Bernhard Roos (SPD) und Dr. Christof Prechtl (vbw) zu Besuch bei Knaus Tabbert

Die Anzahl an Berufen verdichten und Berufe ohne branchenübergreifende Kompetenzen (sog. Monoberufe) abschaffen – so soll laut Politik die Attraktivität von Ausbildungsberufen gestärkt werden. Eine Gegenbewegung formiert sich seit einiger Zeit in Jandelsbrunn: Knaus Tabbert, der Hersteller von Caravan- und Freizeitmobilen, möchte gemeinsam mit dem Caravaning Industrie Verband (CIVD) sowie Kooperationspartnern und Branchenunternehmen einen neuen Ausbildungsberuf etablieren. Im Gespräch mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Bernhard Roos und dem Leiter der Abteilung Bildung und Integration des Verbands der Bayerischen Wirtschaft (vbw) Dr. Christof Prechtl haben die Initiatoren ihre aktuellen Pläne vorgestellt und diskutiert.

Geschäftsführer Werner Vaterl, Betriebsratsvorsitzender Anton Autengruber und Leiter der Aus- und Weiterbildung Johannes Haidn zeigten sich dankbar für die Gelegenheit, die Chancen für den neuen Ausbildungsberuf zu eruieren. Nach einem kurzen Überblick über die Firmengeschichte und die aktuellen Umsatz- und Verkaufszahlen durch Geschäftsführer Werner Vaterl erörterte Johannes Haidn die Pläne für das neue Berufsbild: „Alle Kompetenzen aus Produktion und Handel, die für das intensive Verständnis für Caravan- und Freizeitmobile nötig sind, werden in einer dreijährigen Ausbildung kombiniert.“ Roos gab zu bedenken, dass ein neuer Ausbildungsberuf möglichst breit aufgestellt werden muss, um anerkannt zu werden. „Eine Ausbildung muss auch in anderen Branchen verwertbar sein. Wer drei Jahre in die Ausbildung investiert, will sich bei einem Umzug oder Branchenwechsel nicht neu orientieren müssen.“, so der SPD-Abgeordnete. Haidn erklärt: „Die Azubis könnten ebenso bei anderen Sonderfahrzeugen im Rettungswesen, Feuerwehr oder weiteren Sonderaufbauten eingesetzt werden.“
Vorerst sei es wichtig – so Werner Vaterl – eine breite Basis aufzubauen: „Je mehr Vorarbeit wir leisten, desto einfacher ist es für die Kommission in Berlin zu entscheiden. Am schlimmsten wäre es für uns, in eine Endlosschleife zu verfallen, weil Unterlagen fehlen.“ Um dem vorzubeugen, bot MdL Bernhard Roos an, ein weiteres Gespräch mit IG-Metall-Kollegen Reinhard Böckl zu initiieren, der aus gesundheitlichen Gründen verhindert war und der versiert in den Abläufen und Bestimmungen bei der Gründung eines neuen Berufsbildes sei.

Um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken, bildet Knaus Tabbert seine Fachkräfte selbst aus. Aktuell beschäftigt das Unternehmen Knaus Tabbert 60 Auszubildende. Der neue Ausbildungsberuf soll im Kampf gegen den Fachkräftemangel helfen und so insbesondere im Handel oder in Servicewerkstätten kompetente Mitarbeiter etablieren.