Parapluie präsentiert eine neue Revue mit Schlagern und Filmmelodien der 1930er Jahre

(von Tobias Schmidt)

Sieh da! Max ist wieder einmal auf der Suche nach dem Glück! Der etwas chaotische Schauspieler und meist mittellose Lebenskünstler ist die Hauptfigur in den beliebten Musikrevuen der Passauer Gruppe Parapluie.

Seit 20 Jahren haben sich Bärbel Löflath (Violine), Gerhard Baier (Akkordeon), Oskar Kappelmeyer (Kontrabass) und Sänger-Conférencier Franz Elender auf Schlager- und Filmmelodien der 1920er und 1930er Jahre spezialisiert. Stets eingebettet in eine Geschichte, die zum Schmunzeln, gelegentlichen Mitleiden, Augenverdrehen über ach so viel Tollpatschigkeit, und manchen auch zum Mitsingen anregt. Diesmal hat sich Max in den „blonden Engel“, eine Varieté-Sängerin verliebt. Seine Freunde hatten ihm ja von der Tingeltangel-Schönheit aus dem fernen Berlin abgeraten, doch Max sucht die Liebe und das Abenteuer. Darum schnappt er sich seinen Hund und treuen Begleiter Flock und auf geht’s nach Berlin. Und weil das notorisch knappe Budget nicht mehr hergibt, reist Max als „blinder Passagier“ in einem Mostfass. Schließlich erlebt der niederbayerische Exilant auch so allerlei in der großen Stadt. Und egal, ob Glückspilz oder Unglücksrabe, ein passendes Lied hat Max dabei immer auf den Lippen…

Eine verrückte Idee diese Reise im Mostfass? Jedoch – wie immer bei Parapluie – zeittypisch und nicht ganz unwahrscheinlich, ließ uns Franz Ederer wissen. Der Rottaler Most sei sehr beliebt gewe-sen im Berlin der Weimarer Republik und der Kriegszeit. Also jener Epoche, aus der noch ein jedes der nunmehr neun Parapluie-Programme sein Repertoire bezieht. Bei der neuesten Produktion „In einem Mostfass nach Berlin“ erklingen diesmal zum Beispiel „Heut Abend lad‘ ich mir die Liebe ein“, 1939 von Zarah Leander in „Das Lied der Wüste“ gesungen. Oder ein Jahr zuvor in „Der Blaufuchs“ noch so ein Klassiker der Schwedin: „Kann denn Liebe Sünde sein?“ Mit George Shearings gesungener Club-Hommage „Lullaby of Birdland“ macht Parapluie diesmal sogar einen Abste-cher in die 1950er.

Das Quartett beweist auch Sinn für Wenig-Gehörtes, etwa mit „So wie ein Lied im Winde verweht“ von Günther Schwenn und Peter Kreuder. Jenem Peter Kreuder, der immergrüne Melodien wie „Musik! Musik! Musik!“, „Ich wollt‘ ich wär‘ ein Huhn“ oder „Sag beim Abschied leise „Servus““ komponierte. Den die Nationalsozialisten aus dem Exil zurück zwangen und der ihnen dafür in so manchem NS-Durchhaltepropagandafilm Swing Passagen „unterschob“.

„So wie ein Lied im Winde verweht“ stammt aus dem heute weithin vergessenen UfA-Zirkusmelodram „Die drei Codonas“. Tanzorchesteraufnahmen bewahrten das Lied, aber den Notentext zu beschaffen sei eine ziemliche Odyssee durch Musikantiquariate gewesen, berichtet Franz Elender.

Dass die sich gelohnt hat, davon kann man sich erstmals am Freitag, 4. Mai um 19.30 Uhr bei der Premiere des neuen Parapluie-Programms „In einem Mostfass nach Berlin“ in der Passauer Redoute überzeugen. Karten zu 15,- /ermäßigt 14,- Euro sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie per Kartentelefon 0170 6543690 erhältlich.