Mit „beebreed.eu“ aktuelle Bienen–Daten herunterladen

Referat von Theodor Günthner – Belegstellen Bramandlberg und Racheldiensthütte vorgestellt

Waldkirchen. Zu einem informativen Vormittag hat der Imkerverein Wollaberg-Jandelsbrunn ins Bürgerhaus eingeladen, und rund sechzig Imker aus dem gesamten Imker-Kreisverband Freyung Grafenau und den benachbarten Kreisverbänden folgten mit großem Interesse dem Fachvortrag von Theodor Günthner aus Plattling, dem Zuchtobmann des Landesverbandes Bayerischer Imker (LVBI). Zudem konnten die jeweiligen Belegstellenleiter von Bramandlberg und Racheldiensthütte ihre Einrichtungen in Kurzreferaten vorstellen.

Nach der Begrüßung führte Kreisvorsitzender Kunibert Eder (der auch Vorstand des Imkervereins Wollaberg-Jandelsbrunn ist), mit der Frage „Warum Zucht und Zuchtauslese?“ in die Thematik des Tages ein. Die Bienen seien früher nicht immer friedlich gewesen, und in Deutschland habe man ein ganzes Jahrhundert lang experimentiert. Seit 1950 gebe es planmäßige Zucht, um friedliche Bienen zu gewinnen. Mittlerweile gibt es in Bayern drei staatliche Bienenprüfhöfe. Die Wahl fiel schließlich auf die Kärntner Biene (Rasse „Carnica“). Auf Kreisverbandsebene wurden drei Lehrbienenstände eingerichtet: Ringelai, Perlesreut und Waldkirchen.

Bienengesundheitswart Ernst Berlinger, zugleich Vorsitzender des Waldkirchener Imkervereins, berichtete über den Umfang der von ihm getätigten Zuchtstoffabgabe und gab wertvolle Tipps zur Zucht im weiselrichtigen Bienenvolk.

Eingangs seines Referates ging Theo Günthner auf die Varroa-Problematik ein, die den Imkern seit vielen Jahren zu schaffen macht. Das Eingeständnis des Fachmanns: „Ein Thema ohne Ende – wir kommen nicht weiter!“ Ziel aller Bemühungen sei es aber, zu einer Biene zu kommen, die in „Eigeninitiative“ mit der gefährlichen Milbe fertig wird.

Der Vorsitzende des Imker-Kreisverbandes Freyung-Grafenau, Kunibert Eder (2.v.r.), bedankte sich bei den vier Referenten, die interessierten Imkern wertvolle Informationen zur Bienenzucht geliefert haben (von links). Achim Fuchs, Ernst Berlinger, Theodor Günthner und Franz Rothkopf (Foto: Duschl)

Anschließend stellte der Referent Richtlinien des Deutschen Imkerbundes für das Zuchtwesen vor: Flächendeckende Bienenhaltung, um die Bestäubung insektenblütiger Pflanzen sicherzustellen; Bereitstellung sanftmütiger, leistungs- und widerstandsfähiger Bienenvölker; sorgfältige Prüfung und Auslese von Zuchtvölkern mit wertvollem Erbgut.

Dann ging Theo Günthner ausführlich auf das neue Programm „beebreed.eu“ ein. Anhand einiger Beispiele zeigte er auf, wie die neuesten Daten etwa des Landesinstituts für Bienenkunde (LIB) zu finden sind. Ebenso bietet das Programm Informationen zur Abstammung von Königinnen, zur Körung von Bienenvölkern, zum Herstellen von Kontakten zu Zuchtobleuten und zu aktiven Züchtern und zur Zuchtwertschätzung. Auch die Zuchtwerte der einzelnen Belegstellen und Adressen der Belegstellen sind einsehbar.

Im Landkreis Freyung-Grafenau gibt es zwei Belegstellen (Aufstellungsorte für junge, unbegattete Königinnen und Drohnen zur gezielten Zucht), deren Leiter ihre Einrichtungen vorstellen konnten: Franz Rothkopf, Vorsitzender des Imker-Kreisverbandes Regen, betreut zusammen mit Franz Schiller die Belegstelle Racheldiensthütte bei Guglöd, die dem Kreisverband Regen gehört. Hier werden 24 Drohnenvölker gehalten, man will aber auf bis zu 30 aufstocken. Heuer wurden 2886 Königinnen angeliefert, die 3000er-Marke hofft man bald zu knacken. Besonders stolz ist Franz Rothkopf auf das „sehr gute“ Begattungsergebnis, das bei weit über achtzig Prozent liegt.

Die Belegstelle Bramandlberg bei Jandelsbrunn, die dem Kreisverband Passau gehört, leitet der Kringeller Prüfhofleiter und Imkermeister Achim Fuchs. Hier werden von drei Züchtern 24 Drohnenvölker gehalten, die allerdings wegen der Höhenlage (912 Meter) nicht an Ort und Stelle überwintern können. Alljährlich werden von 45 bis 70 Züchtern insgesamt zwischen 2500 und 3500 Königinnen angeliefert. Besonders achtet Achim Fuchs auf die Einhaltung des Schutzkreises von zehn Kilometern, innerhalb dem keine fremde Bienenrasse eingestellt werden darf. Auch Züchterschulungen werden durchgeführt.

In beiden Belegstellen, die übrigens zu den ältesten in Niederbayern zählen, werden auf Wunsch auch Zuchtstoffe ausgegeben. Weitere Belegstellen in Niederbayern sind Königswald mit rund 7000 Königinnen und Schellenberg mit rund 3500. „Damit ist Niederbayern eine Hochburg der Bienenzucht“, stellte Kreisvorsitzender Kunibert Eder abschließend fest.

Ausdrücklicher Dank galt dem Mitglied Hans Gintenreiter aus Zimmermandling, der in Zusammenarbeit mit dem Lehrbienenstand des Imkervereins Waldkirchen eine gekörte Reinzuchtkönigin eingestellt hat, die im Frühjahr vom Kreisverband bei Fritz Schürzinger erworben worden ist.

(Titelbild: Die Info-Veranstaltung im Saal des Waldkirchener Bürgerhauses über erfolgreiche Bienenzucht war gut besucht – Foto: Duschl)

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