FDP-Politiker setzt Veranstaltungsreihe im Nationalpark Bayerischer Wald fort – Positive Erwartungen an Erweiterung

Waldhäuser im Landkreis Freyung-Grafenau. Der Nationalpark Bayerischer Wald, der gerade sein 50-jähriges Bestehen feiert, wird größer. Am Dienstag stimmt die Staatsregierung über die Erweiterung des Schutzgebietes ab; circa 600 Hektar Fläche östlich der Gemeinde Mauth sollen dazu kommen. Eine positive Entscheidung gilt als sicher; das letzte Wort hat der Bayerische Landtag. Vor diesem Hintergrund fanden am Wochenende bei einer Wanderung rund um den Lusen die „6. Gipfelgespräche“ statt – eine Veranstaltungsreihe des Freyunger Landtagsabgeordneten das Alexander Muthmann. „Das Erweiterungsgebiet  grenzt direkt an den Nationalpark Šumava, so dass wir gemeinsam diesen Kristallisationspunkt für Naturerleben weiter ausbauen können“, freut sich Nationalparkchef Dr. Franz Leibl.

Über die steinige Himmelsleiter stieg eine interessierte Gruppe mit Wanderern aus der Region und aus München hinauf zum Lusengipfel   in 1 373 Meter Höhe. Unter dem Gipfelkreuz schilderte Ernst Kandlbinder, Bürgermeister der Erweiterungsgemeinde Mauth, die Stimmung in der Bevölkerung und die Erwartungen einer künftigen Nationalparkgemeinde. In den 1990-er Jahren habe er als Bub die toten Wälder am Lusen selbst erlebt. Die Menschen in der Region seien verbittert gewesen, weil  der Borkenkäfer ihre Heimat auffresse, erinnerte Kandlbinder an die früheren Auseinandersetzungen. „Inzwischen kann man sehen, wie neuer grüner Wald ohne Zutun des Menschen nachwächst. Der Nationalpark hat internationale Reputation, verhilft dem Bayerischen Wald  deutschlandweit und international zu einem positiven Image“, sagte der Mauther Bürgermeister und fasste Aussagen von Gästen in dem Satz zusammen: „Ihr lebt im Paradies.“ Die meisten Bürgerinnen und Bürger seiner Gemeinde seien dem Nationalpark gegenüber aufgeschlossen; der Gemeinderat habe sich einstimmig für die Vergrößerung ausgesprochen. Die Folgerung des Landtagsabgeordneten Alexander Muthmann: „Man muss den Pionieren der Nationalparkidee Dank und Anerkennung zollen, dass sie trotz größter Widerstände diese Vision nicht aufgegeben haben, von der wir heute so offensichtlich profitieren.“

Mit dem Erweiterungsstreifen, der noch den Bayerischen Staatsforsten gehört, bekommt der Nationalpark Bayerischer Wald mit dem Hochmoor „Finsterauer Filz“ und der alten Holztrift „Hammerklause“ zwei weitere Kleinode, berichtete Nationalparkchef Dr. Franz Leibl. Der Bereich des Grenzübergangs Buĉina/Buchwald um den Wistlberg solle mit Rad- und Wanderwegen ausgebaut werden.

Die Tour über den Lusensteig zur Schwarzbach- und Reschbachklause hatten Franz Leibl und Ranger Mario Schmid ausgesucht, um den Gästen zu zeigen, wie sich die Waldnatur nach 50 Jahren Nationalpark auf großer Fläche verjüngt hat. Dass ein gesunder neben einem toten Baum wächst, sorgte bei manchen Wanderern für Staunen. Die Erklärung des Fachmanns: „Wenn ein Baum stirbt, fallen erst die Nadeln ab, dann bröckelt die Rinde. Ein Fichtensamen hat ideale Startbedingungen, wenn er dort hin geweht wird, wo  auch noch ein toter Stamm steht, an dem sich die Sonne anlegt und die Wärme speichert. Es ist eine ideale Symbiose.“ Totholz speichere außerdem besonders viel Kohlenstoff und trage damit zum Klimaschutz bei.

„Wir sind hier im Wolfsgebiet, haben den Luchs als Mitjäger“, berichtete Dr. Franz Leibl und betonte mit Blick über die Grenze in den Nationalpark Šumava: „Wir leben in einer sehr exklusiven Landschaft, die es in Mitteleuropa nur hier gibt!“ Schließlich bildeten die Nationalparks Bayerischer Wald mit derzeit noch 24 250 Hektar und Böhmerwald (Šumava) mit 69 000 Hektar Fläche das größte zusammenhängende Waldgebiet Europas. Martin Hagen, der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag, machte der Tag im Nationalpark „Lust auf den Bayerischen Wald.“ Vor allem von den urwaldähnlichen Strukturen und der Bedeutung des Totholzes für einen neuen Wald zeigte er sich beeindruckt. Sein Kommentar: „Wir von der FDP-Fraktion unterstützen die Erweiterung des Nationalparks und hoffen, dass am Dienstag die Weichen richtig gestellt werden.“ Und Gastgeber Alexander Muthmann ergänzte: „Es darf nicht bei der Ankündigung bleiben. Die  versprochenen  Begleitgeschenke müssen auch finanziell und personell abgesichert werden!“

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