Wann wird was im Garten gepflanzt?

Die Gruppe der Blumenzwiebeln setzt sich aus einer Vielzahl verschiedener Pflanzenarten zusammen. Ihnen allen ist gemein, dass sie unterirdische Überwinterungsorgane entwickeln, in denen sie für die kalte Jahreszeit Wasser und Nährstoffe speichern. „Zwar wird landläufig häufig nur von Blumenzwiebeln gesprochen, tatsächlich haben viele der beliebten Gewächse aber Knollen“, erklärt Blumenzwiebelexperte Carlos van der Veek von Fluwel. „Während erstere wie die Küchenzwiebel aus vielen Schichten bestehen, in deren Mitte die Blüte und häufig sogar schon die gesamte Pflanze angelegt wird, sind Knollen kompakt und speichern ihre Nährstoffe eher wie die Kartoffel.“

Der Frühling wird im Herbst gepflanzt

Die bekanntesten Zwiebelblumen sind zweifelsohne die Frühjahrsblüher. Kaum ein Garten, in dem die fröhlichen Pflanzen nicht ihre zarten Köpfe heben und den teils noch frostigen Tagen trotzen. Zu den ersten des Jahres gehören die Schneeglöckchen (Galanthus) und die Winterlinge (Eranthis hyemalis). Auch wenige mutige Narzissen wagen sich bereits im Februar aus der Erde, beispielsweise die zart duftende Narcissus tazetta subsp. tazetta. Generell gelten aber März und April als Hauptblütezeit der Narzissen. Etwas später – im April und Mai – zeigen sich die beliebten Tulpen, ebenso Hyazinthen und das Strahlen-Windröschen (Anemone blanda). „Neben den Berühmtheiten gibt es auch eine große Vielfalt an unbekannteren Arten“, hebt van der Veek hervor. „Die Hundszahn-Lilie (Erythronium dens-canis), der Schneestolz (Chionodoxa forbesii) oder der Gefingerte Lerchensporn (Corydalis solida) sind nur wenige Namen weiterer Blumenzwiebeln, die bereits im März Farbe in den Garten bringen.“ Auch der April kann mit Abwechslungsreichtum punkten: Dann ist die Zeit der Prärielilien (Camassia leichtlinii) und  Blauen Traubenhyazinthen (Muscari) gekommen, ebenso begeistern das Spanische Hasenglöckchen (Hyacinthoides hispanica), die Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) und die Schachbrettblume (Fritillaria meleagris). Als letztes geben die verschiedenen Alliumarten im Beet den Ton an: Viele von ihnen blühen bis in den Sommer. „Die meisten frühblühenden Gewächse zählen zu den Zwiebelblumen und kommen bereits im Herbst in den Boden, denn sie brauchen die Kälte des Winters für ihre Entwicklung“, erklärt der Experte von Fluwel. „Knollengewächse vertragen dagegen in der Regel keinen langanhaltenden Frost, denn dann würde die Flüssigkeit in ihrem Innern gefrieren. Die meisten werden daher erst nach den Eisheiligen im Mai in den Boden gebracht. Doch wie immer gibt es Ausnahmen von dieser Regel: Der Krokus beispielsweise zählt zwar zu den Knollengewächsen, ist aber in Bezug auf Frost hart im Nehmen und wird, wie seine frühen Beetpartner, bereits im Herbst gepflanzt.“

Von riesigen Alliumzwiebeln bis hin zu kleinen Krokusknollen – die Vielfalt der Blumenzwiebelwelt zeigt sich nicht nur in den verschiedenen Blüten (Foto: fluwel.de)

Der Sommer kommt im Frühling in die Erde

Die beliebtesten Knollengewächse sind hierzulande ohne Zweifel Dahlien: Im Sommer bestimmt ihre imposante Blütenpracht in vielen Gärten das Bild. Das Sortiment an Sommerknollen umfasst daneben noch viele weitere Arten und Sorten, wie die etwas künstlich wirkende Knollen-Zantedeschia, die lange Zeit als altmodisch betrachteten Knollen-Begonien oder die extravagante Ananaslilie (Eucomis). Soll es noch außergewöhnlicher sein, gibt man der Ismene (Hymenocallis festalis), dem zarten Korallentropfen (Bessera elegance) oder der Chasmanthe floribunda duckitii einen Platz in Beet oder Topf. Doch egal, für welches Sommergewächs man sich entscheidet: Sie alle kommen im Frühling in den Boden. „Die einzige Ausnahme sind Lilien, denn sie brauchen erheblich mehr Zeit, um sich zu entwickeln. Daher werden sie bereits im späten Winter – ab Ende Januar – gepflanzt. Und keine Sorge: Ihre Blumenzwiebeln sind absolut winterhart!“, so van der Veek. „Die Martagon-Lilien, auch Türkenbund-Lilien genannt, sollten sogar noch eher gesetzt werden, nämlich im Herbst. Denn ihre Blütezeit ist im Juni schon sehr früh und daher brauchen sie noch mehr Entwicklungszeit unter der Erde.“ Die spätesten Sommerzwiebeln sind die Nerinen, auch als Guernseylilien bekannt, und ihre Schwestern die Amarinen: Die eleganten Gewächse mit den zart-glitzernden, lockeren Dolden in Weiß bis Pink erfreuen je nach Sorte bis weit in den November. Damit blühen sie hier und da sogar zeitgleich mit den viel kleineren Herbst-Krokussen, die sich bereits ab Oktober zeigen. Die Pflanzzeit der beiden weicht dennoch stark voneinander ab: Die Nerinen werden bereits im März gesetzt, die Herbst-Krokusse erst im September.

Tulpenzwiebeln bilden ihre Wurzeln erst, wenn die Erde kalt ist. Ist sie noch zu warm, sitzen die Zwiebeln abwartend im Boden und sind anfällig für Pilze und Krankheiten, die bei höheren Temperaturen noch sehr aktiv sind. Daher heißt es: Lieber erst später im Herbst zur Schaufel greifen als zu früh (Foto: fluwel.de)

Weitere Pflanzhinweise und Pflegeinformationen gibt es auf www.fluwel.de. Dort finden Pflanzenliebhaber zudem ein breites, außergewöhnliches Angebot an Blumenzwiebeln und Knollen. Zurzeit können schon die Frühjahrsblüher für 2021 vorbestellt werden – geliefert wird zur richtigen Pflanzzeit im Herbst.

Blüh- und Pflanzplan (Quelle: fluwel.de)
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