Geht es Anfang Juli beim JazzFest Passau im Rathausinnenhof

(von Tobias Schmidt)

Die vom Verein JazzFest Passau e.V. organisierten Sommerkonzerte im Rathausinnenhof sind auch heuer wieder ein voller Erfolg. Gemeinsam mit dem neuen Eulenspiegel Flying Circus und dem Eulenspiegel Zeltfestival bringen sie nach der stillen Zeit der Corona-Hochphase die Livekultur zurück in die Dreiflüssestadt.

Noch bis Ende August wird es jeweils 3-4 Konzerte wöchentlich geben, mit stilistisch vielfältiger Auslegung von allem, was sich Jazz nennt. Weiterhin mit lediglich einem einstündigen Set ohne Pause, Besuch nur mit Voranmeldung, mit Hygiene- und Abstandsregeln, und vorbehaltlich städtischer Genehmigung, da ja die Pandemiesituation weiter anhält. Einige Programmhighlights bis Mitte Juli:

Saxfour (Foto: Thomas Steineder)

Konstantin Herleinsberger (sax), aus Passau stammender, nun in Hamburg lebender Jazzmusiker ist am 3. Juli gemeinsam mit Lutz Eckardt (voc) und Uli Schwarz (keyb) zu hören. Das Repertoire reicht von American Songbook bis zu Jamie Cullum. Tags darauf dann gleich vier Saxophone von Sopran bis Bariton beim Quartett Reedguard und Musik von Swing bis Salsa. Eine Woche darauf am 11. Juli mit Saxofour gleich noch einmal vier Reedsmen: Florian Bramböck, Klaus Dickbauer, Christian Maurer und Wolfgang Puschnig sind seit nun 29 Jahren für ihre humorvoll von Mozart bis Monk, von Wiegen- bis Weihnachtslied durch die Musikhistorie irrlichternden Programme bekannt. Mit Schmäh sind die vier Herren auch in die Jahre gekommen, und so heißt ihre aktuelle, sagen wir, eher abseits von k.u.k-Operettenseligkeit aufspielende saxophonische Revue hintersinnig „Oparettet den Jazz“. Jungen, zeitgenössischen Kammerjazz gibt es am 10.7. von Sextett Comprovisition zu hören. Frisch formiert war diese Formation mit Grazer und Wiener Musikern zuletzt im Herbst 2017 im Café Museum zu erleben. Der Name ist Programm, spontane Improvisation trifft hier auf durchkomponierte Passagen. Im April erschien nun die Debüt-CD der Band um den aus Schärding stammenden Posaunisten Daniel Holzleitner, die sich ganz wunderbar Zeit lässt, um ihren, in allen Klangfarben schillernden Eklektizismus so richtig auszukosten. Redaktionsempfehlung!

Zur Monatsmitte setzen sich zwei Ensembles mit Kapiteln aus der Klassischen Musik auseinander. „Strandgut“ nennen Rudolf Gregor Knabl (Komposition, E-piano), Marika Falk (orientalische Percussion), Eugen Bazijan (Violoncello) und Leo Gmelch (Tuba, Bassposaune) ihren Konzertabend am 14. Juli. Der greift die Tropenlehre, eine eigene Form der Zwölftontechnik des Wieners Musiktheoretikers (und garstigen Antipoden Arnold Schönbergs) Josef Matthias Hauer (1883-1959) auf. Die Austrian Art Gang heißt mittlerweile Austrian FugenArt Gang, weil Johann Sebastian Bachs barocke Fugenkunst auch weiterhin den musikalischen Ausgangs-, Angel- und Mittelpunkt der Formation bildet. Welche die Jazzer Wolfram Derschmidt (db), Klaus Dickbauer (bcl, sax) und den Cellisten Thomas Wall aus St. Florian sowie Gitarrist Daniel Oman umfasst, letztere beide eher Hörern der Alten Musik bekannt. Zum Quintett ergänzt diese spannende Formation Wolfgang Heiler am Fagott.

Weitere Konzerttermine werden fortlaufend auf www.cafe-museum.de/jazzfest-passau.html ergänzt. Eine frühzeitige Onlinereservierung ebendort ist zwingend notwendig! Der Getränkeausschank ist von 19 Uhr bis zum Konzertbeginn um 20 Uhr geöffnet.

Achtung: Da es keine Ausweichmöglichkeit gibt, finden die Konzerte nur bei Starkregen nicht statt. Eintritt frei, Spenden für die Arbeit des JazzFest Passau e.V. erbeten.   

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