Mittel aus dem Regionalbudget helfen der geschwächten Tourismusbranche schneller auf die Beine – Karlheinz Roth zum neuen Vorsitzenden gewählt

Spiegelau. Mit einem Paukenschlag haben die sechs Bürgermeister der ILE-Nationalparkgemeinden Bayerischer Wald ihre erste Sitzung in neuer Besetzung beschlossen – und ein Maßnahmenpaket in Höhe von 60.000 Euro auf den Weg gebracht, das den krisengebeutelten Tourismus in der Region schnell wieder ankurbeln soll. „Durch die zusätzlichen Marketing- und Projektmittel können wir die Hotellerie und das Gastgewerbe in den ILE-Gemeinden gezielt unterstützen“, erklärt Spiegelaus Bürgermeister Karlheinz Roth, auf dessen Idee die Finanzspritze fußt. Zuvor hatten seine fünf Amtskollegen aus Neuschönau, St. Oswald-Riedlhütte, Frauenau, Lindberg und Bayerisch Eisenstein Roth einmütig zum neuen Vorsitzenden des Gemeindeverbunds gewählt.

Dass die 60.000 Euro aus Mitteln des Regionalbudgets so unbürokratisch als Soforthilfe abrufbar sind, sei der interkommunalen Zusammenarbeit im Rahmen der ILE zu verdanken, freut sich Karlheinz Roth und betont einmal mehr den Mehrwert der ILE für die Region. In Kooperation mit der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald (FNBW) und Leistungsträgern aus Hotellerie und Gastgewerbe wurden bereits am Tag nach der Beschlussfassung der ILE-Bürgermeister Nägel mit Köpfen gemacht – und drei Pakete geschnürt:

Unter dem Titel „Urlaub am (Wald-)Meer“ wird im Rahmen eines crossmedialen Kommunikationsprojekts die einzigartige Waldwildnis samt ihrer Ursprünglichkeit ins Zentrum gerückt und sowohl mit Print- und digitalen Anzeigenkampagnen als auch mit Imagevideos und Angebotspauschalen für die Region als Urlaubsdestination geworben.

In Zusammenarbeit mit „komoot“, dem Marktführer für Routenplaner und Navigations-Apps, möchte FNBW-Geschäftsführer Daniel Eder gemeinsam mit schlagkräftigen Leistungsträgern spannende Wandertouren durch die Ferienregion anbieten. Dazu würden so individuell abgestimmte wie nutzerfreundliche Profile und Collections angelegt.

Als dritte Maßnahme ist überdies die Einbindung eines Webshops auf der FNBW-Webseite geplant – zunächst mit Gutscheinen für Übernachtungen in Betrieben in der Ferienregion. Parallel dazu basteln die Verantwortlichen aktuell an einer neuen Vermarktungsstrategie, zu der auch die Implementierung von Wander- und Radkarten sowie Merchandising-Produkten aus der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald im Webshop zählt. „Wir wollen außerdem eine zentrale Bilddatenbank mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten für unsere Vermieter aufbauen“, stellt FNBW-Geschäftsführer Eder in Aussicht.

Mit Tatkraft der Krise ein Schnippchen schlagen, lautet auch die Devise der sechs Bürgermeister der ILE-Nationalparkgemeinden. „Es ist ein großer Gemeinschaftsgeist spürbar“, freut sich Spiegelaus Bürgermeister Karlheinz Roth, den seine Amtskollegen in der konstituierenden Sitzung zum neuen Vorsitzenden bestellten. Zu Roths Stellvertreter wurde der Frauenauer Bürgermeister Fritz Schreder bestimmt, zum Schatzmeister Neuschönaus Gemeindeoberhaupt Alfons Schinabeck. Das Amt des Schriftführers hat künftig Lindbergs Bürgermeister Gerd Lorenz inne, Kassenprüfer sind die Bürgermeister Georg Schwankl (St. Oswald-Riedlhütte) und Michael Herzog (Bayerisch Eisenstein).

Für die kommenden sechs Jahre haben sich die Vertreter der ILE-Nationalparkgemeinden eine stattliche Agenda vorgenommen, die auf Großes hoffen lässt. „Wir wollen Chancen nutzen und durch energisches interkommunales Anpacken Gutes für die Region erreichen“, verspricht Karlheinz Roth. Weitere konkrete Projekte und Ideen haben er und seine Mitstreiter bereits im Auge. Auf einer zweitägigen Klausurtagung sollen diese bald noch enger gefasst, priorisiert und gemeinsam mit den weiteren Verantwortlichen der Region zur Umsetzung auf den Weg gebracht werden.


Drei Fragen an…

…Karlheinz Roth, Vorsitzender der ILE Nationalparkgemeinden Bayerischer Wald:

Was hat die ILE Nationalparkgemeinden in den vergangenen sechs Jahren besonders gut gemacht – und wo gibt’s noch Nachholbedarf?

     Unter meinem Vorgänger Helmut Vogl hat die ILE einen wertvollen Grundstein für eine erfolgreiche interkommunale Zusammenarbeit gelegt. Jedoch ist vielen Bürgerinnen und Bürgern der Begriff „ILE“ noch nicht geläufig. Unsere Aufgabe ist es nun, den wirtschaftlichen und sozialen Mehrwert der ILE für alle Mitgliedsgemeinden transparenter zu machen und noch deutlicher zu kommunizieren.

Welches auf Langfristigkeit ausgelegte Projekt werden Sie als neuer Vorsitzender als erstes in Angriff nehmen?

     Durch die Corona-Pandemie erleben wir aktuell herausfordernde Zeiten. In den kommenden Monaten wird die ILE doppelt gefordert sein: Mit Hilfe konkreter Projekte werden wir wichtige Impulse zur Stärkung der regionalen Wirtschaft setzen. Dass wir bereits in der konstituierenden Sitzung Mittel aus unserem Regionalbudget zur Verfügung stellen konnten, freut mich sehr. Gleichzeitig haben wir uns mittel- und langfristig auf die neue Situation einzustellen und müssen unsere Strategie auf die Chancen ausrichten, die die Pandemie den Nationalparkgemeinden bietet.

Was möchten Sie nach Ende Ihres Mandats im Jahr 2026 erreicht haben?

     2026 wollen wir eine mittel- bis langfristige Regionalentwicklungsstrategie in den zentralen Themenfeldern Wirtschaft und Digitalisierung, Innenentwicklung und Kultur sowie in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf den Weg gebracht haben. Dabei wünsche ich mir, dass die Gleichung „ILE = Groß denken und gemeinsam das allein Unmögliche realisieren“ in vielen Themen und Projekten lebendig geworden ist und ein echter Mehrwert für die Menschen in unseren Gemeinden erreicht wurde.

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