(Interview)

Frau Hopfer, was hat Sie bewegt, den Kapellenhof zu kaufen?

Im Herbst 1993 ist mein damals zweieinhalb Jahre altes Fohlen „Mucka“ auf den Kapellenhof übersiedelt. Heute ist sie 27 Jahre alt und gesund: die Folge eines guten und pferdegerechten Lebens in einer Herde mit 19 anderen Pferden. Gisela Thuringer führt seit 1993 auf den mehr als 20 Hektar Wiesen rund um den Kapellenhof eine nachhaltige Landwirtschaft. Die Pferde fressen hier nur eigenes Gras und Heu. Die Wiesen um den Kapellenhof wurden vor 10 Jahren von einer Pferdezeitschrift als „Artenreichste Pferdeweide Deutschlands“ ausgezeichnet. Diese Art der Landwirtschaft zu erhalten und dem seit den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts nicht mehr renovierten Altbau Schönheit zu schenken war eine Herausforderung. Ich habe in meinem Berufsleben für den ORF-Salzburg nicht nur viele aktuelle Reportagen, sondern auch etwa 30 längere Filme gemacht. Mit der dabei erlernten Disziplin wurde die Sanierung der Gebäude geplant. Der Rest waren Hausverstand und die Hilfe hervorragender heimischer Handwerker.

Was fasziniert Sie an der Abgeschiedenheit des Bayerischen Waldes?

Seit 1986 wohne ich im Bayerischen Wald und fahre zur Arbeit nach Salzburg. In diesen Jahrzehnten hat sich die Landschaft verändert. Der Anteil der Natur hat rasend schnell abgenommen. Sie ist Gewerbegebieten, Einkaufszentren auf der freien Wiese, Straßenprojekten und Intensivlandschaften gewichen. Diese Entwicklung hat den Bayerischen Wald erst in abgemilderter Weise erreicht. Die „Waidler“ können heute etwas anbieten, das es anderswo nicht mehr gibt: Natur. Der Wert unserer Natur steigt von Jahr zu Jahr. Wir müssen aufpassen, dass wir ihn nicht verspielen und zu Billigpreisen verschleudern.

Das ganze Interview zum Nachlesen unter diesem (PDF-) Link (Seite 9); ‚WALDWÄRTS‘, Ausgabe KW 24/18.

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