tschechischen Bahn, präsentierte man den Landschaftsraum von der Donau zur Moldau eine Infotheke mit kleinem Laden und einen Veranstaltungsraum, in dem auch Wechselausstellungen stattfinden konnten. Der Bahn als umweltfreundlichem Verkehrsmittel widmete man ebenfalls einen Schwerpunkt. Unzählige zweisprachige Veranstaltungen, Seminare und Ausstellungen, sowie grenzüberschreitende Treffen hatte man in der Zeit abgehalten. Prominente aus aller Welt suchten den Ort auf, um am historischen Grenzstein 3/1 mit zwei Beinen in zwei verschiedenen Ländern stehen zu können. Den ersten Dämpfer in der euphorischen Entwicklung der zusammenwachsenden Beziehung beider Länder bekam man in der BSE-Krise, als über Nacht die Grenze und damit auch die Eingänge zum Infozentrum geschlossen wurden. Im Jahr 2020 wiederholte sich das dann Mitte März mit der Corona-Pandemie.

Insgesamt 1,3 Millionen Besucher haben sich seither Rat an der Infotheke geholt oder haben die im Jahr 2014 eröffneten NaturparkWelten besucht. Vor allem als Schlechtwettereinrichtung für Besucher ist der Grenzbahnhof sehr gefragt. Am meisten Frequenz stellt man an Schlechtwettertagen fest, oft mehrere hundert Besucher pro Tag, so Heinrich Schmidt, der erste Naturparkvorsitzende. Bürgermeister Michael Herzog bekräftigte, dass auch weiterhin die für Bayerisch Eisenstein sehr wichtige Attraktion an der Grenze nach Kräften unterstützt wird. Für den Tourismus in Bayerisch Eisenstein ist das Baudenkmal ein Glücksfall. Wir wollen auch künftig stets mit Neuerungen aufwarten, so Geschäftsführer Hartwig Löfflmann, im Rahmen der grenzüberschreitenden Umweltstation ist man gerade dabei, das Thema Barrierefreiheit weiter zu verbessern.

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